ADS-Wocheninformation 13.06.2022

Übergabe – der Podcast für die Pflege

ÜG095 – Empathie in der Pflege (Ludwig Thiry)


Bin ich zum Einspringen verpflichtet?

Die rechtliche Lage

Es ist typisch für Pflegeberufe: Der Dienstplan geht wieder nicht auf, Sie sagen Verabredungen ab, erholen sich nicht. Erfahren Sie, wie Sie beim nächsten Anruf am besten reagieren. Tipps für Pflegekräfte

Quelle: NL pflegen-online, 13.06.2022


Gesetz zur Zahlung eines Bonus für Pflegekräfte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen

Bundesrat billigt Pflegebonus

Pflegekräfte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen erhalten einen einmaligen Corona-Pflegebonus, um die besonderen Belastungen in der Corona-Zeit zu honorieren: Nach dem Bundestag hat am 10. Juni 2022 auch der Bundesrat das Pflegebonusgesetz gebilligt. Es kann daher über die Bundesregierung dem Bundespräsidenten zur Unterschrift vorgelegt und anschließend im Bundesgesetzblatt verkündet werden. Es soll am Tag darauf in Kraft treten.

Bis zu 550 Euro pro Person

Die nach Qualifikation, Arbeitszeit und Nähe zur Versorgung gestaffelte Prämie kann bis zu 550 Euro betragen und ist steuer- sowie abgabenfrei. Den höchsten Bonus erhalten Personen, die Vollzeit in der unmittelbaren Patientenversorgung tätig sind. Bezugsberechtigt sind auch Auszubildende, Freiwilligendienstleistende, Helferinnen und Helfer im freiwilligen sozialen Jahr, Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer, DRK-Schwesternschaften, ebenso Beschäftigte von Servicegesellschaften – sowohl in Krankenhäusern als auch in der Alten- und Langzeitpflege. Insgesamt stehen für den Corona-Pflegebonus eine Milliarde Euro bereit.

Weitere Gesetzesänderungen im Bundestagsverfahren

Der ursprünglich von den Koalitionsfraktionen initiierte Gesetzentwurf wurde während der Bundestagsberatungen um Regelungen ergänzt, die nicht mit dem Bonus zusammenhängen – unter anderem die Verlängerung pandemiebedingter Sonderregelungen in der Pflege und die Einbeziehung der Apotheken in die Regelversorgung mit Grippeschutzimpfungen. Stand: 10.06.2022

Quelle: https://www.bundesrat.de/DE/plenum/bundesrat-kompakt/22/1022/1022-pk.html#top-3


Pflegestreik in NRW

Uniklinika legen Vorschlag zur Entlastung der Pflege vor

10.06.2022 / News – In den seit mittlerweile 7 Wochen andauernden Streik des Pflegepersonals an den Uniklinika in Nordrhein-Westfalen (NRW) kommt Bewegung. Am Freitag haben die 6 Uniklinika einen eigenen Vorschlag für mehr Entlastung des Pflegepersonals vorgelegt. Das teilten sie in einer gemeinsamen Meldung mit. Demnach sollen alle Pflegende in der direkten Patientenversorgung Entlastungstage erhalten, die als freie Tage genommen werden könnten.

5 zusätzliche freie Tage für Pflegepersonal

Konkret sollen den Pflegenden im Schichtdienst in einer ersten Entlastungsstufe 5 zusätzliche freie Tage ermöglicht werden. Gelinge der geplante Personalaufbau und damit auch die Entlastung in der täglichen Arbeit der Beschäftigten, solle sich die Zahl der freien Tage wieder stufenweise reduzieren.

Die Entlastungstage ermöglichten den Pflegenden so lange zusätzliches „Frei“, bis die noch gemeinsam zu vereinbarenden Soll-Besetzungen des Personals erreicht seien. Der vereinbarte Personalaufbau solle dabei in mehreren Stufen erfolgen. Der Pflegedirektor der Uniklinik Bonn, Alexander Pröbstl, erläuterte: „Wir bauen über diesen innovativen Weg Personal auf – wie gefordert und auch von uns gewollt. Wenn wir das nicht im gemeinsam festgelegten Umfang schaffen, bleiben den Beschäftigten die Entlastungstage erhalten. Unsere Pflege kann also nicht verlieren: Entweder freie Tage oder mehr Personal, das entlastet.“

Die Uniklinika wollten den „erheblichen Personalaufbau der vergangenen Jahre“ damit fortsetzen, heißt es dazu in dem Schreiben der Häuser.

Prinzip des Konzepts: Entweder freie Tage oder mehr Personal

Mit dem Ziel einer „nachhaltigen“ Entlastung der Pflege hätten die Einrichtungen der Gewerkschaft Verdi ein Konzept vorgelegt, das die Pflegenden „einfach, unbürokratisch und fair bei ihrer verantwortungsvollen Aufgabe unterstützt“. Der kaufmännische Direktor des Universitätsklinikums Aachen, Peter Asché, führte aus: „Der Weg ist so einfach gestaltet, dass man nicht um einzelne Belastungssituationen streiten und auch keine zusätzliche Bürokratie schaffen muss, um komplizierte Regeln nachzuhalten. Und das Wichtigste: Die Entlastung wirkt sofort.“

Auch der Tarifvertrag Entlastung an der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist u. a. über Entlastungstage geregelt.

Verdi spricht von zähen und schwierigen Verhandlungen

Unterdessen hat Verdi an diesem Freitag zu weiteren Demonstrationen aufgerufen. Mit nach Gewerkschaftsangaben 1.000 streikenden Klinikbeschäftigten wollten sie am Ort der Koalitionsverhandlungen in Düsseldorf und vor dem Finanzministerium demonstrieren. Noch am Mittwoch teilte Verdi mit, die Gespräche mit den Vorständen der Uniklinika gestalteten sich „zäh und schwierig“. Zum aktuell vorliegenden Konzept hat sich Verdi bislang noch nicht geäußert.

Quelle: https://www.bibliomed-pflege.de/news/uniklinika-legen-vorschlag-zur-entlastung-der-pflege-vor


Warum Sonnenschutz immer wichtiger wird

Neue Inhalte auf www.klima-mensch-gesundheit.de zum Thema UV-Strahlung jetzt online

Köln, 10. Juni 2022. Mit dem Klimawandel wird der Schutz vor der Sonne immer wichtiger: Die klimatischen Veränderungen führen dazu, dass vermehrt UV-Strahlung auf die Erdoberfläche und damit auch auf unsere Haut und Augen trifft. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat daher ihr Informationsportal www.klima-mensch-gesundheit.de in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und in Kooperation mit dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) um das Thema UV-Strahlung und UV-Schutz erweitert.

Prof. Dr. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der BZgA: „Übermäßige UV-Strahlung begünstigt das Entstehen von Hautkrebs. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, dass diese Gefahr zunimmt: 2020 gab es rund 81 Prozent mehr Krankenhausbehandlungen aufgrund von Hautkrebs als noch im Jahr 2000. Sonnenschutz wird also immer wichtiger. Unter www.klima-mensch-gesundheit.de informiert die BZgA darüber, wie der Klimawandel die UV-Strahlung beeinflusst und gibt Empfehlungen, wie Menschen sich vor Sonnenschäden schützen können.“

Dr. Inge Paulini, Präsidentin des BfS: „Durch die Klimakrise nehmen Gesundheitsrisiken durch UV-Strahlung auch in Deutschland zu. Unsere Studien zeigen, dass Menschen die Risiken der UV-Strahlung kennen, aber nicht immer entsprechend handeln. Gemeinsame Informationsangebote sind ein Beitrag, um das Thema UV-Schutz nachhaltig im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern. Mit Blick auf die eigene Lebenswelt finden Bürgerinnen und Bürger hier viele Anregungen, um die Prävention von UV-Schäden selbst in die Hand zu nehmen.“

Der Klimawandel verändert die Bewölkungssituation über Deutschland, sodass die Anzahl an Sonnenscheinstunden pro Jahr im Mittel steigt. Dies trägt dazu bei, dass Menschen angesichts des Sonnenscheins und der warmen Temperaturen mehr Zeit im Freien verbringen und sich dadurch vermehrt der UV-Strahlung aussetzen. Ohne Schutz verursacht UV-Strahlung jedoch zahlreiche sofortige und langfristige Erkrankungen an Haut und Augen wie Sonnenbrand, Hautkrebs, Binde- und Hornhautentzündungen oder „Grauen Star“ (Katarakt).

Auf dem BZgA-Informationsportal www.klima-mensch-gesundheit.de finden Bürgerinnen und Bürger qualitätsgeprüfte und unabhängige Informationen zu UV-Strahlung und UV-Schutz und den Zusammenhängen mit dem Klimawandel. Besonders wichtig ist der UV-Schutz für Kinder und Menschen, die im Freien arbeiten oder sich dort häufig aufhalten. Neben Verhaltenstipps bietet das Internetangebot zudem Informationen dazu, wie Lebenswelten sonnengerecht gestaltet werden können, um vor UV-Strahlung zu schützen – beispielsweise durch Sonnensegel oder natürliche Schattenspender wie Bäume. Dies ist besonders für Kitas und Schulen wichtig.

Die Anpassung an den Klimawandel und Klimaschutz ist eine gesellschaftliche Querschnittsaufgabe und erfordert den Einbezug der Kompetenzen und Stärken aller Akteurinnen und Akteuren. Daher hat die BZgA die Inhalte zu UV-Strahlung und UV-Schutz in Kooperation mit dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erstellt. Ziel ist es, umfassend gebündelt über die Zusammenhänge von UV-Strahlung und Klimaveränderungen zu informieren, Handlungstipps zu geben und Orientierung über weiterführende Angebote zu bieten.

Weiterführende Informationen zum Thema:
www.klima-mensch-gesundheit.de
www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/klimawandel-uv/klimawandel-uv_node.html

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) vom 10.06.2022


Streiks in NRW

Mehr Entlastung und Sichtbarkeit für Pflegende

08.06.2022 / News – Der Errichtungsausschuss der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen (NRW) hat sich mit den streikenden Pflegenden an den Uniklinika im Land solidarisiert. Gleichzeitig sei dieser Streik aber auch ein Warnsignal, um der Pflege mehr Gehör zu verschaffen. Professionell Pflegende bräuchten mehr Entlastung und Sichtbarkeit, teilte der Errichtungsausschuss am Mittwoch mit.

Zusammenwirken von Kammern und Gewerkschaften elementar

Das Bewusstsein von Politik und Gesellschaft sei dringend zu schärfen für die Situation in der Pflege und professionell Pflegender. Trotz deutlich spürbarer Auswirkungen der Streiks in den Uniklinika sei die Wahrnehmung in der breiten Öffentlichkeit für diesen Ausnahmezustand noch zu gering.

Die Vorsitzende des Errichtungsausschusses der Pflegekammer NRW, Sandra Postel, sagte: „Nicht überall werden die Hilferufe unserer Berufsgruppe gehört. In großen Teilen der Gesellschaft und der Politik sind die Ohren taub. Die große Aufmerksamkeit, die der Pflege zu Beginn der Corona-Pandemie zuteilwurde, ist längst wieder erloschen. Das ist eine erschreckende Entwicklung.“ Pflege brauche nachhaltige Strukturen, um die Profession wieder sichtbarer zu machen und mehr Entscheidungsfreiheit zu erlangen, forderte Postel. Dabei sei das Zusammenwirken von Kammern und Gewerkschaften elementar.

Quelle: https://www.bibliomed-pflege.de/news/mehr-entlastung-und-sichtbarkeit-fuer-pflegende


DEVAP-Impulspapier: Kompetenzorientierter Personaleinsatz als Chance

Die Pflege ist gefordert jetzt Veränderungsprozesse anzustoßen

Der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege e.V. (DEVAP) veröffentlicht auf seiner Fachtagung „Qualifikationsmix neu denken“ am 08.06.2022 ein Impulspapier zur Aufgabenverteilung und Qualifikation in der Pflege:

„Ein „Weiter so“ ist nicht zielführend – die Pflege ist gefordert jetzt Veränderungsprozesse anzustoßen und den Personaleinsatz anhand der Kompetenzen neu zu strukturieren. Eine qualitativ hochwertige Versorgung in allen Bereichen der Pflege muss dabei erklärtes Ziel aller Akteure in Politik und Praxis sein!“, so Wilfried Wesemann, Vorsitzender des DEVAP.

„Die ambulante und stationäre Langzeitpflege steht vor großen personellen Herausforderungen und Entwicklungen, welche zeitnah eingeleitet werden müssen. Dabei sind verschiedene Faktoren leitend: Die Einführung der generalisierten Ausbildung, die neuen Vorbehaltsaufgaben, die Akademisierung in der Pflege und auch die Einführung der Personalbemessung nach § 113c SGB XI“, so Wesemann weiter. „Dies sind Umbrüche, die eine veränderte Gewichtung im Personaleinsatz zwischen Pflegefach-, Pflegeassistenz- sowie Pflegehilfspersonen und damit eine Neuordnung des professionellen Miteinanders mit sich bringen.“

Auf der DEVAP-Fachtagung „Qualifikationsmix neu denken“ am 08.06.2022 in Kassel wurde ein entsprechendes DEVAP-Impulspapier für ambulanten und stationäre Träger sowie Pflegeschulen zum Thema Aufgabenverteilung und Qualifikation in der Pflege veröffentlicht. Die 90 Teilnehmer diskutierten mit den Referenten über den künftigen kompetenzorientierten Personaleinsatz und die jeweiligen Chancen und Hürden.

„Die aktuellen, gesetzlichen Entwicklungen in der Pflege sind hilfreich, um Veränderungsprozesse bei den Trägern und den Pflegeschulen anzustoßen. Sie sind als Chance zu verstehen, um den steigenden Pflegebedarf bei geringer Personalausstattung auch künftig decken zu können“, so Wesemann abschließend. „Eine Umsetzung der Bausteine in die Praxis ist elementar. Hier sind Politik und Praxis gleichermaßen in der Pflicht, um die Pflege zukunftsfest zu gestalten.“

Der DEVAP hat im Oktober 2020 sein „Strategiepapier DEVAP Altenarbeit und Pflege 2021 bis 2025“ mit sieben Forderungen zur Weiterentwicklung der Pflege veröffentlicht. Eine dieser Forderungen lautet „Einheitliches Personalaufbaukonzept entwickeln: Ausreichend Personal und professionalisierte Mitarbeitende“. Hierzu wurde bereits ein Forderungspapier im Januar 2022 und nun das DEVAP-Impulspapier für Träger und Pflegeschulen veröffentlicht.

Quelle: DEVAP-Pressemitteilung, 09.06.2022


Corona-Expertenrat betont Bedeutung der Pflegeberufe

9. Jun 2022 | Corona – Der Corona-Expertenrat hat sich mit Blick auf eine mögliche neue Coronawelle im Herbst für einen Strategiewechsel ausgesprochen, der auch die Pflege in den Blick nimmt.

Der aus 19 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bestehende Rat betonte insbesondere die Berücksichtigung der Belange der Pflegeberufe: „Ohne eine sichtbare Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufs und anderer Gesundheitsberufe kann absehbar von einer nachhaltigen Versorgungskrise im Gesundheitssystem ausgegangen werden“.

Impfung durch geschulte Pflegefachpersonen

Empfohlen wird unter anderem eine Gesundheitsreform, um übermäßige Arbeitsbelastungen zu reduzieren und die Vergütung anzupassen. Eine Kommission sollte Lösungen entwickeln, wie Berufsausstiege vermieden werden können. Bezüglich SARS-CoV-2- und Influenzaimpfungen empfiehlt der Rat die Einrichtung eines Public-Health-Nurse-Konzepts zu Impfung durch geschulte Pflegefachpersonen.
Der Expertenrat geht davon aus, dass die weitere Entwicklung derzeit nicht verlässlich vorhergesagt werden könne. Die Bevölkerung müsse sich darauf einstellen, dass COVID-19 und andere Atemwegsinfektionen wie die Grippe im Herbst und Winter 2022/23 saisonal bedingt zunehmen.

Regelmäßiges Corona-Screening in Altenheimen

Generell spricht sich der Rat dafür aus, die Test-Strategie anzupassen und die bisher sehr intensive, aber breite und wenig gezielte Testung zu reduzieren. Für Krankenhäuser und Pflegeheime schlägt der Rat ein regelmäßiges Screening auf Corona- und Grippeviren vor. Wer dort positiv getestet ist, sollte nach Ansicht des Rates möglichst direkt eine antivirale Therapie erhalten.
Damit ist die Vermeidung schwerer Krankheits- und Todesfälle durch den Schutz älterer und vorerkrankter Menschen eines der erklärten Ziele. Belastungen der gesamten Gesellschaft sollten hingegen minimiert werden.

Quelle: https://www.altenpflege-online.net/artikel/2022_06/2022_06_09_corona_expertenrat_betont_bedeutung_der_pflegeberufe?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=AHI_AP_NL_20220609


Expertenrat für Strategiewechsel bei Coronamaßnahmen

Berlin – Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung hat sich mit Blick auf eine mögliche neue Coronawelle im Herbst für einen Strategiewechsel bei den Schutzmaßnahmen ausgesprochen. Vom bisherigen Ansatz der Eindämmung solle zu einem Ansatz des… [mehr]

Quelle: NL Ärzteblatt, 08.06.22


Diese Trägheit gefährdet die Gesundheit von Menschen!

DBfK-Präsidentin Bienstein kritisiert Status der hochschulischen Qualifikationen im Gesundheitssystem

08. Juni 2022 – Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) kritisiert anlässlich der gerade veröffentlichten Ergebnisse der „HQGplus-Studie zu Hochschulischen Qualifikationen für das Gesundheitssystem“ und der ersten Sondererhebung des BIBBPflegepanels die viel zu langsame Entwicklung im Bereich der hochschulischen Qualifikationen in den Pflegeberufen in Deutschland. DBfK-Präsidentin Christel Bienstein zu den Ergebnissen:

„Die Weichen für mehr hochschulisch qualifizierte Pflegefachpersonen in der Gesundheitsversorgung müssen politisch gestellt werden. So lange die Studiengänge nicht ausreichend finanziert sind, die Praxiseinsätze nicht vergütet werden und es für die Arbeitgeber:innen keine Anreize gibt, entsprechende Stellenprofile und Vergütungsstrukturen zu entwickeln, bleiben wir ein Entwicklungsland in der Gesundheitsversorgung. Diese Trägheit können wir uns als Gesellschaft nicht leisten, da sie die Gesundheit von Menschen gefährdet. Die Versorgungsbedarfe ändern sich und wir müssen uns sowohl qualitativ als auch quantitativ besser aufstellen. Schon vor zehn Jahren hat der Wissenschaftsrat dies eindrücklich gezeigt. Doch wie wir sehen, geht die Entwicklung viel zu langsam voran.“

2012 hatte der Wissenschaftsrat empfohlen, dass 10–20 Prozent eines Ausbildungsjahrganges in den Gesundheitsberufen akademisch qualifiziert sein sollten, um angemessen auf die veränderten Bedarfe in der Gesundheitsversorgung reagieren zu können. Schon damals wurde auf die zunehmende Bedeutung sektorenübergreifender und interdisziplinärer Versorgung an den Schnittstellen der unterschiedlichen Gesundheitsversorgungsberufe hingewiesen, die neue Anforderungen an die Qualifikation der Beschäftigten stellen.

Deutschland ist weiterhin weit von der empfohlenen Quote entfernt, wie die aktuellen Erhebungen des Wissenschaftsrats und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigen. Laut BIBB lag die Akademisierungsquote in der primärqualifizierenden Pflegeausbildung in 2020 bei 0,82 Prozent. Auch die HQGplus-Studie zeigt die Lücke bis zu einer angemessenen Quote akademisch qualifizierter Pflegefachpersonen: In 2019 studierten lediglich 3,2 Prozent mit dem Ziel, nach ihrer hochschulischen Ausbildung patient:innennah zu arbeiten.

Quellen:

https://www.wissenschaftsrat.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/PM_2022/PM_1322.html

https://datapool-bibb.bibb.de/htmlpages/780291.html

Anja Kathrin Hild | Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe – Bundesverband e. V.
hild@dbfk.de | www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157- 30 | Fax 030-219157-77


 

Interessante Termine

 

queer im alter

Angebote und Fortbildungen zu vielfaltssensibler Pflege und Begleitung; Kostenlosen Online-Infoveranstaltung am 01.12.2022 16:30 Uhr – 18:00 Uhr; weitere Infos unter: https://www.dbfk.de/de/bildungsangebote/termine/2022/Queer-im-Alter-Angebote-und-Fortbildungen-zu-vielfaltssensibler-Pflege-und-Begleitung-kostenfreie-Infoveranstaltung.php