März-Ausgabe der „PflegePositionen“ des Deutschen Pflegerats erschienen
Themen der aktuellen Ausgabe sind:
- Editorial. Wann wird endlich umgesetzt? (von Christine Vogler, Präsidentin des DPR)
- Im Fokus. Primärversorgung: Gemeinsam! (von Pascale Hilberger-Kirlum, Vize-Präsidentin des DPR)
- Würde, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit in der Pflege. Öffentliche Anhörung des Deutschen Ethikrates (DPR)
- News. Expertise für das KDA (KDA) | Trauer um Intensivpfleger (DPR) | Bevölkerung schützen (DPR)
- Aus den Verbänden. Kinder brauchen Sicherheit (DPR)
- Pflegefachpersonalmangel verschlechtert Versorgung. Studienlage seit Jahren eindeutig (DPR)
Ansprechpartner:in: Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats
Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR), Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen, Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: (030) 398 77 303 | Telefax: (030) 398 77 304, E-Mail: info@deutscher-pflegerat.de | Internet: www.deutscher-pflegerat.de
Staffler lehnt Comeback der reinen Altenpflegeausbildung ab
Trägerverbände fordern immer wieder, zur eigenständigen Altenpflegeausbildung zurückzukehren. So auch BPA-Präsident Bernd Meurer anlässlich der aktuellen Azubi-Zahlen vorige Woche. Der Anstieg gehe vor allem auf die Kliniken zurück, während in der Altenpflege Auszubildende „spürbar fehlen“, sagt er. Doch die Pflegebeauftragte Katrin Staffler (Foto) macht wenig Hoffnung auf ein Comeback der getrennten Pflegeausbildungen. Gegenüber Care vor9 sagt sie: „Wir sollten uns stattdessen Gedanken über die Weiterentwicklung des aktuellen Systems machen.“ Care vor9
Quelle: NLCare vor9, 23.03.2026
Gewaltschutz in der Pflege:
Qualitätsausschuss beschließt bundeseinheitliche Empfehlungen
Der Qualitätsausschuss Pflege hat neue Empfehlungen zum Gewaltschutz in stationären Einrichtungen und ambulanten Diensten beschlossen. Sie sollen als Orientierungsrahmen dienen – ohne zusätzliche Verpflichtungen zu schaffen. → weiterlesen
Quelle: NL care konkret daily, 23.03.2026
Konsultationsphase zum Expertenstandard „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz, 1. Aktualisierung“
Eine Expert*innenarbeitsgruppe unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Martina Roes (Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Standort Witten) hat die bisher gültige Fassung des Expertenstandards zur Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz auf Basis einer aktuellen Literaturrecherche auf den Prüfstand gestellt und die Standardkriterien und Kommentierungen an den aktuellen Wissensstand angepasst.
Der Entwurf des aktualisierten Expertenstandards ist bis zum 08. Mai 2026 zusammen mit der Präambel, den Kommentierungen der Standardkriterien sowie der aktuellen Literaturstudie auf unserer Internetseite einsehbar.
► Hier gelangen Sie zur Konsultationsfassung (Expertenstandard und Literaturstudie)
Quelle: https://www.dnqp.de/homepages/homepages-wiso/aktuelles-und-newsletter/#c16353145
Übergabe – Medien für die Pflege
PU115 – Pflegebudget / Update zur Krankenhausreform / Landtagswahl in RLP
Und was es sonst so Neues gibt…
Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens in der Pandemie
Berlin: (hib/JR) Die 18. Sitzung der Corona-Enquetekommission hat sich am Donnerstag den Kernfragen der Pandemiebekämpfung gewidmet. Unter dem Titel „Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems, Impfstrategie und Forschung“ untersuchten die Abgeordneten und Sachverständigen, inwiefern das System auf die Pandemie vorbereitet gewesen ist und ob die verabreichten Impfstoffe gerechtfertigt sowie wirksam waren.
Zur Kapazitätserfassung der Kliniken lobte Christian Karagiannidis das Abwassermonitoring. Dies habe die Einsicht ermöglicht, wie sich Viren verbreiten, sagte der Leitende Oberarzt und Professor für Pneumologie an der Universität Witten/Herdecke. „Ich empfehle, dies unbedingt zu erhalten.“ Ferner habe man eine hohe Bettenkapazität gehabt. „Wir haben das Intensivregister aufgebaut.“ Das habe hervorragend funktioniert. Dennoch kritisierte Karagiannidis, dass Daten dabei immer noch händisch eingegeben werden mussten.
Zur Entwicklung der Impfstoffe gegen das Virus äußerte sich Helmut Sterz kritisch. Der ehemalige Chef-Toxikologe des Pharmaunternehmens Pfizer: „Diese Studien wären allenfalls für ein Killervirus wie Ebola gerechtfertigt gewesen“, und nicht für etwas mit der Wirkung einer Grippe. Er sprach von „vorgetäuscht“ und von einer „Impftragödie“, „Millionen Opfer sind zu beklagen“.
Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rief in Erinnerung, dass laut Weltgesundheitsorganisation WHO rund 15 Millionen Menschen an der Pandemie gestorben seien. Es sei wissenschaftlicher Konsens, dass diese Zahl nicht noch höher gelegen habe – wegen der Impfungen. „Die Sicherheit der Impfung ist gut untersucht worden“, sagte Lauterbach. Die Sterblichkeit sei bei Geimpften gesenkt worden, und „Impfungen führten nicht zu Übersterblichkeit“. Natürlich hätten die Impfungen Risiken mit sich gebracht wie Myokarditis oder Thrombosen – dies aber seien seltene Komplikationen gewesen. „Deutschland ist verhältnismäßig gut durch die Pandemie gekommen.“
Die Forschungslage rund um Corona nahm Maria Vehreschild unter die Lupe. Die Professorin für Infektiologie am Universitätsklinikum Frankfurt bemängelte eine fragmentierte öffentliche Finanzierung und eine defizitäre Digitalisierung. „Krisenbewältigung in der Biomedizin gelingt nur durch das Aufbrechen von Wissenssilos“, sagte Vehreschild und forderte eine kohärente nationale Strategie.
Marcus Wächter-Raquet berichtet über die Aufklärungskampagnen rund ums Impfen. Als Erfolgsfaktor nannte der Fachreferent der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen und Bremen e. V. die kleinräumigen Datenerhebungen in der Hansestadt. In benachteiligten Wohnorten habe es besonders viele Fälle gegeben. „Wir realisierten daraufhin ab Mai 2021 mobile Impfteams.“ Kommunikation, Bindung und Vertrauen seien wichtig, um die Bevölkerung vor den Gesundheitsgefahren einer Pandemie zu schützen.
Auch Lothar Wieler war als Experte eingeladen worden. Der ehemalige Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) nannte die Pandemie eine historische Belastung. „Das Gesundheitssystem in Deutschland ist leistungsstark.“ Aber Gesundheitsdaten sein hierzulande historisch unzureichend vernetzt. Vertrauen und Unterstützung der Bevölkerung seien bei einer Pandemiebekämpfung von fundamentaler Bedeutung. „Dies ließ im Lauf der Pandemie nach“, sagte Wieler, der heute Professor am Lehrstuhl für Digital Global Public Health am Hasso-Plattner-Institut ist.
Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Reinhard Berner, sagte in seinem Eingangsstatement, dass die STIKO einen Beitrag zur Senkung der Sterblichkeit geleistet habe. 25 Empfehlungen seien im Verlauf der Pandemie veröffentlicht worden, wegen immer neuer Impfstoffe und Nebenwirkungen. Berner, der auch Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums an der TU Dresen ist, adressierte auch die jungen Generationen: „Kinder und Jugendliche müssen besser berücksichtigt werden“, mahnte er an. Die STIKO sei personell nicht ausreichend ausgestattet. „Wir brauchen in Deutschland mehr Ressourcen, um die vorhandenen Daten auszuwerten.“
Um künftig besser auf Gesundheitskrisen vorbereitet zu sein, arbeitet die Enquete-Kommission interdisziplinär an der Frage, wie Risikobewertung, Früherkennung und Krisenbewältigung in künftigen Pandemien effektiver gestaltet werden können. Dabei sollen die Erkenntnisse aus den Bereichen Gesundheitswesen, Wirtschaft, Bildung, Soziales, Politik, internationale Zusammenarbeit und öffentliche Kommunikation zusammengeführt werden, um gezielt strukturelle Verbesserungen anzustoßen. Bis Ende Juni 2027 soll die Kommission einen umfassenden Abschlussbericht vorlegen, der konkrete Empfehlungen zur besseren Prävention, zur Bekämpfung zukünftiger Gesundheitskrisen und zur gesellschaftlichen Resilienz enthalten soll. Der Kommission gehören 14 Abgeordnete sowie 14 externe Sachverständige an.
Toxikologe Sterz ging bei der Befragung noch einmal auf die Impfforschung ein und verneinte, dass eine Karzinogenität untersucht worden sei. „Ich finde es sehr bedauerlich, dass keine Alternativuntersuchungen stattfanden.“ Die Zulassung sei laut den RKI-Protokollen im Schnelldurchgang erfolgt, er sprach von „verbotenen Menschenversuchen“ und von vermuteten 60.000 Todesfällen durch Impfungen in Deutschland. Daraufhin sprach Lauterbach von „bestürzenden Äußerungen“ seines Vorredners. „Es war mitnichten so.“ Es gebe keinen Impfstoff, „den wir je auf den Markt gebracht haben, der so intensiv untersucht worden ist“. Es gebe keine Hinweise auf zusätzliche Krebsfälle, Unfruchtbarkeit oder Multiple Sklerose – wie zuweilen von Impfkritikern behauptet. „Was gerade vorgetragen wurde, entbehrt jeder Grundlage.“ Im späteren Verlauf der Befragung präzisierte Lauterbach, dass wichtige Prüfschritte nicht übergangen, sondern verschachtelt worden seien. „Das ging nicht auf Kosten der Sicherheit.“
Ex-RKI-Chef Wieler argumentierte, die Besonderheit des verabreichten Impf-Antigens sei, dass diese Informationen dazu dienen würden, selbst das Antigen anzuregen. Das Prinzip des Impfstoffs sei die Verwendung einer Information. „Man hat keinen Menschenversuch gemacht.“
Pneumologe Karagiannidis berichtete von der Überlastung des Personals in den Krankenhäusern. Einige haben bei uns das Handtuch geschmissen„, erzählte er aus seinem Alltag. “Über 50 Prozent der Beatmeten sind verstorben. Das macht etwas mit einem.„ Als Schlüsselfaktor forderte er psychologische Unterstützung, “nicht nur ein Debriefing„. Die emotionale Belastung sei besonders schwierig gewesen. “Das Gesundheitssystem kommt gut mit kurzfristigen Spitzenbelastungen zurecht.„ Doch bei der Pandemie seien irgendwann Ärzte und Pflegekräfte teilweise nicht mehr damit zurechtgekommen.
Quelle: heute im bundestag – Arbeit und Soziales, Bildung, Familie und Gesundheit – Nr. 44, 20.03.2026
Trotz starken Personalzuwachses keine Entwarnung
Die deutschen Krankenhäuser haben in den vergangenen Jahren massiv Personal aufgebaut. Den größten Zuwachs gab es im Bereich Pflege mit erstmals mehr als 400.000 vollzeitäquivalent Beschäftigten. Trotzdem ist diese positive Entwicklung nicht ausreichend, um die Verluste durch den Abgang der Babyboomer-Generation in die Rente auszugleichen. Das ist eines der Ergebnisse des neue Fachkräftemonitorings von DKG und DKI, das am Donnerstag auf dem DRG-Forum in Berlin vorgestellt wurde.
Zum Fachkräftemonitor 2026: https://www.dkgev.de/themen/personal-weiterbildung/dkg-fachkraeftemonitor/
Quelle : NL 11/26 | DKG Update – Der Newsletter, 20.03.2026
Optimal@NRW –
Positive Teilergebnisse zur Akutversorgung älterer Menschen in Pflegeheimen
Berlin, 20. März 2026 – Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss hat heute beschlossen, die Ergebnisse des Projektes Optimal@NRW zu einer bedarfsgerechteren medizinischen Akutversorgung von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern weiterzuleiten. Vor allem geht es dabei um die positiven Teilergebnisse zur erfolgreich aufgebauten telemedizinischen Netzwerkstruktur sowie zum Einsatz von nicht-ärztlichen Praxisassistentinnen und -assistenten mit Zusatzaufgaben (NäPaZ). Informiert werden das Bundesministerium für Gesundheit, die für den Rettungsdienst zuständigen Ministerien der Länder, der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV).
Zum vollständigen Text der Pressemitteilung
Quelle: G-BA-Infodienst, 20.03.2026
Landespflegekammer Rheinland-Pfalz
Mitgliederbefragung: Ihre Kammer, Ihre Stimme
Wir möchten von Ihnen wissen, was aus Ihrer Sicht wirklich zählt und wo die Kammer besser werden muss. Die Mitgliederbefragung läuft vom 23. März, 0:00 Uhr, bis zum 2. April, 23:59 Uhr. Nehmen Sie teil und bestimmen Sie mit – Ihre Stimme zählt! Jetzt informieren >>
Quelle: NL Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, 20.03.2026
Steigende Ausbildungszahlen
Neuer Rekord: 158.000 Azubis in der Pflege
Es gibt sehr gute Nachrichten vom Ausbildungsmarkt: Zum Stichtag am Jahresende 2025 befanden sich rund 158.000 Personen in einer Pflegeausbildung. Das sind so viele wie noch nie seit Einführung der generalistischen Ausbildung im Jahr 2020. Im Jahr 2025 haben rund 64.300 Menschen eine Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann begonnen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt – etwa 4.900 mehr als im Jahr davor.
Zugleich begeistern sich langsam, aber sicher immer mehr junge Männer für den Pflegeberuf: Ihr Anteil liegt inzwischen bei 29 Prozent, fünf Prozentpunkte höher als zum Start der Generalistik im Jahr 2020. Auch die Pflege-Studiengänge sind (endlich) im Aufwind, jedoch noch auf niedrigem Gesamtniveau. Weitere Infos erhalten Sie HIER.
Quelle: NL Rechtsdepesche, 19.03.2026
Forschungsprojekt: Advocacy in der Pflegeausbildung – Würde wahren
Praxisanleitende in der Pflege sind bei den ethischen Anforderungen in der Pflegeausbildung besonders gefordert. Im Mittelpunkt steht bei diesen Herausforderungen besonders häufig die Wahrung der Würde des zu pflegenden Menschen.
An der Hochschule München hat eine Studierende des Masterstudiengangs Advanced Nursing Practice (ANP) zu diesem Thema das Forschungsprojekt „Advocacy in der Pflegeausbildung – Würde wahren“ entwickelt, für das jetzt insbesondere Praxisanleitende gesucht werden, die am 18. April 2026 Lust und Zeit haben, im Rahmen dieses Forschungsprojekts gemeinsam zu überlegen, wie man anhand der NANDA-Diagnose „Risiko einer beeinträchtigten Menschenwürde“ gute Reflexionsmöglichkeiten für gezielte Anleitungen entwickeln kann …Weiterlesen
Quelle: NL VdPB, 19.03.2026
Rothgang: „Politik handelt gegen die Interessen der Pflegebedürftigen“
Diakonie und der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) fordern von der Bundesregierung eine grundlegende Reform der Pflegefinanzierung. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin warnten sie vor einer massiven finanziellen Schieflage der sozialen Pflegeversicherung und mahnten mehr Tempo bei der geplanten Pflegereform an. Gesundheitsökonom Heinz Rothgang warf der Politik vor, gegen die Interessen der Pflegebedürftigen zu handeln. ►weiterlesen
Quelle: NL Häusliche Pflege 19.03.2026
süV-Vereinbarung greift aus pflegerischer Sicht zu kurz
DBfK: Sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen unter pflegefachlicher Leitung müssen möglich sein
Berlin, 19.03.2026 – Mit der Einigung zwischen dem GKV-Spitzenverband und der Deutschen Krankenhausgesellschaft zum Leistungskatalog für sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen (süV) ist ein wichtiger nächster Schritt in Richtung zukunftsfähige Versorgung erfolgt. Aus Sicht des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) bleibt die Vereinbarung jedoch deutlich hinter dem zurück, was möglich gewesen wäre. Der DBfK kritisiert dabei vor allem die festgelegten Mindestbedingungen für süV: Diese orientieren sich stark an internistisch-geriatrischen Leistungen und ärztlichen Strukturvorgaben, ohne die Möglichkeit einer pflegefachlichen Leitung überhaupt zu berücksichtigen.
„Sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen schließen eine echte Versorgungslücke. Sie können Übergänge von stationärer zu ambulanter Versorgung absichern und die wohnortnahe Basisversorgung gerade für Menschen mit chronischen Erkrankungen und komplexen Pflegebedarfen stärken. Umso problematischer ist es, dass die getroffene Vereinbarung die pflegefachliche Leitung dieser Einrichtungen faktisch ausschließt“, erklärt Vera Lux, Präsidentin des DBfK. Nach Auffassung des DBfK wird damit die Chance vertan, die Krankenhausreform tatsächlich sektorenübergreifend und bedarfsorientiert weiterzuentwickeln. süV sollten als integrierte Einrichtungen verstanden und ausgestaltet werden, in denen interprofessionelle Teams auf Augenhöhe zusammenarbeiten und Versorgung entlang der tatsächlichen Bedarfe der Patient:innen organisieren. Gerade weil ein großer Teil der Menschen, die die süV aufsuchen, vor allem pflegerische Unterstützungs- und Versorgungsbedarfe hat, muss eine Leitung durch qualifizierte Pflegefachpersonen ausdrücklich möglich sein.
APN-Gesetz ist überfällig
Der DBfK fordert deshalb, die Entwicklung sektorenübergreifender Versorgungseinrichtungen eng mit einer Stärkung erweiterter pflegerischer Kompetenzen zu verbinden. Dazu gehört insbesondere, das seit langem notwendige Pflege- und Gesundheitsexperten-Einführungsgesetz (APN-Gesetz) zügig auf den Weg zu bringen. Advanced Practice Nurses (APN) können in integrierten Versorgungssettings eine zentrale Rolle übernehmen: in der Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen, in der Koordination komplexer Pflegeverläufe, an den Schnittstellen zwischen stationärer und ambulanter Versorgung oder auch in leitender Verantwortung.
Deutschland droht hier, international den Anschluss zu verlieren: Ein aktuelles Scoping Review des IGES-Instituts zeigt, dass erweiterte pflegerische Kompetenzen in der ambulanten und gemeindenahen Versorgung international etabliert sind und sich positiv auf Versorgungsqualität und Arbeitszufriedenheit auswirken. Auch die aktuelle Bertelsmann-Studie „Delegation im Praxisteam: Ein starker Hebel für die Sicherung der Versorgung“ unterstreicht, dass weniger arztzentrierte, dafür mehr teamorientierte Versorgung einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann, Versorgungslücken zu schließen.
Nicht verwalten, sondern gestalten
Für den DBfK ist klar: süV können ein wichtiger Baustein einer modernen Gesundheitsversorgung sein. Damit sie dieses Potenzial entfalten, müssen sie konsequent vom Bedarf der Patient:innen her gedacht werden – und das heißt auch, pflegefachliche Kompetenz verbindlich in Versorgung, Steuerung und Leitung zu verankern.
„Hier wird erneut die Gelegenheit verpasst, eine Reform auf den Weg zu bringen, die ihren Namen auch verdient. Wer innovative und tragfähige Versorgungsstrukturen schaffen will, darf hochqualifizierte Pflegefachpersonen nicht weiter auf nachgeordnete Rollen und nur auf Delegation beschränken. Es braucht endlich den politischen Willen, pflegerische Verantwortung auch strukturell anzuerkennen“, so Vera Lux weiter.
Andernfalls, so Lux, bleibe die aktuelle Vereinbarung ein Beispiel dafür, wie notwendige Reformen kleinteilig verwaltet, aber nicht wirklich mutig gestaltet werden.
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Bundesverband e.V., Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin, Tel. +49 30/219157-0, Fax: +49 30/219157-77, E-Mail: dbfk@dbfk.de, Webseite: www.dbfk.de
DKG zur wirtschaftlichen Lage der Krankenhäuser
Kliniken befürchten deutlich steigende Defizite ab Herbst
19. März 2026 – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnt eindringlich vor einer deutlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage aller Krankenhäuser ab dem Herbst. 70 Prozent der Krankenhäuser schreiben schon jetzt rote Zahlen, ein Drittel ist von Insolvenz bedroht. Diese Schieflage belastet zunehmend auch die steuerfinanzierten Kommunalhaushalte und verhindert dringend notwendige Investitionen in die sonstige kommunale Infrastruktur. »
Quelle: https://www.dkgev.de/dkg/presse/
Praxisprojektbericht zum Expertenstandard Kontinenzförderung
Der Praxisprojektbericht zum Expertenstandard „Kontinenzförderung in der Pflege, Aktualisierung 2024“ ist als Printversion verfügbar und kann direkt über unseren Webshop angefordert werden.
Der nun vorliegende Bericht gibt Hinweise zur Arbeit mit dem aktualisierten Expertenstandard und zur Nutzung von Qualitätsindikatoren zur pflegerischen Kontinenzförderung auf der Grundlage des Expertenstandards. Weitere Informationen zum Expertenstandard und dem Praxisprojekt finden Sie hier.
Gleichzeitig ist der Expertenstandard „Kontinenzförderung in der Pflege, Aktualisierung 2024“ nun auch in digitaler Form erschienen und der Bericht zum Praxisprojekt ist Teil dieser Veröffentlichung. Die digitale Fassung kann ebenfalls über den Webshop bestellt werden.
Quelle: DNQP NL, 19.03.2026
Neue Studie: Hunderttausende von verdeckter Pflegearmut betroffen
Vier von fünf Menschen, die regelmäßige Ansprüche auf ‚Hilfe zur Pflege‘ zu Hause hätten, erhalten diese nicht.
19. März 2026 – Wer wenig Geld hat und zu Hause gepflegt wird, bekommt trotz Anspruch oft keine ausreichende finanzielle Hilfe, so eine neue vom Paritätischen Gesamtverband in Auftrag gegebene Studie zum Thema Pflegearmut. Bundesweit erhalten etwa 300.000 armutsbetroffene Pflegebedürftige keine ‘Hilfe zur Pflege’.
Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes: “Unsere Studie zeigt, dass finanzielle Hilfe in der häuslichen Pflege erschreckend oft ausbleibt – obwohl sie dringend gebraucht wird und rechtlich vorgesehen ist. Bund und Länder müssen endlich die Menschen in der ambulanten Pflege in den Blick nehmen und Pflegearmut entschieden bekämpfen.”
Rund 4,9 Millionen Menschen werden in Deutschland zu Hause gepflegt. Etwa 390.000 von ihnen haben Anspruch auf die Sozialleistung ‘Hilfe zur Pflege’, wenn ihr Einkommen und Vermögen zusammen mit den Leistungen der Pflegeversicherung nicht ausreichen, um ihre Bedarfe zu decken. Nur 76.000 Betroffene erhalten diese Hilfe aber tatsächlich. Damit zeigt die neue Studie “Pflegearmut” des Rechtswissenschaftlers Prof. Dr. Klie, dass in der Regel nur einer von fünf Armutsbetroffenen in häuslicher Pflege die ihr zustehende Hilfe bekommt.
Neben Unwissen, Scham und ausbleibender Beratung führen unterschiedliche Verwaltungspraxen der zuständigen Sozial-Ämter zu der von der Studie beleuchteten Unterversorgung, so der Paritätische.
Die Studie ermittelt die Zahl der potenziell Anspruchsberechtigten auf die Sozialleistung ‘Hilfe zur Pflege’ mittels Modellrechnungen, die auf Daten des Statistischen Bundesamtes zur Grundsicherung beruhen.
Dabei zeigen sich regional massive Unterschiede beim Zugang zur ‘Hilfe zur Pflege’: Während im Saarland nur jede zehnte zu Hause gepflegte Person die ihr zustehende Leistung in Anspruch nimmt, ist es in Sachsen-Anhalt jede fünfte und in Hamburg immerhin mehr als jede dritte.
„Derzeit entscheidet die Postleitzahl darüber, wie gut Pflegebedürftige zu Hause unterstützt werden – das ist schlicht ungerecht. Gute Pflege muss überall ermöglicht werden, unabhängig vom Wohnort“, so Rock.
Der Paritätische fordert die flächendeckende Umsetzung der gesetzlichen Ansprüche auf ‘Hilfe zur Pflege’, damit sich die Armut von Pflegebedürftigen nicht weiter verschärft und die Versorgung bei Pflegebedürftigkeit nicht vom Wohnort abhängt. Um das Pflege-System in Deutschland insgesamt aus der Krise zu führen und die Unterversorgung und Armut von Pflegebedürftigen zu bekämpfen, setzt sich der Paritätische Gesamtverband zudem für eine solidarische Pflegevollversicherung sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich ein.
Bessere Gesundheitsversorgung und Pflege sind möglich
Parlamentarischer Abend: Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) und Netzwerk Deutsche Gesundheitsregionen (NDGR e.V.) rücken regionale Innovationen in den Fokus Mehr Gesundheit und bessere Pflege bei hoher Wirtschaftlichkeit sind machbar. Und: Bei vielen Gesundheitsrisiken und Krankheitsbildern ist in den kommenden Jahren mit Verbesserungen zu rechnen. Dies sind gute Botschaften aus der Forschung und … Den ganzen Beitrag lesen: https://kda.de/bessere-gesundheitsversorgung-und-pflege-sind-moeglich/
Quelle: NL KDA, 18.03.2026
Long COVID bei Erwachsenen – eine aktuelle Bestandsaufnahme zu gesundheitlichen Langzeitfolgen nach SARS-CoV-2-Infektion
Langfristige Folgen von SARS-CoV-2 stellen eine wachsende Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar. Etwa 10–15 % der Infizierten entwickeln Langzeitbeschwerden, deren Risiko durch gesundheitliche Vorbelastungen und soziodemografische Faktoren beeinflusst wird. Während viele Symptome innerhalb eines Jahres abklingen, können chronische Beschwerden erhebliche Einschränkungen der Lebensqualität und einen erhöhten Versorgungsbedarf zur Folge haben. Long COVID bleibt somit ein bedeutendes Thema mit weitreichenden Auswirkungen auf Gesundheitssysteme und Bevölkerung. Weitere Informationen finden Sie in dem im Journal of Health Monitoring veröffentlichten Artikel.
Informationen zu Long COVID bietet auch die RKI-Internetseite. Die Antworten auf häufige Fragen (FAQ) zum Thema wurden aktualisiert. Zur Übersicht
Quelle: RKI-Newsletter, 18.03.2026
DBfK fragt auch 2026 wieder: „Pflege, wie geht es dir?“
Jetzt mitmachen: DBfK befragt professionell Pflegende zu Führung und Pflegebudget
Berlin, 18.03.2026 – Wie erleben professionell Pflegende ihre berufliche Situation und was braucht es, damit Führung in der Pflege gelingt? Diesen Fragen geht der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) mit seiner aktuellen Umfrage „Pflege, wie geht es dir?“ 2026 nach.
Der DBfK erhebt mit der Umfrage, wie Pflegefachpersonen in Führungspositionen aktuelle Entwicklungen bewerten bzw. wie beruflich Pflegende ihre Führungspersonen einschätzen. Dazu enthält die Befragung gezielte Fragen für Teilnehmende mit und ohne Führungsverantwortung. Gute Führung ist ein zentraler Faktor für die Arbeitsbedingungen, die Qualität pflegerischer Versorgung und die Zukunftsfähigkeit des Berufs.
Ein zusätzlicher Schwerpunkt der Befragung liegt auf dem Pflegebudget: Der DBfK will gezielt Einschätzungen von Pflegemanager:innen in Krankenhäusern zur Verwendung, Wirkung und Bewertung des Instruments erheben, um einen fachlichen Beitrag zur aktuellen Debatte zu leisten. Zugleich zeigt die anhaltende Debatte um das Pflegebudget, wie wichtig es ist, die Perspektive der professionellen Pflege systematisch einzubeziehen.
Mit der Umfrage „Pflege, wie geht es dir?“ erfasst der DBfK seit 2024 jährlich die Stimmungslage professionell Pflegender in Deutschland. Teilnehmen können alle professionell Pflegenden, einschließlich Auszubildender, Unternehmer:innen und internationaler Kolleg:innen in Anerkennung. Die Erhebung erfolgt vollständig anonym. Die Ergebnisse der Umfrage sollen zum 12. Mai, dem Tag der Pflegenden, vorgestellt werden.
An der Umfrage können Pflegefachpersonen noch bis zum 6.4.2026 teilnehmen: https://de.surveymonkey.com/r/Pflege-wie-geht-es-dir-2026
Hier finden Sie die Ergebnisse aus 2025.
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Bundesverband e.V., Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin, Tel. +49 30/219157-0, Fax: +49 30/219157-77, E-Mail: dbfk@dbfk.de, Webseite: www.dbfk.de
KI im Klinikalltag: Entlastung oder neue Belastung?
Fachkräftemangel, Zeitnot und psychische Belastungen prägen den Arbeitsalltag. KI soll unterstützen – doch wie erleben Ärztinnen, Ärzte und beratende Fachpersonen den KI-Einsatz tatsächlich?
Quelle: NL bgw-online,17.03.2026
Gynäkologische Pflege
Das macht eine Endometriose Nurse
Berufsbild Endometriose Nurse: Spezialisierte Pflegefachpersonen begleiten Betroffene umfassend und stärken Selbstpflege sowie Versorgungsqualität. Lesen
Quelle: NL BibliomedPflege, 17.03.2026
Offener Brief:
Gesundheitsfachberufe fordern Einbindung in den BMG-Fachdialog Primärversorgung
Berlin, 17. März 2026 – Am morgigen Mittwoch findet erneut eine Veranstaltung im Rahmen des Fachdialogs Primärversorgung im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) statt. In einem offenen Brief fordern Gesundheitsfachberufe eine stärkere Einbindung.
Verschiedene Akteur*innen aus dem Gesundheitswesen, darunter auch der Deutsche Hebammenverband (DHV) und der Deutsche Pflegerat (DPR), haben sich vor dem Hintergrund des morgigen Fachdialogs zusammengeschlossen und in einem offenen Brief an Gesundheitsministerin Nina Warken gewandt. Darin weisen sie darauf hin, dass zahlreiche Leistungserbringer*innen der Gesundheitsfachberufe, die im Rahmen der medizinischen, geburtshilflichen und therapeutischen Versorgung elementar für das Gesundheitssystem sind, nicht oder nur am Rande in den Fachdialog eingebunden werden.
In dem offenen Brief nehmen die Fach- und Berufsverbände Ministerin Warken beim Wort und fordern sie auf, die versprochene „frühzeitige Beteiligung aller Akteure” tatsächlich sicherzustellen und die Expertise und wichtige Rolle der Gesundheitsfachberufe in einem tragfähigen Primärversorgungssystem von Anfang an mitzudenken. Denn nur gemeinsam kann es gelingen, die kommenden großen Herausforderungen zu meistern.
Den offenen Brief finden Sie in der Anlage und unter dem folgenden Link: Offener Brief Gesundheitsfachberufe zum Fachdialog Primärversorgung.
Ansprechpartner:in: Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats
Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR), Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen, Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: (030) 398 77 303 | Telefax: (030) 398 77 304, E-Mail: info@deutscher-pflegerat.de | Internet: www.deutscher-pflegerat.de
Pflegeverbände machen Druck bei Finanzierung der Pflege
Die Diakonie und der evangelische Trägerverband Devap kritisieren die Unentschlossenheit der Bund-Länder-AG bei der Pflegefinanzierung. Die Pflege könnte bei den anstehenden Haushaltsverhandlungen für 2027 ins Hintertreffen geraten, warnt Diakonie-Chefin Maria Loheide Ronneberger (Foto). In einer Pressekonferenz der beiden Verbände wirbt Gesundheitsökonom Heinz Rothgang erneut für den Sockel-Spitze-Tausch und erklärt, warum eine Dynamisierung nach seiner Auffassung nicht funktioniert. Care vor9
Quelle: NL Care vor9, 17.03.32026
„Männer kommen in der Pflege schneller in die Führung“
Obwohl in der Pflege überwiegend Frauen arbeiten, sind Männer in Leitungspositionen überrepräsentiert. Maria Loheide, ehemalige Sozialvorständin der Diakonie Deutschland, nennt dafür strukturelle und kulturelle Gründe. Rollenbilder, Arbeitszeitmodelle und Auswahlprozesse beeinflussen demnach die Karrierechancen von Mitarbeitenden. → weiterlesen
Quelle: NL care konkret daily, 17.03.2026
Wichtige Termine:
DGP-Gremientag und DGP-Mitgliederversammlung
27.03.2026. Das Programm finden Sie hier.
ALTENPFLEGE Messekongress
21.- 22. April 2026 | Essen, Jetzt Ticket sichern
BAGFW-Fachtag „Pflege zwischen Fürsorge und Algorithmen
30. April 2026, Anmeldung: Anmeldeformular auf der BAGFW-Webseite
Gesundheitskongress des Westens
6. und 7. Mai 2026 in Köln, Kongressanmeldung für 2026
Fachveranstaltung zum Thema „Gewaltschutz in der Pflege“
18. Mai 2026, 10:30 Uhr – ca. 15:00 Uhr, Arbeiterwohlfahrt e.V. (AWO), Blücherstraße 62-63, 10961 Berlin oder digitale Teilnahme möglich; mehr in Kürze unter: https://gs-qsa-pflege.de/
Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit (HSK)
23. bis 25. Juni 2026 im hub27 (Messe Berlin), Tickets zum Super-Frühbuchertarif
1.bis 2. September 2026: MedCare Leipzig
https://www.medcare-leipzig.de/
17. DGP- Hochschultag
20.11.2026 – Mehr Infos finden Sie hier.
