ADS-Wocheninformation 27.06.2022

Bundesgesundheitsminister Lauterbach verspricht Umsetzung der PPR 2.0

Deutscher Pflegerat begrüßt die Entscheidung und erwartet Umsetzung des gemeinsamen Vorschlags

Berlin (24. Juni 2022, Nr. 17/2022) –  „Die zentrale Forderung einer Personalbemessung teile ich. Wir werden die Pflegepersonal-Regelung PPR 2.0 einführen.“ Dies sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zu Demonstrant:innen am Rande der Gesundheitsminister:innenkonferenz der Länder am 22. Juni 2022 in Magdeburg.

Hierzu äußerte sich Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR), heute in Berlin:

„Der Deutsche Pflegerat begrüßt, dass die PPR 2.0 nun endlich umgesetzt und gesetzlich verankert werden soll. Hierzu war es bis heute ein langer und schwerer Weg. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie der Gesetzentwurf zur Umsetzung der PPR 2.0 genau aussieht.

Es ist richtig, dass der Bundesgesundheitsminister endlich das wichtige Thema Personalbemessung in der Pflege im Krankenhaus angeht. Seit vielen Jahren warten die Pflegenden auf ein wichtiges Signal, um die prekäre Situation der Pflegefachpersonen im Krankenhaus zu verbessern.

Die PPR 2.0 ist dabei der Startpunkt, um eine gute Pflege am Bedarf der Patient:innen zu erreichen. Das ist dringend notwendig, um die qualitative Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und eine Überlastung der Pflegefachpersonen zu vermeiden.

Jetzt kommt es darauf an, dass die PPR 2.0 so umgesetzt wird, dass deutliche Verbesserungen der Situation der Pflegefachpersonen erreicht werden. Zur Umsetzung der PPR 2.0 hat der Deutsche Pflegerat im Januar 2020 zusammen mit ver.di und der Deutschen Krankenhausgesellschaft einen gemeinsamen Vorschlag vorgelegt. Dieser muss die Grundlage und das Lastenheft für die jetzige Umsetzung sein.

Wichtig ist, dass noch in diesem Jahr damit begonnen wird, die PPR 2.0 beispielsweise zunächst in den Kalkulationskrankenhäusern einzuführen und dann schrittweise in ganz Deutschland anzuwenden. Ebenfalls müssen die Erwachsenen- und Kinder-PPR 2.0 sowie das intensivpflegespezifische Instrument INPULS zeitgleich eingeführt werden.

Entscheidend wird sein, dass die erwarteten Ergebnisse auch Konsequenzen nach sich ziehen. Die Personaldecke in der Pflege muss sukzessiv aufgebaut werden.“

Ansprechpartnerin: Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR), Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen, Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: (0 30) 398 77 303, Telefax: (0 30) 398 77 304, E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de, Internet: www.deutscher-pflegerat.de


Bundeshaushalt 2023 –

DEVAP fordert ein klares politisches Signal für eine Pflegereform

Der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege e.V. (DEVAP) äußert sich zu Verabschiedung des Bundeshaushalts 2023 am 01.07.2022 und den aktuellen Hochrechnungen von Prof. Dr. Heinz Rothgang für die DAK-Gesundheit:

„Wir brauchen jetzt ein klares Signal für eine nachhaltige und legislaturübergreifende Pflegereform. Um in der Pflege handlungs- und reformfähig zu bleiben, sind dafür die erforderlichen finanziellen Mittel im Bundeshaushalt 2023 bereitzustellen“, so Wilfried Wesemann, Vorsitzender des DEVAP. „Im geplanten Bundeshaushalt sind jedoch keine finanziellen Spielräume für die Pflege vorgesehen. Wenn wir jetzt nichts tun, dann zahlen wieder die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen die prognostizierten Preissteigerungen.“

„Mittlerweile liegen wir bei einem einrichtungseinheitlichen Eigenanteil von durchschnittlich 2.250 € in Deutschland. Die mit der „kleinen“ Pflegereform vereinbarten gestaffelten Zuschläge nach § 43c SGB XI zur Entlastung der Pflegebedürftigen werden spätestens im Herbst 2023 nicht mehr greifen. Grund sind finanzielle Belastungen durch Lohnsteigerungen für Personal und Mehrpersonalisierung durch die Personalbemessungsverfahren, Preissteigerungen sowie Inflationsentwicklungen“, so Wesemann weiter.

Die aktuellen Berechnungen von Rothgang zeigen zudem, dass das bisher erwartete Defizit der Pflegeversicherung aufgrund höherer Ausgaben für die Zuschläge nach § 43c SGB XI im Jahr 2022 nicht bei 2,3 Milliarden Euro, sondern bei drei Milliarden Euro liegen werden. Grund ist eine längere Verweildauer in der stationären Langzeitpflege als ursprünglich im Reformvorhaben kalkuliert. Es ist daher davon auszugehen, dass die Verweildauer nicht gestiegen ist, sondern die Annahmen nicht korrekt waren.

„Diese höheren Ausgaben dürfen jedoch nicht zu einem Reformstau führen, weil die Pflege sonst in wenigen Jahren vor einem Kollaps steht. Stationäre Pflege wird zur Verarmung führen und einen Großteil der Pflegebedürftigen in die Sozialhilfe treiben“ so Wesemann.

„Als Argument für fehlenden finanziellen Spielraum in der Pflege wird von politischer Seite in den vergangenen Jahren gern auch die Corona-Pandemie genannt. Die pandemiebedingten zusätzlichen Kosten werden jedoch in allen anderen Wirtschafts- und Gesundheitsbereichen als gesamtgesellschaftliche Kosten betrachtet und als Steuerzuschuss finanziert, der den Bundeshaushalt verschuldet. Nur in der Pflege fallen diese zusätzlichen Kosten in die gesetzlichen Zuständigkeiten im SGB XI und werden somit von der Pflegeversicherung getragen“, so Wesemann abschließend.

„Hier muss nachgesteuert werden, denn Krisen dürfen nicht zur Handlungsunfähigkeit führen. Dringend notwendige Zukunftsentwicklungen, zu denen sich auch der DEVAP wiederholt geäußert hat, sind zeitnah und gemeinsam auf den Weg zu bringen, um gleichwertige Lebensverhältnisse für hilfs- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland zu schaffen und die Pflegeversicherung zukunftsfest weiterzuentwickeln.“

Der DEVAP hat im Oktober 2020 sein „Strategiepapier DEVAP Altenarbeit und Pflege 2021 bis 2025“ mit sieben Forderungen zur Weiterentwicklung der Pflege veröffentlicht.

Quelle: DEVAP-Pressemitteilung, 27.06.2022


Übergabe  – Der Podcast für die Pflege

ÜG096 – Digitalisierung in der Pflege (Stephanie Raudies & Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler)


Bundesregierung überarbeitet Testverordnung

24. Juni 2022 – Die Bundesregierung wird auch über den 30. Juni hinaus ohne Unterbrechung Bürgertests zur Verfügung stellen, aber die Bedingungen verändern. Die geförderte Möglichkeit zum Test soll weiter helfen, Infektionen und Infektionsketten zu erkennen. Zugleich wird ein effektiverer Einsatz von Steuermitteln sichergestellt und die Qualität der Tests verbessert. Darauf haben sich Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach und Bundesfinanzminister Christian Lindner geeinigt.

Konkret werden die kostenlosen Bürgertests künftig nur noch konzentriert zum Schutz vulnerabler Gruppen angeboten, wie zum Beispiel für den Besuch von Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern sowie für Kleinkinder. Bürgertests für andere Zwecke wie den Besuch von Großveranstaltungen werden mit einem Selbstanteil von 3 Euro belegt.

Die Vergütungen für Teststellen werden reduziert. Darüber hinaus werden umfängliche Qualitätssicherungsmaßnahmen eingeführt.

Dazu erklärt Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach: „Bürgertests tragen wesentlich dazu bei, Corona-Infektionen zu erkennen und Infektionsketten zu unterbrechen. Daher werden sie auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil unserer Schutzmaßnahmen sein. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Tests nicht immer optimal genutzt worden sind. Zum Teil gab es Qualitätsdefizite und Fälle von Betrug. Deshalb setzen wir die Tests künftig gezielter ein und kontrollieren Teststellen effektiver.“ Die Länder sollen die Möglichkeit erhalten, in ihrem Land den Finanzierungsanteil der Bürgerinnen und Bürger zu übernehmen, so Lauterbach.

Bundesfinanzminister Christian Lindner: „Die neue Testverordnung leistet einen Beitrag dazu, die fiskalpolitische Ausnahmesituation der Pandemie zu beenden. Der Einsatz des Geldes der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler wird effektiver werden. Denn es kann nicht alles auf Dauer vom Bund gezahlt werden, weil unsere Möglichkeiten an Grenzen gekommen sind.“

Das Bundesministerium für Gesundheit kalkuliert für die neue Testverordnung im zweiten Halbjahr mit Kosten von 2,6 Milliarden Euro. Das entspricht einer Reduktion um zwei Drittel gegenüber dem ersten Halbjahr dieses Jahres.

Quelle: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/bundesregierung-ueberarbeitet-testverordnung.html


Aktuelle Corona-Regelungen und 7-Punkte-Plan für den Herbst

Da eine flächendeckende Überlastung der Krankenhäuser aktuell nicht zu befürchten ist, gelten die meisten Corona-Schutzmaßnahmen nicht mehr bundesweit. Durch das Infektionsschutzgesetz haben die Bundesländer jedoch die Möglichkeit, regionale Schutzmaßnahmen (Hotspot-Regelung) zu beschließen. Für den Herbst 2022 hat das Bundesgesundheitsministerium zudem einen 7-Punkte-Plan anhand erwartbarer Szenarien entwickelt: Die Corona-Herbststrategie zielt vor allem auf die Entlastung des Gesundheitssystems sowie die Vermeidung schwerer und tödlicher COVID-19-Verläufe. (…)

Der 7-Punkte-Plan für den Herbst

Das Gesundheitssystem nicht überlasten, schwere COVID-19-Krankheitsverläufe und -Todesfälle sowie Long-COVID vermeiden und die kritische Infrastruktur sichern: Dies sind die dringlichsten Ziele im Hinblick auf den Herbst 2022.

Im Fokus des 7-Punkte-Plans des Bundesgesundheitsministeriums steht:

Durchführung einer an die Situation angepassten Impfkampagne ab September 2022 mit dem Ziel, die Impflücke zu schließen und die 4. Impfung zu bewerben, insbesondere in der älteren Bevölkerungsgruppe. Dies basiert auf der Verfügbarkeit passender, gegebenenfalls adaptierter Impfstoffe.

Anpassung des Testkonzepts unter Aufrechterhaltung einer gut erreichbaren Test-Infrastruktur und und Einsatz noch gezielterer Bürgertests. Diese sollen auf symptomatische Personen sowie auf ausgewählte Personengruppen beschränkt werden (z. B. Präventivtestungen in Pflegeheimen und Krankenhäusern, Hotspots, Schwangerschaften im ersten Trimester, Personen mit erhöhter Kontaktexposition, etc.).

Entwicklung eines neuen COVID-19-Behandlungskonzeptes mit dem Ziel, die Sterblichkeit durch eine adäquate und rechtzeitige Behandlung zu reduzieren.

Schutz besonders vulnerabler Gruppen – insbesondere in Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten. Umfassende Versorgungs- und Hygienekonzepte sollen diese schützen und die Einrichtungen für Besuche offenhalten – etwa durch das Einsetzen von Hygienebeauftragten, die rechtzeitige Behandlung Infizierter und die Schutzmaßnahmen „Impfen, Testen, Masken“.

Eine verbesserte, taggleiche Datenmeldung von Krankenhäusern soll das Pandemie-Management optimieren.

Entwicklung eines Schutzkonzeptes für Kinder und Jugendliche. Kitas und Schulen müssen offen bleiben.

Weiterentwicklung des Infektionsschutzgesetzes rechtzeitig bis zum Herbst entsprechend der weiteren Pandemie-Entwicklung. Dabei werden u. a. die Erkenntnisse der Stellungnahme des Corona ExpertInnenrates zur „Pandemievorbereitung auf Herbst/ Winter 2022/23“ berücksichtigt, als auch der Ende Juni erwartete Evaluationsbericht der Sachverständigenkommission nach § 5 Abs. 9 IfSG.

Quelle: Auszug aus: https://www.zusammengegencorona.de/corona-im-alltag/das-infektionsschutzgesetz-und-die-hotspot-regelung/


Ausländische Pflegekräfte nach Deutschland vermittelt

Berlin: (hib/PK) Über das Programm „Triple Win“ zur Anwerbung ausländischer Pflegekräfte sind bislang 3.395 Fachkräfte in Deutschland vermittelt worden. Es handelt sich um Pflegefachkräfte aus Bosnien und Herzegowina, von den Philippinen, aus Serbien und Tunesien, wie aus der Antwort (20/2237) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (20/1754) der Fraktion Die Linke hervorgeht.

Rund 76 Prozent der Fachkräfte wurden den Angaben zufolge in Krankenhäuser vermittelt, rund 22 Prozent in die Altenpflege. Der Anteil an Pflegekräften, die in die ambulante Pflege vermittelt wurden, lag bei einem Prozent.

In Vietnam sind in den Jahren 2020 und 2021 insgesamt 168 junge Menschen für eine Pflegeausbildung in Deutschland angeworben worden, wie aus der Antwort weiter hervorgeht. Zudem wurden Absprachen zur Vermittlung von Pflegekräften aus Indonesien, Indien und Jordanien über das Programm „Triple Win“ unterzeichnet. Diese Fachkräfte werden wegen der nötigen Vorlaufzeiten voraussichtlich erst ab Ende 2022 in Jobs vermittelt. Auf Wunsch Serbiens würden keine Pflegekräfte von dort mehr für das Programm „Triple Win“ rekrutiert.

Vermittlungsabsprachen für die Gewinnung von Pflegefachkräften, die nur von der Bundesagentur für Arbeit (BA) abgeschlossen werden, bestehen aktuell mit Bosnien-Herzegowina, Indien (nur Bundestaat Kerala), Indonesien, Jordanien, Mexiko, Philippinen und Tunesien.

Die Bundesagentur habe programmbasierte Kooperationsvereinbarungen zur Gewinnung von Auszubildenden für die Pflege mit El Salvador und Vietnam abgeschlossen. Ferner würden seit 2018 in Brasilien Pflegefachkräfte angeworben. Die Formalisierung der Rekrutierung werde für dieses Jahr angestrebt.

Quelle: Heute im Bundestag Nr. 325, 24.06.2022


Pflegebevollmächtigte Claudia Moll im Interview

Welche Herausforderungen für die Pflege sieht die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Claudia Moll? Welche Lösungsvorschläge gibt es? Und was wünscht sie sich für die Zukunft der Pflege? Auf diese Fragen geht Claudia Moll im Interview ein. Im Praxisdialog am 28. Juni um 15 Uhr haben Sie die Gelegenheit, mit ihr ins Gespräch zu kommen.
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Quelle: NL Pflegenetzwerk Deutschland, 23.06.2022


Corona-Herbststrategie:

Impfkampagne mit professioneller Pflege umsetzen

Berlin, 23. Juni 2022 – „In der Vorbereitung der Herbststrategie zum Umgang mit der COVID-19-Pandemie täten die politisch Verantwortlichen gut daran, die professionelle Pflege umfassend einzubinden.“ fordert die Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Bernadette Klapper mit Verweis auf die Handlungsempfehlungen des Expert:innenrats „Pflegewissenschaft/Hebammenwissenschaft und Pandemie“ vom 23.06.2022.

„In der heftigen Infektionswelle im vergangenen Winter 2021 hatten wir bei den Bundesministerien angeregt, Pflegefachpersonen am Impfen insbesondere in der Langzeitpflege zu beteiligen. Das bieten wir erneut im Rahmen der Corona-Herbststrategie 2022 an“, so Klapper. Die Pflege hat das notwendige Fachwissen und ist in den Einrichtungen der Langzeitpflege präsent. Sie hat in den ambulanten Pflegediensten Zugang zu vulnerablen Personengruppen. „Wir verstehen bis heute nicht, warum unser Vorschlag damals nicht aufgegriffen wurde. Er war sehr pragmatisch gedacht. Nah am Bewohner, nah in der Häuslichkeit. Zusammen mit der professionellen Pflege hätte man rasch viele Personen erreicht.“ Zur Umsetzung wären lediglich eine befristete Regelung der Heilkundeübertragung und der Leistungsvergütung nötig gewesen. Bei einer erneuten Impfkampagne im kommenden Herbst kann das vorbereitet werden, um das Potenzial der professionellen Pflege zu nutzen. Das ist ein wichtiger Beitrag, um möglichst rasch den umfassenden Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten.

Die heute vorgestellten Handlungsempfehlungen des Expert:innenrat „Pflegewissenschaft/Hebammenwissenschaft und Pandemie“ zum weiteren Umgang mit der COVID-19-Pandemie geben die Richtung vor. Die Expert:innen mahnen außerdem, pflegebedürftige Menschen, Patient:innen und deren Angehörige nicht wieder auszugrenzen. Einrichtungen sollen geöffnet bleiben und je nach Situation mit gezielten Besuchsmöglichkeiten reagieren. Ferner fordert der Rat u.a., die pflegerische Versorgung sicherzustellen und Krisenpläne vorzubereiten. Die Expertise von Pflegefachpersonen und Hebammen soll in allen Entscheidungsgremien und Krisenstäben eingebunden werden. Eine weitere zentrale Forderung zielt auf die Verbesserung der Datenlage, vor allem zur Situation pflegebedürftiger Menschen in der Häuslichkeit und zu Personalzahlen in den unterschiedlichen Pflegebereiche.

Der Expert:innenrat ist vom Deutschen Pflegerate DPR einberufen worden. Die Empfehlungen basieren auf dem internationalen und nationalen pflegewissenschaftlichen und hebammenwissenschaftlichen Diskurs.

Download Handlungsempfehlungen des DPR-Expert:innenrat „Pflegewissenschaft/Hebammenwissenschaft und Pandemie“ (Kurzversion)

https://deutscher-pflegerat.de/wp-content/uploads/2022/06/DPR_Expert_innenrat_Handlungsempfehlungen_kurz_220623.pdf

Download Langversion mit ausführlicher Begründung und Literatur

https://deutscher-pflegerat.de/wp-content/uploads/2022/06/DPR_Expert_innenrat_Handlungsempfehlungen_lang_220623.pdf

Susanne Adjei | Sozialmanagerin | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe – Bundesverband e.V.
adjei@dbfk.de | www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-11 | Fax 030-219157-77


Erste Stellungnahme des Expert:innenrats Pflegewissenschaft/ Hebammenwissenschaft und Pandemie des Deutschen Pflegerats

Vorbereitung auf eine weitere SARS-CoV-2-Welle im Herbst 2022 in der Pflege und im Hebammenwesen

Berlin (23. Juni 2022, Nr. 16/2022) –  Der vom Deutschen Pflegerat e.V. (DPR) einberufene „Expert:innenrat Pflegewissenschaft/ Hebammenwissenschaft und Pandemie“ greift in seiner ersten Stellungnahme das Thema „Vorbereitung auf eine weitere SARS-CoV-2-Welle im Herbst 2022 in der Pflege und im Hebammenwesen“ auf.

Genannt werden 10 Empfehlungen, die klare Steuerungsimpulse für das weitere Pandemiegeschehen enthalten. Deutlich wird, dass die Sektoren der Pflege und des Hebammenwesens erneut vor großen Herausforderungen stehen. Erforderlich sind ein gemeinsames Handeln und eine zeitnahe Vorbereitung, um eine neue pandemische Welle bewältigen zu können.

Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR):

„Die Ergebnisse müssen in die künftigen Entscheidungen der Gesundheitsversorgung mit einfließen. Sie zeigen deutlich, dass die Expertise der Pflegewissenschaft in Deutschland aus den Experten- und Entscheidergremien zur Sicherung der Gesundheitsversorgung nicht mehr ausgeschlossen werden darf. Die Pflege und ihre Expertise muss strukturell, finanziell und personell gestärkt werden.“

Prof. Dr. Thomas Fischer, Evangelische Hochschule Dresden, Sprecher des Expert:innenrats

„Der Schutz von pflegebedürftigen und kranken Menschen vor COVID-19 liegt wesentlich in den Händen von Pflegefachpersonen. Der Umgang mit einer nächsten pandemischen Welle wird nur gelingen, wenn Wissen und Können von Pflegewissenschaft und -praxis endlich in die Ausgestaltung der Eindämmungsmaßnahmen eingebunden werden. Die Verbindung von Infektionsschutz und Wahrung von Würde und Lebensqualität vulnerabler Gruppen sind dabei für uns zentral.“

Die Empfehlungen in der Übersicht:

  • Empfehlung 1: Pflegebedürftige Menschen, Patient:innen und deren Angehörige nicht ausgrenzen
  • Empfehlung 2: Pflegerische und Hebammen-Versorgung auch in der Pandemiewelle sicherstellen
  • Empfehlung 3: Pflegefachpersonen und Hebammen autorisieren, Schutzimpfungen durchzuführen
  • Empfehlung 4: Patient:innen und pflegebedürftige Menschen bestmöglich vor Infektionen schützen
  • Empfehlung 5: Berufliche Expertise der Pflegefachpersonen und Hebammen in alle Entscheidungsgremien und Krisenstäbe einbinden
  • Empfehlung 6: Infektionsgeschehen, Krankheitslast und Sterblichkeit im Hinblick auf COVID-19 lückenlos epidemiologisch erfassen
  • Empfehlung 7: Pflegeforschung und Hebammenforschung fördern, um Entscheidungsgrundlagen zum Umgang mit SARS-CoV-2 zu schaffen
  • Empfehlung 8: Pflegerische und Hebammen-Versorgungsstrukturen innovativ weiterentwickeln
  • Empfehlung 9: Eine interdisziplinäre und sektorenübergreifende Zusammenarbeit fördern
  • Empfehlung 10: Ambulante Hebammenarbeit als systemrelevante, kritische Infrastruktur mitberücksichtigen

Die Empfehlungen richten sich an die Akteure der Gesundheitspolitik und -verwaltung auf Bundes- und Landesebene, Verbände, Kammern und Träger von Einrichtungen im Gesundheitswesen. Sie basieren auf dem internationalen und nationalen pflegewissenschaftlichen und hebammenwissenschaftlichen Diskurs.

Die Empfehlungen in der Kurz- und Langfassung liegen der Anlage bei und stehen auf der Homepage des Deutschen Pflegerats zum Download zur Verfügung (https://deutscher-pflegerat.de/verband/fachkommissionen/).

Hintergrund:

Der Deutsche Pflegerat (DPR) hat im März 2022 einen Expert:innenrat Pflegewissenschaft/ Hebammenwissenschaft und Pandemie einberufen. Damit reagierte der Deutsche Pflegerat darauf, dass die pflegewissenschaftliche Expertise in den Beiräten und Expertenräten auf der Bundesebene während der Corona-Pandemie bislang kaum eingebunden war.

Aufgabe des Expert:innenrats ist es, das weitere pandemische Geschehen durch Stellungnahmen und Empfehlungen zu begleiten und dabei Steuerungsimpulse zu geben. Darüber hinaus soll er analysieren, welche Aspekte dieses krisenhaften Geschehens vertieft beachtet werden, um künftig auf vergleichbare Ereignisse besser vorbereitet zu sein.

Mitglieder des Expert:innenrats:

Prof. Dr. Katrin Balzer (Lübeck), Prof. Dr. Nicola H. Bauer (Köln), Prof. Dr. Christa Büker (Bielefeld), Dr. Martin Dichter (Köln), Prof. Dr. Astrid Elsbernd (Esslingen), Prof. Dr. Thomas Fischer (Dresden) – (Sprecher), Prof. Dr. Margareta Halek (Witten), Prof. Dr. Daniela Holle (Bochum), Prof. Dr. Annegret Horbach (Frankfurt), Prof. Dr. Annett Horn (Münster), Prof. Dr. Uta Gaidys (Hamburg), Andreas Kocks MScN (Bonn), Prof. Dr. Kirsten Kopke (Hannover), Dr. Tobias Mai (Frankfurt a. M.), Prof. Dr. Melanie Messer (Trier), Prof. Dr. Gabriele Meyer (Halle), Prof. Dr. Günter Meyer (Wolfsburg), Dr. Peter Nydahl (Kiel), Dr. Anna-Henrikje Seidlein (Greifswald)

Ansprechpartnerin: Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR), Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen, Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: (0 30) 398 77 303, Telefax: (0 30) 398 77 304, E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de, Internet: www.deutscher-pflegerat.de


Corona-Herbststrategie

Mai fordert Entlastung des Pflegepersonals

23.06.2022 / News – Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz begrüßt die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geplante Corona-Herbststrategie. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte in der Vorwoche einen 7-Punkte-Plan für den Corona-Herbst veröffentlicht. Dieser umfasst u. a. die Impfkampagne, das Testkonzept sowie den Schutz vulnerabler Gruppen. Dazu gehören insbesondere Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste.

Laut dem Präsidenten der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, Markus Mai, ist die Corona-Herbststrategie „absolut zu unterstützen“. Allerdings äußerte er in einer Pressemitteilung der Kammer vom Mittwoch auch Kritik: „Man muss sich schon die Frage stellen, warum die Politik immer solange braucht, um Lösungsansätze auf den Tisch zu legen. Dabei liegen sie auf der Hand.“

Zusätzlich entstehende Kosten im Zuge der Herbststrategie seien vom Staat durch Steuereinnahmen und nicht von Heimbewohnenden oder der gesetzlichen Pflegeversicherung zu finanzieren. Ferner müsse sich die Belegung der Einrichtungen „stringent nach der Verfügbarkeit des Personals“ richten. Mai weiter: „Denn nur durch weniger belastete Pflegefachpersonen und Mitarbeiter anderer Bereiche kann eine gute Hygienesituation erreicht werden. Hygienebeauftragte wirken nämlich nur dann, wenn man das, was sie empfehlen, auch tatsächlich umsetzen kann.“

Erneute Forderung nach allgemeiner Impfpflicht

Mai wiederholte zudem die Forderung nach einer allgemeinen Impfpflicht. Die Krise lasse sich nur bewältigen, „wenn die Intensivstationen und Pflegeeinrichtungen nicht erneut überlastet werden“: „Der Schutz und das Wohlergehen von Pflegefachpersonen hat einen direkten Einfluss auf die pflegerische Versorgung der gesamten Bevölkerung!“

Quelle: https://www.bibliomed-pflege.de/news/mai-fordert-entlastung-des-pflegepersonals


Corona: Jede Woche infizieren sich tausende Pflegekräfte

Immer mehr fallen langfristig aus, weil sie unter Long-Covid- oder Post-Covid-Symptomen leiden. Um diesen Pflegekräften zu helfen, hat die Berufsgenossenschaft ein umfangreiches Reha-Paket geschnürt Mehr erfahren

Quelle: NL pflegen-online.de, 22.06.2022


Landespflegebericht 2023

Hessen will Bedarf der Pflege erfassen

21.06.2022 / News – Hessen plant noch in diesem Jahr eine Studie zur Situation der Pflege im Land. Das geht aus einer Antwort des Sozialministeriums auf eine Kleine Anfrage der SPD-Abgeordneten Daniela Sommer im Hessischen Landtag hervor.

Die Landesregierung wolle sich „ein aktuelles und umfassendes Bild über die konkrete Bedarfslage, Angebotsstruktur sowie über die Bedarfs- und Angebotsentwicklung pflegerischer Versorgung in Hessen machen“, heißt es in der von Sozialminister Kai Klose (Grüne) unterzeichneten Antwort.

Auf dieser Basis wolle die Landesregierung „einen handlungsorientierten Landespflegebericht 2023 erstellen“.

In die Studie sollen einzelnen Versorgungsformen der ambulanten, teilstationären und vollstationären Pflege auch komplementäre Hilfen, Wohn- und Pflegeformen sowie zielgruppenspezifische Angebotsformen mit einfließen.

Pflegebericht 2023: Ist-Zustand und künftige Entwicklungen

Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die Klose zitiert, solle der Pflegebericht 2023 „differenziert nach Landkreisen und kreisfreien Städten“ erstellt werden. Dieser solle nicht nur den Ist-Zustand dokumentieren, sondern laut Klose auch „Vorschläge zur Anpassung der vorhandenen pflegerischen Versorgungsstruktur an künftige, prognostizierte Entwicklungen enthalten“.

Zudem werde das Land noch in diesem Jahr damit beginnen, „das Hessische Ausführungsgesetz zum Pflege-Versicherungsgesetz zu evaluieren und ein am aktuellen Bedarf angepasstes Hessisches Pflegestrukturgesetz zu entwickeln“.

Quelle: https://www.bibliomed-pflege.de/news/hessen-will-bedarf-der-pflege-erfassen


 

 


Deutscher Pflegetag 2022

6. + 7. Oktober 2022, CityCube Berlin

Infos unter: www.deutscher-pflegetag.de
Wir freuen uns, Sie vor Ort oder virtuell in und aus Berlin begrüßen zu dürfen. Spannende Vorträge, wegweisende Diskussionen und inspirierende Personen aus Pflege, Politik und Gesellschaft erwarten Sie! Machen Sie auch ihre Kollegen und Kolleginnen darauf aufmerksam!