ADS-Wocheninformation 20.06.2022

Der Mix macht’s in der Pflege

Förderprogramm der Robert Bosch Stiftung zum erweiterten Qualifikationsmix liefert überzeugende Belege –

Zur Umsetzung werden in Zukunft mindestens 150.000 akademisch qualifizierte Pflegende benötigt

Köln, 20.06.2022 – Vielfältige Kompetenzen in Pflegeteams tragen in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und der häuslichen Pflege wesentlich zu einer bedarfsgerechten Versorgung bei. Das zeigen die Ergebnisse eines groß angelegten Förderprogramms „360° Qualifikationsmix in der Pflege“ der Robert Bosch Stiftung GmbH, die auf einer Abschlusstagung in Berlin vorgestellt und diskutiert wurden. Im Rahmen des Programms haben beruflich ausgebildete Pflegende mit Assistenten und akademisch qualifizierten Pflegefachleuten in Teams zusammengearbeitet. Insgesamt waren acht Einrichtungen mit rund 50 Versorgungseinheiten, 160 Projektbeteiligten und tausenden von Patienten und Pflegebedürftigen in verschiedenen Krankenhäusern, einem Universitätsklinikum, einer psychiatrischen Einrichtung, zwei Pflegeheimen und einem ambulanten Pflegedienst in das Programm einbezogen. Dieses wurde vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) in Köln wissenschaftlich intensiv begleitet und die Ergebnisse nun in einem Abschlussbericht zusammengefasst. Der Bericht enthält auch Handlungsempfehlungen zur flächendeckenden Einführung des erweiterten Qualifikationsmixes in der Pflege und eine Modellrechnung, nach der dafür mindestens 150.000 studierte Pflegekräfte zusätzlich benötigt werden.
Im Verlauf des Programms konnten zwei neue, akademische Qualifikationsprofile erfolgreich entwickelt und in der Pflegepraxis erprobt werden. Zum einen handelt es sich dabei um die neue Funktion von Pflegefachleitungen mit Bachelorabschluss, die auf Stationen und Wohnbereichen für Qualitätsverbesserungen und Innovationen in der Praxis sorgen sollen. Zum anderen kommen Pflegeexperten mit Masterabschluss zum Einsatz, die in spezifischen und besonders komplexen und kritischen Pflegesituationen hinzugezogen werden und Versorgungsabläufe übernehmen können.
Die akademisch qualifizierten Pflegekräfte tragen zu einer stärker wissenschaftsfundierten und evidenzbasierten pflegerischen Versorgung und zur Qualitätssicherung in den Pflegeteams bei, planen und steuern komplexe Pflegeprozesse, beraten Patienten, ihre Angehörigen und andere Pflegende, setzen Forschungs- und Entwicklungsprojekte um und fördern so Innovationen in den Einrichtungen. Außerdem bieten die neuen Berufsprofile auch Perspektiven für attraktive Karrieremöglichkeiten mit besserer Vergütung und tragen somit zur Aufwertung der Pflege bei. Darüber hinaus wurden weitere Rollen und Profile für beruflich qualifiziertes Personal geschärft.
Im Ergebnis ist in allen Projekteinrichtungen sichtbar geworden, dass sich trotz anfänglicher Skepsis und Vorbehalte in den Teams gegenüber studierten Pflegenden überall Akzeptanz und gute Kooperationen zum Wohle von Patienten, Nutzern und Bewohnern durchgesetzt haben. Beigetragen haben dazu vor allem jeweils entwickelte transparente Praxiskonzepte, eine gute Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen sowie begleitende Angebote zum gegenseitigen Austausch und zur Reflexion.

Der Leiter der wissenschaftlichen Begleitung des Förderprogramms, Professor Frank Weidner vom DIP, resümierte: „Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass die erweiterte pflegerische Versorgungspraxis mittels eines klugen Qualifikationsmix machbar und effektiv ist, erfolgreich und nachhaltig implementiert werden kann und positive Wirkungen für Patienten und Pflegebedürftige, aber auch für die Pflege und die Organisationen selbst hat. Nun ist die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen und Finanzierungsmöglichkeiten für die Gewinnung, Qualifikation und den Einsatz akademisch ausgebildeter Pflegefachpersonen in der Praxis gesetzlich auf den Weg zu bringen.“
Nach Berechnungen des DIP werden für eine deutschlandweite Umsetzung des erweiterten Qualifikationsmixes in den Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und weiteren Bereichen nach und nach mindestens 150.000 studierte Pflegekräfte benötigt. Angesichts der Gesamtzahl an rund einer Mio. Beschäftigten in der Pflege würde dies lediglich eine Teil-Akademisierung der Pflege bedeuten, dennoch wäre mit erheblichen positiven Effekten zu rechnen. Würden in Deutschland die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass ab 2027 in jedem Jahr rund 10.000 Menschen ein berufsbefähigendes Pflegestudium in Deutschland aufnehmen und davon ein knappes Drittel ein spezialisiertes Masterstudium anschließen könnten, würden 2035 etwa 50.000 und etwa um das Jahr 2045 dann die benötigten rund 150.000 akademisch qualifizierten Pflegefachpersonen zur Verfügung stehen.
Mehr Informationen zum Förderprogramm, zu den Ergebnissen und Empfehlungen sind im Abschlussbericht, der kostenlos unter http://www.bosch-stiftung.de/bericht_360grad_pflege downloadbar ist, nachzulesen.
Das gemeinnützige und unabhängige DIP-Institut hat seinen Sitz in Köln. Seit der Gründung im Jahr 2000 hat das Institut mehr als einhundertfünfzig innovative Projekte im Bereich der Pflege-, Pflegebildungs- und Versorgungsforschung durchgeführt und zahlreiche Studien zur Situation der Pflege in Deutschland veröffentlicht.
Es kooperiert eng mit der 2021 gegründeten Dienstleistung, Innovation, Pflegeforschung GmbH (DIP-GmbH), die ihren Sitz ebenfalls in Köln hat.

Quelle: PM DIP, 20.06.2022


Bündnis „Digitalisierung in der Pflege“ trifft Bundesminister Karl Lauterbach

  • Digitalisierung kann helfen, Probleme der Pflege zu lösen
  • Schlüsselfaktoren sind ein Kompetenzzentrum und ein Nationaler Strategieplan
  • Bündnis macht konkrete Vorschläge

Berlin, 20.06.2022: Der Koalitionsvertrag sieht eine regelmäßig fortgeschriebene Digitalisierungsstrategie im Gesundheitswesen und in der Pflege vor. Das Verbändebündnis „Digitalisierung in der Pflege“ setzt sich dafür ein, die Beteiligten des Pflegesektors aktiv in diesen Strategieprozess einzubeziehen.

Bei einem Treffen mit Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach am 13. Juni 2022 im Gesundheitsministerium in Berlin machten Vertretende des Bündnisses deutlich, welche Chancen die Digitalisierung gerade für Pflegebedürftige und Pflegende bietet. Zugleich gebe es besondere Hürden, etwa bei der technischen Ausstattung der Einrichtungen, der Anerkennung digitaler Dokumente und der Refinanzierung, betonen die Verbändevertreter. Der Gesundheitsminister begrüßte den initiierten Austausch und sicherte dem Bündnis zu, über die anstehenden Schritte zur Digitalisierung der Pflege im Gespräch zu bleiben.

Fünf Strategische Ziele

Das Bündnis setzt sich dafür ein, die Digitalisierungsstrategie für die Pflege an fünf übergeordneten Zielen auszurichten, darunter die Vermeidung von Pflegebedürftigkeit, eine bessere pflegerische Versorgung und bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte. Die flächendeckende technische Infrastruktur in den pflegerischen Einrichtungen müsse sichergestellt werden, ebenso Nachhaltigkeit und eine stabile Refinanzierung der Digitalisierungskosten. Hierzu hat das Bündnis beim Treffen im Gesundheitsministerium das Konzeptpapier eines Nationalen Strategieplans vorgelegt.

Kompetenzzentrum Digitale Pflege

Aus Sicht des Verbändebündnisses ist es wichtig, das projektbezogene Denken zu überwinden und die Digitalisierung ganzheitlich und strukturell anzugehen. Für das Gelingen entscheidend sei das Mitwirken und die Expertise aller Beteiligten, etwa der Pflegebedürftigen, Pflegenden, Leistungserbringer sowie der IT- und Softwarehersteller. Vor diesem Hintergrund empfiehlt das Bündnis die Einrichtung eines „Kompetenzzentrum Digitale Pflege“. Das Zentrum soll als beratende und Orientierung gebende Organisationsstruktur beim Bundesgesundheitsministerium angesiedelt sein und die diversen Stakeholder über ein Expertengremium kontinuierlich einbeziehen. Aufgabe des Kompetenzzentrums Digitale Pflege wäre es, den Einsatz digitaler Technologien in der Pflege zu analysieren und auszuwerten, strategische Teilziele zu formulieren sowie operative Maßnahmen zu planen, umzusetzen und zu evaluieren.

Über das Verbändebündnis „Digitalisierung in der Pflege“

Um die Digitalisierung auch in der Pflege in Deutschland voranzubringen, haben sich Verbände aus dem Sozial-, Pflege- und Gesundheitswesen im Jahr 2020 zum Bündnis „Digitalisierung in der Pflege“ zusammengeschlossen.

Das Bündnis setzt sich zusammen aus dem Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg und dem Verband der diakonischen Dienstgeber in Deutschland (VdDD) als Initiatoren sowie den Gründungsmitgliedern Deutscher Pflegerat (DPR), Deutscher Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP), Fachverband Informationstechnologie in Sozialwirtschaft und Sozialverwaltung (Digitalverband FINSOZ),Verband für Digitalisierung der Sozialwirtschaft (vediso) und dem Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e. V. (VKAD).

Das Konzeptpapier zum Nationalen Strategieplan finden Sie hier als pdf-Dokument.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung | Bündnis Digitalisierung in der Pflege, 20.06.2022


Internationale Fachkräfte: Schritt für Schritt gut begleitet

Um dem Personalmangel entgegenzuwirken, können Pflegeeinrichtungen zum Beispiel Fachkräfte aus dem Ausland anwerben. Für einen nachhaltigen Erfolg sollten sie die neuen Mitarbeitenden dabei unterstützen, gut in Deutschland und im neuen Arbeitsalltag anzukommen – zum Beispiel mit Mentoring und Relocation Management. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, nehmen Sie an unseren Praxisdialogen am 23. Juni um 11 Uhr (Mentoring) und am 21. Juli um 11 Uhr (Relocation Management) teil.
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Quelle: Pflegenetzwerk Deutschland 17.06.2022


Gesundheit von Pflegefachpersonen

Mai warnt vor Folgen für die pflegerische Versorgung

17.06.2022 / News – Menschen in Pflegeberufen sind weiterhin öfter und länger krankgeschrieben als in Berufen anderer Branchen. Das führt gleichzeitig zu einer Mehrbelastung jener Kolleginnen und Kollegen, die diesen Dienst auffangen. Die immer größer werdende Belastung der beruflich Pflegenden habe einen direkten Einfluss auf die komplette Patientenversorgung. Das betonte der Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, Markus Mai, am Mittwoch. Politik und Arbeitgeberseite müssten sich dessen bewusst sein, sagte Mai angesichts der neuesten Ergebnisse der Techniker Krankenkasse (TK). Corona habe die zuvor schon kritische Situation weiter verschärft.

Pflegepersonal aufstocken, Resilienz stärken

Nur über eine personelle Aufstockung könne für Entlastung in allen Bereichen der Pflege gesorgt werden. Die Planung von Dienstzeiten sei zudem transparenter und geordneter zu gestalten, da diese einen „massiven“ Einfluss auf das berufliche und private Leben der Pflegefachpersonen habe. Die Pflegekammer in Rheinland-Pfalz biete in Zusammenarbeit mit der TK bereits Seminare an, die darauf abzielten, die Resilienz Pflegender zu stärken.

Berufliche Pflege von allen Seiten stärken

Außerdem setzt sich Mai für die Etablierung altersgerechter Strukturen in der Pflege ein. Doch auch die Politik müsse ihren Beitrag leisten und die berufliche Pflege von allen Seiten stärken, insbesondere hinsichtlich der Vergütung und der Personalausstattung. „Die Gesundheit von Pflegefachpersonen hat einen direkten Einfluss auf unser gesamtes Gesundheitswesen. Das muss allen klar sein!“

Quelle: https://www.bibliomed-pflege.de/news/mai-warnt-vor-folgen-fuer-die-pflegerische-versorgung


Neuer Podcast mit BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt: Notfallversorgung

Der Ärztetag 2022 fordert von der Bundesregierung ein Gesamtkonzept zur Notfallversorgung. Aber war das nicht eigentlich vor gar nicht allzu langer Zeit schon in Arbeit? Warum ist daraus nichts geworden? Was ist zu tun? Und: Wie ist der aktuelle Stand in Sachen Notfallversorgung in Deutschland? Das und mehr besprechen Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt und Moderator Daniel Finger in der neuen Folge des BÄK-Podcasts „Sprechende Medizin“.

Quelle: Pressemitteilung der Bundesärztekammer, 17.06.2022


BZgA: Informationsportal zu Long-Covid

Gesundheitliche Langzeitfolgen nach einer Covid-19-Erkrankung können noch Wochen und Monate später andauern. Welche Symptome treten dabei auf? Wer kann betroffen sein? Wie lassen sich Spätfolgen vermeiden? Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) das neue Informationsportal www.longcovid-info.de erstellt, das diese und weitere Fragen beantwortet.
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Quelle: Pflegenetzwerk Deutschland 17.06.2022


Corona-Sommerwelle rollt an –

Rufe nach Maßnahmen werden lauter

16. Jun 2022 | Corona – In den letzten beiden Jahren gingen die Corona-Infektionszahlen im Sommer runter. Nun zeigt der Trend der Ansteckungen nach oben. Es werden zunehmend Schutzvorkehrungen gefordert.

In der Corona-Pandemie zeichnet sich nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach diesmal auch über den Sommer eine angespanntere Lage ab. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). „Die angekündigte Sommerwelle ist leider Realität geworden. Das bedeutet auch für die nächsten Wochen wenig Entspannung“, sagte der SPD-Politiker der „Rheinischen Post“ am Mittwoch.

Die amtliche Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Mittwoch mit 472,4 an und damit fast doppelt so hoch wie vor einer Woche. Am Vortag hatte der Wert der gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen bei 447,3 gelegen – vor einer Woche bei 238,1 und vor einem Monat bei 452,4. Jedoch liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl unerfasster Fälle aus – auch weil nicht alle Infizierten PCR-Tests machen, die nur in der Statistik zählen. Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme können zu Verzerrungen von Tageswerten führen.

Die Stiftung Patientenschutz rief zum Handeln auf. „Damit die steigenden Infektionszahlen sich nicht zu einem Tsunami für Pflegebedürftige und Schwerstkranke entwickeln, muss Karl Lauterbach jetzt gegensteuern“, sagte Vorstand Eugen Brysch der dpa. Es gelte, Corona-Bürgertests über Juni hinaus zu verlängern. In der Altenpflege müsse ein tägliches Testregime festgeschrieben werden.

„Infektionsschutzgesetz verlängern und verschärfen“

Der Präsident der Diakonie, Ulrich Lilie, warnte: „Corona macht keine Sommerferien.“ Der Anstieg der Infektionszahlen sei „ein dringender Weckruf“, jetzt eine Gesamtstrategie für den Herbst zu entwickeln. Die Bundesregierung müsse die am 23. September auslaufenden Regelungen im Infektionsschutzgesetz verlängern und wieder schärfen, damit es nicht erneut zu vielen Arbeitsausfällen, vermeidbaren schweren Erkrankungen und Todesfällen komme.

Quelle: https://www.altenpflege-online.net/artikel/2022_06/2022_06_16_corona_sommerwelle_rollt_an?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=AHI_AP_NL_20220616


Fluktuation aus Pflegeberufen

Corona-Expertenrat fordert Kommission gegen Pflegepersonalmangel

14.06.2022 / News – Der Corona-Expertenrat plädiert u. a. für die Etablierung eines Public-Health-Nurse-Konzepts und warnt vor den Folgen des Pflegepersonalmangels.

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung hat angesichts der drohenden nächsten Corona-Welle im Herbst zeitnahe Vorbereitungen angemahnt. Eine erneute dauerhafte Extrembelastung werde zu einer weiteren Fluktuation aus den Gesundheitsberufen führen, insbesondere in hochbelasteten Bereichen, betonten die 19 Wissenschaftlerinnern und Wissenschaftler in ihrer 11. Stellungnahme.

Pflegepersonalmangel mit „dramatischen Folgen“

Eine solche Fluktuation von Personal u. a. aus Pflegeberufen habe dramatische Folgen für die flächendeckende, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung in Deutschland – unabhängig von Infektionskrankheiten. Der Expertenrat sprach sich deshalb für eine entsprechende Kommission aus, die „umgehend“ einzusetzen sei und Lösungsvorschläge unterbreiten solle.

Arbeitsbelastung reduzieren, Vergütung anpassen

Auch sei eine Reform des gesamten Gesundheitssystems anzustreben mit dem Ziel, die übermäßige Arbeitsbelastung zu reduzieren und die Vergütung der verschiedenen Berufsgruppen „adäquat“ anzupassen. In der Stellungnahme ist festgehalten:

„Ohne eine sichtbare Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufs und anderer Gesundheitsberufe kann absehbar von einer nachhaltigen Versorgungskrise im Gesundheitssystem ausgegangen werden.“

Der zunehmende Pflegepersonalmangel betreffe die Kinder- und Jugendmedizin in besonderem Maße, verdeutlichte der Expertenrat weiter. Bereits in der Vergangenheit habe dieser in Situationen saisonaler Überbelastung zu einer „zum Teil kritischen Unterversorgung“ geführt.

Da der gravierende Pflegepersonalmangel in den Kinderkliniken kurzfristig nicht behebbar sei, sollten Kinderkliniken u. a. eine „besondere Unterstützung durch pflegeentlastende Berufsgruppen“ erfahren, so die Empfehlung des Expertenrats.

Geschultes Pflegepersonal soll vor Ort impfen

Hinsichtlich konkreter Maßnahmen zur Erhöhung der Impf- und Booster-Impfquote für eine adäquate Vorbereitung auf die kommende Herbst-/Winter-Saison plädierte das Wissenschaftsteam für ein Public-Health-Nurse-Konzept. Dieses solle bestimmt sein von aufsuchenden Impfteams. Geschultes Pflegepersonal solle vor Ort Impfungen gegen SARS-CoV-2 und Influenza verabreichen können.

Für Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist die vom Expertenrat vorgelegte aktuelle Stellungnahme Grundlage für seine weiteren Pandemievorbereitungen. Das Gutachten werde „maßgeblich für unsere Pandemiebekämpfung im Herbst“, sagte Lauterbach während eines von der „Rheinischen Post“ veranstalteten Ärzte-Netzwerktreffens vergangenen Mittwoch.

„Wir werden dieses Gutachten auswerten und auf Grundlage des Gutachtens zeitnah zu Empfehlungen kommen, mit denen wir den Herbst vorbereiten.“

Quelle: https://www.bibliomed-pflege.de/news/corona-expertenrat-fordert-kommission-gegen-pflegepersonalmangel

 


Interessante Tagungen

 

Pflegepolitik für die Pflegepraxis von morgen
Symposium anlässlich des 70. Geburtstags von Elisabeth Beikirch

06.09.2022, AUDIF Auditorium Friedrichstraße, Friedrichstraße 180 | 10117 Berlin; Anmeldung online unter: www.symposium-pflegepolitik.de


„Umgang mit Sterbewünschen in Pflegeeinrichtungen“

06.09.2022, Hybridveranstaltung, Tagungsort: Hanns-Lilje-Haus, Knochenhauerstr. 33, Hannover; Programm und Anmeldung unter: https://www.zfg-hannover.de/Kurse–Tagungen-und-Angebote-ZfG/tagungen-Workshops/2022-Frau-Arnold-Krueger-Umgang-mit-Sterbew-nschen-in-Pflegeeinrichtungenerbekulturen0



Deutscher Pflegetag 2022

6. + 7. Oktober 2022, CityCube Berlin

Infos unter:
www.deutscher-pflegetag.de

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