Nicht nur körperlich krank – wie das Pflegekonsil im Stationsalltag unterstützt
20.Folge des Podcasts „PflegeKraft HD“
Psychische Belastungen machen vor keiner Station halt. Auch auf orthopädischen, neurologischen oder intensivmedizinischen Stationen begegnen Pflegende immer wieder Patientinnen und Patienten, bei denen neben der körperlichen Erkrankung auch psychische Aspekte eine Rolle spielen. Was bedeutet das für den Umgang mit den Betroffenen und den Pflegealltag auf der Station?
In dieser Folge von PflegeKraft HD, dem Pflege-Podcast aus dem Universitätsklinikum Heidelberg, spricht Jana Wagner mit Leonie Bölter und Carsten Scheiner über das psychiatrisch-psychosomatische Pflegekonsil. Das Angebot schlägt eine Brücke zwischen somatischer und psychosozialer Versorgung und hilft Pflegenden, komplexe Situationen besser einzuordnen und sicher zu handeln. Jetzt reinhören! (…)
Quelle: NL Universitätsklinikum Heidelberg, 13.04.2026
Übergabe – Medien für die Pflege
ÜG185 – DACH Austausch in der Pflege (Dr. Sandra Strube-Lahmann)
Arbeit des Kompetenzzentrums Digitalisierung und Pflege
Berlin: (hib/PK) Der Bericht über die Arbeit und Ergebnisse des Kompetenzzentrums Digitalisierung und Pflege im Jahr 2025 liegt als Unterrichtung (21/5000) der Bundesregierung vor. Das Kompetenzzentrum nahm seine Arbeit im Januar 2024 auf.
Die Jahre 2023 bis 2025 seien für das beim Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angesiedelte Kompetenzzentrum eine Zeit des Aufbaus, der Erprobung, des Lernens sowie der ersten Ergebnisse und sichtbaren Erfolge gewesen, heißt es in dem Bericht, der auch die Ergebnisse einer Evaluation beinhaltet.
Demnach sind die ersten Ergebnisse des Kompetenzzentrums positiv einzuschätzen. Dazu zähle der Aufbau eines eigenen Internetauftritts und die Vorbereitung einer Handlungsempfehlung zum Thema Cybersicherheit. Diese solle ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen dazu befähigen, ein ganzheitliches Cybersicherheitskonzept zu etablieren. Damit werde ein relevantes Risikofeld für Leistungserbringer adressiert.
Mit der Bereitstellung des Informationsangebots zur Telematikinfrastruktur (TI) und über Fördermöglichkeiten zur Digitalisierung in der Langzeitpflege unterstütze das Kompetenzzentrum die Pflegeeinrichtungen. Die Expertise zur digital gestützten Pflegeplatzsuche und -vermittlung von Prognos stehe seit Sommer 2025 als Bericht zur Verfügung.
Quelle: heute im bundestag – Arbeit und Soziales, Bildung, Familie und Gesundheit – Nr. 55, 10.04.2026
Forschung
Pflegewissenschaft in DFG-Fächerstruktur aufgenommen
Die Pflegewissenschaft ist in die Fächerstruktur der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen worden. Lesen
Quelle: NL BibliomedPflege, 10.04.2026
„Wir beobachten die Rückführungsdiskussion mit großer Sorge“
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat gesagt, dass rund 80 Prozent der nach Deutschland geflüchteten Syrer so schnell wie möglich in ihr Heimatland zurückkehren sollen. Die Ankündigung beunruhigt Pflegeanbieter: Es rumort nicht nur bei den konfessionellen, auch private Betreiber machen sich große Sorgen. Ein Teil der syrischen Mitarbeiter bei Deutschlands zweitgrößtem Pflegeunternehmen Korian könnten unmittelbar betroffen sein, sagt CEO Christian Gharieb (Foto). Care vor9
Quelle: NL Care vor9, 10.04.2026
Medizinischer Dienst Bund legt neue Richtlinie für Palliativ- und Hospizversorgung vor
Die aktualisierte Begutachtungsrichtlinie für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung und stationäre Hospizversorgung ist in Kraft und verankert einen klaren Perspektivwechsel: weg von der Heilungsorientierung, hin zu Symptomlinderung, Lebensqualität und dem Willen der Betroffenen. → weiterlesen
Quelle: NL care konkret daily, 10.04.2026
Positionspapier veröffentlicht
FinanzKommission liefert Impulse – nachhaltige Reform braucht Struktur und Versorgungslogik
Finanzstabilisierung darf nicht gegen Versorgungssicherung ausgespielt werden
Berlin (09. April 2026, Nr. 19/2026) – Der Deutsche Pflegerat (DPR) erkennt den finanzpolitischen Handlungsdruck in der gesetzlichen Krankenversicherung an. Der Auftrag an die FinanzKommission Gesundheit war klar fiskalisch ausgerichtet: kurzfristige und mittelfristige Stabilisierung der Beitragssätze.
Der DPR sieht darin jedoch eine zentrale Gefahr: Werden Reformen nur fiskalisch ausgerichtet, droht erneut, dass notwendige strukturelle Veränderungen im Gesundheitswesen ausbleiben.
„Der Bericht reagiert auf ein reales Finanzproblem, bleibt aber in einer Logik stehen, die wir seit Jahren kennen: Es wird kurzfristig auf Ausgaben geschaut, ohne die strukturellen Ursachen anzugehen“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. „Das ist das Muster, das uns in die heutige Situation geführt hat.“
Über Jahrzehnte wurden strukturelle Reformen im Gesundheitswesen nicht konsequent umgesetzt – weder in Zeiten finanziellen Drucks noch in Zeiten größerer finanzieller Spielräume. Stattdessen hat sich eine Praxis etabliert: Kostenentwicklung wird kurzfristig adressiert, während grundlegende Versorgungsfragen unbeantwortet bleiben.
Der aktuelle Bericht der FinanzKommission verstärkt diese Entwicklung. Der eng geführte finanzielle Auftrag führt dazu, dass Versorgungslogik, Strukturentwicklung und langfristige Steuerungsfragen nicht ausreichend berücksichtigt werden. Damit droht eine Fortschreibung genau jener Fehlentwicklungen, die heute den Reformdruck erzeugen.
„Wir erleben erneut, dass Reformen aus der Kassenlage heraus gedacht werden – nicht aus der Versorgung heraus. Das wird den Herausforderungen eines alternden und komplexer werdenden Versorgungssystems nicht gerecht“, so Vogler.
Die demografische Entwicklung, steigende Multimorbidität sowie der wachsende Fachkräftemangel erhöhen den Druck auf alle Versorgungsbereiche gleichzeitig. Es reicht nicht mehr aus, einzelne Leistungsbereiche isoliert unter Kostengesichtspunkten zu betrachten.
Besonders kritisch bewertet der DPR die Maßnahmen 26, 27, 28 und 57 des Berichts. Diese betreffen zentrale Bereiche der pflegerischen Versorgung – darunter das Pflegebudget, die Tarifrefinanzierung, pflegeentlastende Maßnahmen sowie pflegesensitive Leistungsbereiche wie Behandlungspflege, außerklinische Intensivpflege sowie Vorsorge und Rehabilitation.
Der DPR kann nicht nachvollziehen, dass die FinanzKommission diese Maßnahmen als Kategorie-A-Maßnahmen ohne erwartbare Auswirkungen auf die Qualität der Versorgung beziehungsweise Steuerungseffekte, Zugang oder Verteilungsgerechtigkeit einordnet.
Kurzfristige Einsparungen ohne strukturelle Anpassungen führen oft zu Versorgungsproblemen und langfristig höheren Folgekosten. Genau das blendet der Bericht aus. Dessen zentrale Schwäche liegt darin, dass Versorgung nicht systemisch gedacht wird. Versorgung funktioniert jedoch in zusammenhängenden Strukturen. Eingriffe an einer Stelle – etwa beim Personal, bei Leistungen oder bei Finanzierungssystematiken – haben direkte Auswirkungen auf andere Bereiche: im Krankenhaus, in der Rehabilitation, in der Langzeitpflege und in familiären Sorgearrangements.
Eine Rückführung des Pflegebudgets in das DRG-System lehnt der DPR entschieden ab. Das Pflegebudget ist kein Fehlanreiz, sondern ein notwendiger Schutzmechanismus gegen strukturelle Fehlsteuerungen der Vergangenheit. Auch Tarifentwicklungen in der Pflege dürfen nicht als Kostenproblem bewertet werden, sondern sind Voraussetzung für Fachkräftesicherung und stabile Versorgung.
Pflegeentlastende Maßnahmen sowie Leistungen in pflegesensitiven Bereichen dürfen nicht unter eine pauschale Kostendämpfungslogik gestellt werden. Hier geht es um Versorgungskontinuität, Prävention von Folgeschäden und die Stabilität ganzer Versorgungsketten. Eine Verlagerung von Lasten in Familien oder andere Sozialleistungssysteme ist keine Reform, sondern eine Kostenverschiebung. Wenn es so gewollt ist, muss es so benannt werden.
Der DPR fordert eine klare Neuausrichtung der Reformperspektive und einen verbindlichen, langfristig angelegten Reformpfad: Finanzstabilisierung muss konsequent mit einer Versorgungslogik verbunden werden. Reformen müssen sich daran messen lassen, ob sie Versorgung sichern, Qualität stärken und langfristig tragfähig sind.
Der DPR stellt sich der Debatte über Priorisierung von Ausgaben. „Unser Problem ist nicht, dass wir über Finanzen sprechen – unser Problem ist, dass wir zu selten über Strukturen und Prioritäten sprechen“, betont Vogler. „Wenn wir jetzt wieder nur fiskalisch reagieren, werden wir in wenigen Jahren vor denselben Problemen stehen. Finanzielle Stabilität ohne Versorgungssicherheit ist kein Erfolg, sondern ein Risiko für die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitssystems.“
Das Positionspapier des Deutschen Pflegerats zum Ersten Bericht der FinanzKommission Gesundheit mit dem Titel „Finanzstabilisierung auf Versorgungssicherung ausrichten. Finanzstabilisierung braucht Versorgungslogik“ finden Sie in der Anlage sowie auf der Website des Deutschen Pflegerats.
Ansprechpartner:in: Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats
Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR), Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen, Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: (030) 398 77 303 | Telefax: (030) 398 77 304, E-Mail: info@deutscher-pflegerat.de | Internet: www.deutscher-pflegerat.de
Pflegeverbände bewerten hohe Spritpreise unterschiedlich
Die ambulanten Pflegeverbände betrachten die hohen Spritpreise unterschiedlich. Einige sehen die Versorgung von Patienten gefährdet, andere fordern staatliche Zuschüsse, um E-Autos anschaffen zu können. → weiterlesen
Quelle: NL care konkret daily, 09.04.2026
DKG zu den Folgen des Iran-Kriegs
Krankenhäusern drohen Engpässe bei Schutzausrüstung
08.04.2026 – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnt vor baldigen Engpässen bei Einmalhandschuhen, Schutzausrüstung und anderen für den Betrieb der Krankenhäuser notwendigen Waren. Ursache dafür sind die unterbrochenen Lieferketten infolge des Krieges im Iran.
So nehmen bereits viele in Ostasien ansässige Hersteller medizinischer Schutzausrüstung keine Bestellungen mehr an. Ihnen fehlt der Nachschub bei den notwendigen erdölbasierten Stoffen wie Naphtha und Ethylen, die zur Herstellung zahlreicher Kunststoffprodukte notwendig sind. Nicht nur Kunststoffprodukte sind betroffen. Warnsignale gibt es unter anderem auch bei der Versorgung mit Helium. Das Gas wird zur Kühlung medizinischer Geräte, vor allem MRT-Scanner, genutzt. Helium ist prinzipiell ein knappes Gut, die unterbrochenen Lieferketten machen die Beschaffung aber noch komplizierter als bisher. Mögliche Lieferengpässe wie zu Beginn der Corona-Pandemie oder nur spürbare Preissteigerungen würden die Krankenhäuser in einer Phase wirtschaftlicher Unsicherheit treffen.
„Dass sich die unterbrochenen Lieferketten noch nicht spürbar auf die Versorgung in den Krankenhäusern auswirken, liegt vor allem an der Vorratshaltung der Kliniken und den Beständen der Händler. Sollte sich die politische Situation aber nicht in absehbarer Zeit entspannen, werden die Einkäufer der Kliniken mit starken Preissprüngen oder gleich leeren Lagern konfrontiert sein. In der jetzigen wirtschaftlichen Lage der Kliniken, die sich durch die jüngst angekündigten Sparvorschläge noch verschärfen wird, wären stark gestiegene Preise kaum zu stemmen. Leider hat die Politik die Lehren aus den Lieferengpässen während der Pandemie noch nicht gezogen. Die damals angekündigte Nationale Reserve Gesundheitsschutz existiert bis heute genauso wenig wie eine relevante europäische Produktion von Schutzausrüstung und medizinischer Verbrauchsgüter. Bereits bekannte Engpässe, etwa bei Einmalhandschuhen, lassen sich zu einem Teil noch durch Desinfektion und verstärkte Handhygiene abfedern. Dennoch muss die Politik jetzt dafür Sorge tragen, dass die Krankenhäuser nicht wieder in eine Situation wie 2020 geraten. Preissteigerungen wie damals können die Krankenhäuser heute unter den derzeitigen wirtschaftlichen Bedingungen nicht noch einmal ohne Weiteres stemmen“, erklärt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, Prof. Dr. Henriette Neumeyer.
Quelle: PM DKG e.V., 08.04.2026
DPR legt Positionspapier zur Primärversorgung vor
Ohne Pflegekompetenz keine zukunftsfeste Versorgung
Berlin (04. April 2026, Nr. 18/2026) – Wer Primärversorgung reformieren will, muss die Profession Pflege konsequent einbinden. Der Deutsche Pflegerat hat dazu das Positionspapier „Primärversorgung zukunftsfest gestalten – Pflegekompetenz konsequent einbinden“ vorgelegt. Die Botschaft ist klar: Ohne Pflegekompetenz gibt es keine zielgerichtete, bedarfsgerechte und nachhaltige Versorgung.
Primärversorgung ist der Teil des Gesundheitswesens, den Menschen unmittelbar erleben: wohnortnah, niedrigschwellig, kontinuierlich und alltagsbezogen. Die Profession Pflege hat hier eine wichtige Schlüsselrolle. In der Primärversorgung geht es um Fachwissen, Kontinuität, Koordination und verlässliche Begleitung auch komplexer Versorgungslagen. Der demografische Wandel, zunehmende Multimorbidität, wachsende Koordinierungsbedarfe und der Fachpersonalmangel im Gesundheitswesen erhöhen diesen Anspruch. Reformen, die pflegerische Kompetenz nicht begreifen bzw. nur am Rand behandeln, greifen zu kurz.
„Zukunftsfeste Primärversorgung entsteht dort, wo Pflege als eigenständige Profession konsequent mitgedacht und eingebunden wird. Pflege gestaltet Versorgung, übernimmt Verantwortung und bringt ihre wissenschaftlich fundierten und rechtlich verankerten Kompetenzen wirksam in das Gesundheitswesen ein. Wer Primärversorgung stärken will, muss diese Kompetenzen selbstständig, verbindlich und auf Augenhöhe nutzen“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats.
Im Zentrum des DPR-Positionspapiers steht, was nötig ist: eine klare Unterscheidung zwischen eigenverantwortlicher professioneller Pflege und delegationsgebundener Assistenz, der konsequente Ausbau von Handlungsfeldern für Advanced Practice Nurses (APN), Community Health Nurses (CHN) und School Health Nurses (SHN) in der Primärversorgung, mehr pflegewissenschaftliche Evidenz in gesundheitspolitischen Entscheidungen, eine rechtssichere Verankerung erweiterter pflegerischer Kompetenzen in der direkten Versorgung sowie eine interprofessionelle Primärversorgung, die die Eigenständigkeit der Professionen achtet.
Der DPR sieht darin die Voraussetzung für eine zielgerichtete, bedarfsorientierte und nachhaltige Reform. Es reicht nicht, Pflege in Reformpapieren zu erwähnen. Eine tragfähige Primärversorgung braucht klare Zuständigkeiten, rechtssichere Verantwortungsstrukturen und eine starke professionelle Pflege in eigenen Handlungsfeldern. Bleiben diese Potenziale ungenutzt, schwächt das die Versorgung von Menschen aller Altersgruppen sowie ihre An- und Zugehörigen und verursacht Folgekosten für das Gesundheitssystem.
„Die aktuelle Diskussion benennt das Problem, bleibt bei den Lösungen aber an entscheidenden Stellen zu ungenau. Jetzt kommt es darauf an, die Kompetenzen der professionellen Pflege nicht nur mitzudenken, sondern konsequent auszubauen und rechtssicher zu verankern. Nur so kann Primärversorgung verlässlich, wirksam und nachhaltig weiterentwickelt werden“, so Vogler.
Mit dem Positionspapier setzt der Deutsche Pflegerat ein klares Signal: Primärversorgung der Zukunft gelingt nur mit einer starken Pflegeprofession – nicht an ihr vorbei!
Das DPR-Positionspapier „Primärversorgung zukunftsfest gestalten – Pflegekompetenz konsequent einbinden“ finden Sie in der Anlage sowie hier auf der Website des Deutschen Pflegerats.
Ansprechpartner:in: Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats
Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR), Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen, Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: (030) 398 77 303 | Telefax: (030) 398 77 304, E-Mail: info@deutscher-pflegerat.de | Internet: www.deutscher-pflegerat.de
Übergabe – Medien für die Pflege
PU116 – BAPID III / Rahmenempfehlung zur Implementierung von APN
Kölner Pflegetalk: Primärqualifizierendes Pflegestudium
Macht der neue Studiengang den Pflegeberuf attraktiver?
Mit dem primärqualifizierenden Pflegestudium steht die Pflege vor einem echten Paradigmenwechsel: Erstmals können angehende Pflegefachpersonen direkt nach dem Abitur ein Studium beginnen, ohne vorher eine klassische Ausbildung zu machen. Ein solches Studium soll an die Katholische Hochschule (Katho) an vier Standorten in Nordrhein-Westfalen kommen. Hierüber sprach Prof. Dr. Volker Großkopf, selbst Professor an der Katho, für unser Video-Format „Kölner Pflegetalk“ mit Prof. Dr. Roland Brühe, Professor für Pflegepädagogik an der Hochschule.
„So ein wichtiges und großes Projekt ist in der Tat nicht ganz so einfach in der Konzeption“, sagt Brühe im Gespräch. Es gehe darum, Hochschule, Praxiseinrichtungen und gesetzliche Vorgaben miteinander zu verzahnen. Mit einem gängigen Vorurteil räumt der Pflegepädagogik-Professor dagegen auf: nämlich, dass sich akademisierte Pflegekräfte vom Patienten entfernen würden. Genau das Gegenteil sei nämlich geplant. „Wir brauchen Leute am Patienten- und Bewohnerbett“, erzählt Brühe weiter. Nur so könne der demografischen Entwicklung und dem Fachkräftemangel etwas entgegengesetzt werden. In unserem ARTIKEL erreichen Sie die neueste Ausgabe des „Kölner Pflegetalk“!
Quelle: NL Rechtsdepesche, 02.04.2026
Pflegekammer in der Krise
Mitgliederbefragung in Rheinland-Pfalz abgebrochen
Dass es momentan rund um die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz rumort, wäre noch stark untertrieben: Unter erheblichem öffentlichen Druck hat die Pflegekammer RLP, die seit 2016 bestehende älteste berufsständische Vertretung auf Bundesländer-Ebene, ihre Mitgliederbefragung abgebrochen, nachdem rund 5600 der etwa 40.000 Mitglieder schon ihre Stimme abgegeben hatten. Technische Probleme, Kritik an Fragen und Laufzeit begleiteten den Ablauf der Umfrage. Dann ist auch noch ein Vorstandsmitglied zurückgetreten.
In der Befragung geht es um den Fortbestand oder Nicht-Fortbestand der Pflegekammer. Die bisherigen Abstimmungen gingen für die Kammern nicht gut aus: In Niedersachsen und Schleswig-Holstein hatten in den vergangenen Jahren die Mitglieder mehrheitlich für die Auflösung der jeweiligen Landeskammern votiert. Neben Rheinland-Pfalz gibt es nur noch in NRW eine klassische Pflegekammer; in Bayern gibt es als Sonderform einen Pflegering, die „Vereinigung der Pflegenden in Bayern“ (VdPB), die ohne Pflichtmitgliedschaft und Mitgliedsbeiträge auskommt.
Damit aber noch nicht genug der Hiobsbotschaften für die Landespflegekammer: Das Verwaltungsgericht Koblenz hat die Beitragserhebung der Pflegekammer Rheinland-Pfalz für das Jahr 2025 für rechtswidrig erklärt. Je nach Monatsverdienst werden, in sieben Stufen, Jahresbeiträge zwischen 35 und 354 Euro fällig. Erstmals seit ihrer Gründung hatte die Kammer 2024 die Beiträge angehoben – um 18 Prozent.
Weitere Infos rund um das abgebrochene Mitgliedervotum erhalten Sie HIER. In einem weiteren ARTIKEL geht es um das Verwaltungsgerichts-Urteil zu den Beitragsbescheiden.
Quelle: NL Rechtsdepesche, 02.04.2026
Prävention von ICU-acquired weakness
Unser Briefing zeigt, wie evidenzbasierte Pflegeinterventionen ICU-acquired weakness vorbeugen, Mobilität fördern und den Genesungsverlauf verbessern. Die Studie belegt: Frühmobilisation und strukturierte Pflege stärken Patient:innen nachhaltig. Im Browser ansehen
Quelle: NL Übergabe, 02.04.2026
BAGFW-Fachtag „Pflege zwischen Fürsorge und Algorithmen“ am 30. April 2026 geht online – noch Plätze frei
Der BAGFW-Fachtag „Pflege zwischen Fürsorge und Algorithmen“ am 30. April 2026 wird online stattfinden. Damit ermöglichen wir mehr Interessierten am Fachtag teilzunehmen.
Im ersten Teil der Veranstaltung erwartet Sie eine Einführung in die rechtlichen Grundlagen des EU AI Act gefolgt von Einblicken in Funktionsweisen, Einsatzmöglichkeiten und Herausforderungen konkreter KI-gestützter Anwendungen.
Im zweiten Teil der Veranstaltung steht nicht die Technologie, sondern die Pflege im Fokus. Bevor wir beurteilen können, welchen Beitrag Künstliche Intelligenz in der Pflege leisten kann, müssen wir uns darüber verständigen, was Pflege im Kern ausmacht – jenseits von Routinen, Dokumentation und Effizienzlogiken.
Expert:innen aus Politik, Wissenschaft und Pflegepraxis ordnen gemeinsam mit Ihnen die Pflege von morgen ein – im Spannungsfeld zwischen Fürsorge und Algorithmen.
Der Fachtag richtet sich vorrangig an Pflegefachpersonen aus den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege. Teilnehmende erhalten ein Zertifikat über eine Basisschulung gemäß den Anforderungen des EU AI Act.
Termin: 30. April 2026, 09:30 bis 15:00 Uhr, Ort: online
Die Anmeldung ist ab sofort über das Anmeldeformular auf der BAGFW-Webseite möglich. Die Teilnahmegebühr beträgt neu: 75,00 Euro.
Quelle: BAGFW
Keine Sanierung der GKV auf Kosten der Pflege
DBfK: FinanzKommission will bei Pflegepersonal kürzen und verkauft das als folgenlos
Berlin, 31.03.2026 – Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) kritisiert die Vorschläge der FinanzKommission Gesundheit scharf. Besonders die geplante Wiedereingliederung der Pflegepersonalkosten in das DRG-System ist aus Sicht des DBfK ein massiver gesundheitspolitischer Rückschritt. Die Kommission ordnet diese Maßnahme ausgerechnet der Kategorie A zu – also Einsparungen „ohne erwartbare Auswirkungen auf die Qualität der Versorgung“ – obwohl sie selbst von einem Pflegepersonalabbau ausgeht. Das ist fachlich nicht haltbar und angesichts der bekannten Risiken von Personalunterbesetzung schlicht unerhört.
„Wer ernsthaft behauptet, weniger Pflegepersonal beeinträchtige die Versorgungsqualität nicht, ignoriert die Realität in den Krankenhäusern“, sagt Vera Lux, Präsidentin des DBfK. „Pflegepersonalabbau bedeutet mehr Druck, mehr Risiko und weniger Sicherheit für Patientinnen und Patienten.“
Aus Sicht des DBfK sendet die Kommission damit ein fatales Signal: Statt die Finanzierung der professionellen Pflege verlässlich weiterzuentwickeln, soll ein Schutzmechanismus wieder geschwächt werden, der gerade deshalb geschaffen wurde, weil Pflege im DRG-System über Jahre unter erheblichen ökonomischen Druck geraten war. „Das DRG-System hat in der Vergangenheit dazu beigetragen, pflegerische Versorgung nahezu kaputtzusparen. Wer heute ernsthaft eine sichere und qualitativ hochwertige Krankenhausversorgung will, darf diesen Irrweg nicht noch einmal einschlagen“, so Lux. Besonders kritisiert der DBfK, dass erneut bei der Pflege angesetzt wird, anstatt strukturelle Fehlanreize im System konsequent zu beseitigen: „In den vergangenen Jahren wurden Milliardenbeträge in das System gegeben, ohne die grundlegenden Probleme zu lösen, beispielsweise ökonomische Fehlanreize wie Mengenausweitungen, den Fokus auf lukrative Eingriffe oder die Vernachlässigung von Prävention konsequent anzugehen. Dieses Geld jetzt ausgerechnet in der Pflege einzusparen, ist Ausdruck politischer Handlungsunfähigkeit – und diese wird erneut auf dem Rücken der Pflege und letztlich der Patentinnen und Patienten ausgetragen.“
Probleme werden nicht gelöst, sondern verschärft
Besonders brisant: Die Kommission geht selbst davon aus, dass die Umsetzung ihrer Empfehlung mit einem Abbau von Pflegepersonal einhergehen dürfte. Gleichzeitig unterstellt sie, freiwerdende Kapazitäten würden „sehr wahrscheinlich“ anderswo wieder übernommen. Das ist Wunschdenken ohne jede pflegefachliche Absicherung. Dies macht deutlich, worum es der Kommission im Kern geht: nicht um eine rein technische Systemkorrektur, sondern um einen Eingriff mit unmittelbaren Folgen für Arbeitsbelastung, Versorgungsqualität und Patient:innensicherheit. Die FinanzKommission veranschlagt für die Wiedereingliederung der Pflegepersonalkosten eine Finanzwirkung von 0,6 Milliarden Euro im Jahr 2027 und 3,0 Milliarden Euro bis 2030. Parallel soll auch die zusätzliche Vergütung für pflegeentlastende Maßnahmen gestrichen werden – mit weiteren 0,7 Milliarden Euro im Jahr 2027 und 0,9 Milliarden Euro bis 2030. Wer so vorgeht, spart nicht abstrakt im System, sondern ganz konkret bei der Pflege am Bett. „Eine Finanzierung, die erneut Druck auf den Personaleinsatz erzeugt, verschärft die Probleme in den Krankenhäusern, statt sie zu lösen“, betont Vera Lux. Rationierung erfolgt so nicht unmittelbar bei Patienten, aber mittelbar doch, nämlich über die Verknappung von professioneller Pflege.
Der DBfK weist zudem die Behauptung zurück, im Pflegebereich sei Personal in problematischem Umfang über Bedarf aufgebaut worden. Diese Schlussfolgerung beruht auf einer fragwürdigen Datengrundlage. „Der herangezogene Pflegelastkatalog bildet nicht den tatsächlichen Bedarf ab, sondern lediglich die Realität jahrzehntelanger Unterbesetzung. Daraus abzuleiten, es gebe zu viel Pflegepersonal, ist schlicht falsch und irreführend“, betont Lux. Mit der Einführung der PPR 2.0 liege erstmals ein Instrument vor, das den tatsächlichen Pflegebedarf annähernd erfassen könne – das Instrument befindet sich aber noch in der Einführungsphase.
Die Realität in den Kliniken ist zudem eine andere: Vielerorts arbeiten Pflegefachpersonen seit Jahren unter hoher Verdichtung, mit personellen Engpässen, kurzfristigen Umplanungen und anhaltender Überlastung. Von einer stabilen, bedarfsgerechten Personalausstattung kann keine Rede sein.
Wer Pflege schwächt, schwächt das Krankenhaus
Der DBfK fordert stattdessen, das Pflegebudget nicht zurückzudrehen, sondern gezielt weiterzuentwickeln. Nötig sind klare Regeln dafür, welche pflegerischen Leistungen zu berücksichtigen sind, eine konsequente Entlastung von pflegefremden Aufgaben, die verbindliche Orientierung an bedarfsgerechter Personalbemessung und eine Refinanzierung, die Qualität absichert, statt sie unter Finanzierungsvorbehalt zu stellen.
Der DBfK fordert die politisch Verantwortlichen daher dringend auf, die Vorschläge der FinanzKommission Gesundheit im Bereich Pflege nicht zu übernehmen: „Wer Pflege schwächt, schwächt das Krankenhaus“, sagt Lux. „Eine Reform, die bei der größten Berufsgruppe im Gesundheitswesen kürzt und das als qualitätsneutral verkauft, ist keine Lösung, sondern ein Frontalangriff auf die Profession Pflege und eine sichere Versorgung.“
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Bundesverband e.V., Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin, Tel. +49 30/219157-0, Fax: +49 30/219157-77, E-Mail: dbfk@dbfk.de, Webseite: www.dbfk.de
Positionspapier veröffentlicht
Deutscher Pflegerat: Pflegerische Diagnostik ist Grundlage eigenverantwortlicher Pflege
Berlin (30. März 2026, Nr. 17/2026) – Der Deutsche Pflegerat (DPR) hat ein Positionspapier zur pflegerischen Diagnostik im Rahmen des „Gesetzes zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege“ (BEEP) veröffentlicht. Das BEEP stellt klar: Pflegefachpersonen können bei entsprechender Qualifikation bestimmte Leistungen nach ärztlicher oder nach pflegerischer Diagnose eigenverantwortlich erbringen. Dies stärkt den Heilberuf Pflege und die Pflege als Profession. Gleichzeitig verbessert es die pflegerische Versorgung, da pflegerisches Handeln somit ausdrücklich auch auf eigenen pflegerischen Diagnosen fußt.
Der Deutsche Pflegerat begrüßt, dass die pflegerische Diagnostik mit dem BEEP erstmals gesetzlich klar aufgegriffen wurde.
„Dass das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege erstmals Leistungen nach pflegerischer Diagnose nennt, ist von großer Bedeutung, betont Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. „Es wird damit klargestellt: Pflegefachpersonen können bei entsprechender Qualifikation bestimmte Leistungen eigenverantwortlich auf Grundlage pflegerischer Diagnosestellung erbringen. Pflegerisches Handeln ist damit auch das Ergebnis eigener pflegerischer Diagnostik. Das muss jetzt in der Versorgungspraxis ankommen.“
Das gemeinsame Positionspapier der Fachkommissionen „Pflegebildung & Pflegewissenschaft“ sowie „Digitalisierung in der Pflege“ des Deutschen Pflegerats rückt Begriff, Funktion und Bedeutung der pflegerischen Diagnostik in den Mittelpunkt. Es beschreibt, was nötig ist, damit der gesetzliche Auftrag fachlich tragfähig umgesetzt werden kann. Ziel ist, dass Pflegefachpersonen im Gesundheitssystem eigenverantwortlich handeln können – nur so lässt sich Versorgung bedarfsgerecht und qualitätsgesichert gestalten, auf einer klaren professionellen Grundlage und im interprofessionellen Zusammenspiel mit anderen Gesundheitsberufen.
Pflegerische Diagnostik macht professionelle Pflege sichtbar
Pflegerische Diagnostik ist ein zentraler Bestandteil professioneller Pflege. Sie hilft, Pflegebedarfe früh zu erkennen, Versorgung gezielt zu planen und Qualität sichtbar zu machen. Sie verbessert damit die Entscheidungsqualität und erhöht die Sicherheit der Versorgung. Sie strukturiert Entscheidungen, macht Versorgungsverläufe nachvollziehbar und schafft die Grundlage für eigenverantwortliches pflegerisches Handeln. Zugleich macht sie pflegefachliche Beiträge in interprofessionellen Versorgungsprozessen sichtbar und anschlussfähig.
Der DPR betont: Ohne pflegerische Diagnostik droht Pflege weiterhin auf einzelne Verrichtungen reduziert zu werden. Pflegerische Diagnostik ist die fachliche Voraussetzung dafür, dass Pflegefachpersonen Bedarfe eigenständig feststellen, daraus pflegerische Diagnosen ableiten und Versorgung verantwortlich gestalten können. Sie gehört damit zum Kern professioneller Pflege und zur Pflegeprozessverantwortung.
Hohe Expertise aus der Profession
Das Positionspapier wurde von zwei hochkompetenten DPR-Fachkommissionen erarbeitet: „Pflegebildung & Pflegewissenschaft“ sowie „Digitalisierung in der Pflege“. In beiden Gremien arbeiten Expert:innen aus allen Feldern der Pflege aus ganz Deutschland. Sie kennen diagnostische Prozesse aus Praxis, Bildung, Wissenschaft und Management ebenso wie deren digitale Abbildung.
„Es gibt kaum eine bessere Expertise als die derjenigen, die wir in den DPR-Fachkommissionen gebündelt haben und die pflegerische Diagnostik in Praxis, Bildung, Wissenschaft und Digitalisierung seit Jahren fachlich tragen und weiterentwickeln. Dieses Wissen muss jetzt verbindlich in die Umsetzung einfließen.“
DPR fordert federführende Einbindung bei der weiteren Ausgestaltung
Der Deutsche Pflegerat erwartet, bei allen grundlegenden Regelungen zur pflegerischen Diagnostik, zu digitalen Anforderungen und zu den daraus abgeleiteten Rahmenbedingungen federführend einbezogen zu werden. Der DPR will diesen Prozess aktiv mitgestalten und dazu beitragen, dass die beschriebenen Grundlagen in der Versorgungspraxis wirksam werden. Denn wenn pflegerische Diagnostik künftig wirksam in der Versorgung, Bildung und Digitalisierung verankert werden soll, braucht es nicht nur gesetzliche Klarheit, sondern auch eine konsequente fachliche Weiterentwicklung aus der Pflege und auf Grundlage des Positionspapiers heraus.
Dazu gehören aus Sicht des DPR:
- klare gesetzliche und leistungsrechtliche Grundlagen,
- die verbindliche Verankerung in Ausbildung, Studium sowie Fort- und Weiterbildung,
- die konsequente Weiterentwicklung der pflegerischen Fachsprache,
- digitale Systeme, die pflegefachliche Entscheidungen unterstützen, aber nicht ersetzen,
- sowie Rahmenbedingungen, die pflegerische Eigenverantwortung, Pflegeprozessverantwortung und qualifikationsgebunden erweiterte Verantwortung im Rahmen der Vorbehaltsaufgaben fachlich tragfähig absichern.
Das Positionspapier macht deutlich: Pflegerische Diagnostik kann nur dann wirksam, nachvollziehbar und sektorenübergreifend anschlussfähig werden, wenn sie auch digital tragfähig abgebildet wird. Dafür braucht es einen einheitlichen pflegefachlichen Sprachraum, klare Begriffe und interoperable Systeme. Nur so lassen sich pflegerische Einschätzungen nachvollziehbar dokumentieren und in der Versorgung wirksam nutzen.
Hintergrund
Das Positionspapier „Zum Begriff der pflegerischen Diagnostik im Rahmen des Gesetzes zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP)“ wurde vom Deutschen Pflegerat veröffentlicht. Es wurde von den Fachkommissionen „Pflegebildung & Pflegewissenschaft“ sowie „Digitalisierung in der Pflege“ konsentiert.
Das Positionspapier finden Sie in der Anlage sowie auf der Website des Deutschen Pflegerats.
Ansprechpartner:in: Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats
Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR), Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen, Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: (030) 398 77 303 | Telefax: (030) 398 77 304, E-Mail: info@deutscher-pflegerat.de | Internet: www.deutscher-pflegerat.de
Studie: „Hilfe zur Pflege“ erreicht viele Betroffene nicht
Grundlegende Versorgungs- und Finanzreform der Pflege, Stärkung der Kommunen als Anker#KDAgegenArmut
Der Paritätische Gesamtverband hat gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Klie, Sozial- und Rechtswissenschaftler sowie Mitglied im Kuratorium des KDA, die Studie „Armut in der häuslichen Pflege“ vorgelegt. Die zentralen Ergebnisse: Hunderttausende pflegebedürftiger Menschen leben am Existenzminimum. Verdeckte Pflegearmut ist weiter verbreitet, als bisher bekannt. Und ein erheblicher Teil der Anspruchsberechtigten … Den ganzen Beitrag lesen: https://kda.de/studie-hilfe-zur-pflege-erreicht-viele-betroffene-nicht/
Quelle: NL KDA, 29.03.2026
Übergabe – Medien für die Pflege
ÜG184 – Soziologische Pflegeforschung (Dr. Alina Schmitz)
Posteraktion. Jetzt einreichen: Zeigen Sie, wie Pflege wirkt
Call for Abstracts zum Deutschen Pflegetag 2026 gestartet
Berlin (27. März 2026, Nr. 16/2026) – Was Pflege täglich leistet, entscheidet über Versorgung – sichtbar ist es zu selten. Das ändern wir!
Pflege wirkt. Jeden Tag. In der Versorgung, in Teams, in Organisationen. Doch genau diese Wirkung bleibt im Gesundheitssystem oft im Hintergrund. Wer sie sichtbar macht, verbessert Versorgung spürbar.
Der Deutsche Pflegerat (DPR) lädt Pflegefachpersonen, Auszubildende und Studierende der Pflege sowie weitere Akteur:innen aus Praxis, Bildung und Wissenschaft ein, ihre Erfahrungen, Projekte und Ideen aus der Pflege einzureichen – für die Posterausstellung auf dem Deutschen Pflegetag 2026 am 12. und 13. November 2026. So gestalten sie den Deutschen Pflegetag aktiv mit.
Gesucht werden Beiträge zum Motto „#Pflege.Wirkt – Impulse der Profession zum Wandel in der Gesundheitsversorgung“.
Was Sie in Ihrem Arbeitsalltag erreichen, ist wertvoll. Auch kleine, praxisnahe Ansätze gehören auf diese Bühne. Was Sie verbessern, entwickeln oder neu denken, verdient Sichtbarkeit. Ob in der Praxis, Lehre, Forschung oder im Management: Entscheidend ist, zu zeigen, was wirkt und wie Pflege die Versorgung weiterentwickelt.
„Pflege gestaltet Versorgung täglich – oft unter schwierigen Bedingungen. Mit der Posterausstellung machen wir diese Leistung sichtbar und schaffen Raum, voneinander zu lernen“, sagt Pascale Hilberger-Kirlum, Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats.
Klar. Konkret. Wirkungsvoll.
Reichen Sie in einem ersten Schritt ein Abstract mit maximal 2.000 Zeichen ein – kurz, verständlich und auf den Punkt gebracht. Beschreiben Sie die Ausgangslage, Ihr Vorgehen, die Ergebnisse und was sich konkret verändert hat. Sie brauchen kein großes Forschungsprojekt. Entscheidend ist, dass sichtbar wird, was wirkt – für Patient:innen, Pflegebedürftige, An- und Zugehörige sowie für Abläufe, Teams und Organisationen. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsfachberufen kann im Fokus stehen.
Ihre Idee auf dem Deutschen Pflegetag
Die ausgewählten Abstracts werden auf dem Deutschen Pflegetag 2026 präsentiert – als Poster, im Austausch beim „Poster Walk“ und im Voting durch die Teilnehmenden des Deutschen Pflegetags. Die besten Beiträge werden ausgezeichnet.
Sie zeigen, was Pflege kann – auf dem Deutschen Pflegetag 2026. Und darüber hinaus in der fachlichen und gesundheitspolitischen Diskussion, wo Versorgung gestaltet wird.
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Reichen Sie Ihr Abstract bis zum 1. Juli 2026 über das Online-Portal des Deutschen Pflegerats ein. Eine Fachjury bewertet die Beiträge nach Qualität, Relevanz, Innovationsgrad und Übertragbarkeit. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Deutschen Pflegerats.
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Ansprechpartner:innen: Pascale Hilberger-Kirlum, Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR), Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen, Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: (030) 398 77 303 | Telefax: (030) 398 77 304, E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de | Internet: www.deutscher-pflegerat.de, Social Media DPR: Instagram | LinkedIn | YouTube | Bluesky
Mindeststandards in der Pflege nicht abschaffen
DBfK kritisiert Vorstoß zur Streichung der PpUGV aus den Qualitätskriterien des KHAG scharf
Berlin, 26.03.2026 – Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) kritisiert den Vorstoß aus Mecklenburg-Vorpommern im Bundesrat deutlich, die Einhaltung der Pflegepersonaluntergrenzenverordnung (PpUGV) als Qualitätskriterium für die Zuweisung von Leistungsgruppen im Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) zu streichen. Damit würde ausgerechnet die unterste rote Linie der pflegerischen Personalausstattung wieder zur Disposition gestellt.
„Wer jetzt an Mindeststandards in der Pflege sparen will, gefährdet die Versorgungsicherheit von Patientinnen und Patienten“, sagt Vera Lux, Präsidentin des DBfK. „Die PpUG sind kein Nebenschauplatz, sondern markieren das absolute Minimum dessen, was in pflegesensitiven Bereichen personell überhaupt noch vertretbar ist. Es ist unerhört, ein bereits beschlossenes Qualitätskriterium nun wieder infrage zu stellen, nur weil einzelne Häuser befürchten, dass anhaltender Personalmangel nicht länger folgenlos bleibt.“
Streichung ginge zulasten von Qualität und Sicherheit
Schon im vergangenen Herbst hatte der DBfK davor gewarnt, Pflegequalität aus der Krankenhausreform herauszudrängen und Pflege erneut vor allem als Kostenfaktor zu behandeln. Der DBfK hatte damals deutlich betont, dass eine Streichung der Pflegepersonaluntergrenzen als Qualitätskriterium zulasten von Pflegequalität und Versorgungssicherheit ginge. Zugleich verweist der DBfK darauf, dass die Bundesregierung in ihrer Protokollerklärung ausdrücklich an der Bedeutung der Pflegepersonaluntergrenzen festhält. Darin stellt sie klar, dass die Einhaltung der PpUG der Qualität der Patient:innenversorgung und der Arbeitsbedingungen von Pflegefachpersonen dient. Außerdem betont die Bundesregierung, dass bei Unterschreitung der PpUG Ausnahmeregelungen zur Leistungsgruppenzuweisung gelten und die Versorgung dadurch auch bei kurzfristigen Unterschreitungen nicht gefährdet sei.
„Gerade weil es Ausnahmeregelungen gibt, ist die Behauptung, die PpUG als Qualitätskriterium gefährdeten jetzt akut die Versorgungssicherheit, in keinster Weise überzeugend, das Gegenteil ist der Fall“, sagt Ingo Böing, Referent für Pflege im Krankenhaus beim DBfK. „Es gibt bereits großzügige Übergangs- und Ausnahmeregelungen. Diese Zeit muss genutzt werden, um die Personalsituation in den Kliniken tatsächlich zu verbessern – nicht, um Mindestanforderungen wieder abzuräumen. Wenn selbst die unterste Grenze im Monatsdurchschnitt vielerorts nicht eingehalten wird und das faktisch ohne spürbare Konsequenzen bleibt, dann ist das der eigentliche Skandal.“
DBfK fordert: Reform und Pflege nicht kaputtsparen
Der DBfK warnt davor, die Kostenprobleme der Krankenhausversorgung erneut mit Einsparungen bei der Pflege beantworten zu wollen. Statt die Reform konsequent umzusetzen und Qualität verbindlich abzusichern, werde wieder nach kurzfristigen Entlastungen gesucht. Das ist aus Sicht des Verbands auch deshalb falsch, weil eine sichere Versorgung ohne ausreichendes Pflegepersonal nicht möglich ist. Der DBfK verweist in diesem Zusammenhang erneut auf sein Positionspapier zur Weiterentwicklung des Pflegebudgets. Hier fordert der DBfK, Pflegebudget, Pflegepersonalbemessung und Leistungsgruppen endlich schlüssig zusammenzuführen: Bedarfsgerechte Personalausstattung ist Voraussetzung für Qualität, Qualität muss Kriterium der Leistungsgruppen bleiben, und der festgestellte Bedarf muss vollständig refinanziert werden.
„Wer nachhaltig Kosten senken will, darf nicht an der Pflege sparen. Das wäre zu kurzfristig gedacht“, so Vera Lux. „Eine qualitätsorientierte Krankenhausversorgung gibt es nicht ohne ausreichend Pflegepersonal. Die Antwort auf strukturelle Defizite kann nicht sein, Mindeststandards weiter abzusenken.“
Der DBfK fordert Bundesrat und Länder auf, die Krankenhausreform nicht zulasten der Pflege auszuhöhlen. Die bestehenden Übergangsfristen und Ausnahmen bieten ausreichend Spielraum, um regionale Herausforderungen aufzufangen. Sie müssen jetzt genutzt werden, um den Missstand der unzureichenden Personalausstattung zu beheben – im Interesse der Patient:innen, der Versorgungssicherheit und der professionell Pflegenden.
DBfK-Positionspapier zum Pflegebudget
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Bundesverband e.V., Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin, Tel. +49 30/219157-0, Fax: +49 30/219157-77, E-Mail: dbfk@dbfk.de, Webseite: www.dbfk.de
Hohe Spritpreise bringen Pflegedienste in Bedrängnis
Immer mehr ambulante Pflegedienste und Tagespflegen klagen über die teuren Spritpreise, besonders auf dem Land. Während einzelne Anbieter und Verbände bereits vor existenziellen Risiken warnen, raten andere wie Thomas Eisenreich von Home Instead und Thomas Meißner vom Pflegedienstverband AVG zur Ruhe: Noch sei unklar, ob es sich um einen kurzfristigen Ausschlag oder ein langfristiges Problem handelt. Care vor9
Quelle: NL Care vor9, 26.03.2026
Pflege stärken, Versorgung sichern
Deutscher Pflegerat fordert Strategie für Pflegeexzellenz
Berlin (25. März 2026, Nr. 15/2026) – Gute Pflege entscheidet über die Qualität der Versorgung. Doch Deutschland schöpft dieses Potenzial nicht aus. Der Deutsche Pflegerat (DPR) legt mit dem Expert:innenpapier „Qualitätsentwicklung durch die Förderung von Pflegeexzellenz in Deutschland“ eine fundierte Analyse vor. Die DPR-Fachkommission „Exzellenzentwicklung in der Pflege“ hat es erarbeitet.
„Pflegeexzellenz ist keine Kür, sondern die Basis für Qualität, Versorgungssicherheit und auch Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. „Wer die Versorgung sichern will, muss die Profession Pflege systematisch stärken und strategisch nutzen“.
Bessere Pflege spart Kosten
Angesichts knapper Mittel braucht das Gesundheitssystem vor allem eines: höhere Versorgungsqualität. Pflegeexzellenz bietet dafür einen evidenzbasierte Handlungsrahmen. Sie erhöht die Ergebnisqualität, bindet Fachpersonal und senkt Folgekosten – etwa durch weniger Komplikationen, weniger Fluktuation und Fehlzeiten und eine ergebnisorientierte Versorgung.
Internationale Studien belegen, dass Einrichtungen mit exzellenter pflegerischer Versorgung bessere Ergebnisse erzielen, Fachpersonal langfristig halten und widerstandsfähiger auf Herausforderungen reagieren.
Exzellente Pflege wirkt doppelt. Sie steigert die Qualität und senkt die Kosten. Investitionen zahlen sich aus, es kommt zu einem nachweisbar positiven Social Return on Investment, weil Qualität nicht nur die Versorgung verbessert, sondern auch die Effizienz und Nachhaltigkeit des Systems stärkt.
Deutschland verschenkt Potenziale
Eine hohe Qualität in der pflegerischen Versorgung beeinflusst direkt die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems. Dennoch fehlt in Deutschland eine nationale Strategie zur Förderung von Pflegeexzellenz.
Der DPR betont: Pflegeleistungen werden oft in ihrer Wirkung massiv unterschätzt. Dabei ist die Profession Pflege das Rückgrat jeder einzelnen Gesundheitseinrichtung. Sie ist nicht nur eine Versorgungsdisziplin, sondern ein strategischer Produktionsfaktor für Qualität, Wirtschaftlichkeit und Stabilität. Dass dieses Potenzial systematisch ungenutzt bleibt, liegt nicht an fehlender Evidenz, sondern an mangelnden Strukturen und fehlenden politisch mutigen Entscheidungen.
Auch die Qualitätsmessung zeigt Schwächen: Besonders in der Langzeitpflege erfassen bestehende Systeme nur einen Teil der Versorgungsqualität. Fehlende Daten, uneinheitliche Dokumentation, unzureichende Digitalisierung und mangelnde wissenschaftliche Einbindung schmälern ihre Aussagekraft.
Drei Schritte zur Exzellenz
Der DPR fordert klare Maßnahmen, um Pflegeexzellenz zu fördern:
- Aufbau einer nationalen Infrastruktur für Qualitätsdaten und Benchmarking, finanziell unterstützt und verbindlich genutzt
- Gründung eines nationalen Pflegeforschungsnetzwerks und eines Instituts für Pflegeentwicklung und Exzellenz
- Stärkung und verbindliche Einbindung des Pflegemanagements auf allen Entscheidungsebenen
Ziel ist es, Pflegequalität messbar, vergleichbar und gezielt weiterentwickelbar zu machen. Die Nutzung pflegesensitiver Daten soll Transparenz, Steuerung, organisationales Lernen und kontinuierliche Verbesserung ermöglichen.
Für Pflegeexzellenz braucht es zudem zentrale Voraussetzungen:
- In der Versorgung: evidenzbasierte Pflege, klare Kompetenzen und Rollen, kontinuierliche Weiterbildung
- In den Einrichtungen: gute Personalstrukturen, echte Mitbestimmung der Pflege, datenbasierte und ergebnisorientierte Steuerung
- Auf politischer Ebene: verlässliche Dateninfrastruktur, Forschungsförderung und klare Rahmenbedingungen
Nur wenn diese Ebenen ineinandergreifen, lässt sich Pflegequalität dauerhaft verbessern.
Die Profession Pflege birgt enorme Ressourcen für das Gesundheitssystem – durch Prävention, bessere Koordination und sektorenübergreifende Versorgung. Exzellenz entsteht durch eine gute interprofessionelle Zusammenarbeit. Mehr pflegerische Expertise kann Versorgungslücken schließen, Effizienz steigern und das System nachhaltig besser machen.
Ohne Strategie keine Exzellenz
Pflegeexzellenz entsteht nicht von allein. Sie braucht einen klaren politischen Rahmen und abgestimmte Voraussetzungen – von der direkten Versorgung über die Organisationen bis hin zu nationalen Strukturen.
Das Fazit des DPR ist eindeutig:
Pflegeexzellenz ist das Ergebnis gezielter politischer und organisatorischer Entscheidungen. Investitionen in Pflegeexzellenz sind keine Zusatzaufgabe, sondern eine strategische Notwendigkeit für ein sicheres, widerstandsfähiges sowie qualitativ hochwertiges Gesundheitssystem. Pflegequalität wird dadurch messbar, vergleichbar und steuerbar – mit einem nachweislich hohen Social Return on Investment. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist es nicht länger vertretbar, vorhandene Effizienz- und Qualitätspotenziale ungenutzt zu lassen, die die Kosten-Nutzen-Relation der Versorgung enorm verbessern würden.
Die Profession Pflege muss als zentrale Berufsgruppe anerkannt und mit hohen Entscheidungskompetenzen, Ressourcen und Forschungsinfrastruktur ausgestattet werden. Nur so kann Pflegeexzellenz in Deutschland nachhaltig wachsen.
Das Expert:innenpapier „Qualitätsentwicklung durch die Förderung von Pflegeexzellenz in Deutschland“ der DPR-Fachkommission „Exzellenzentwicklung in der Pflege“ finden Sie in der Anlage sowie hier auf der Website des Deutschen Pflegerats.
Ansprechpartner:in: Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats
Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR), Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen, Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: (030) 398 77 303 | Telefax: (030) 398 77 304, E-Mail: info@deutscher-pflegerat.de | Internet: www.deutscher-pflegerat.de
Mehr Auszubildende, mehr Personal
Deutscher Pflegerat sieht Fortschritt, mahnt und fordert konsequentes Handeln
Berlin (25. März 2026, Nr. 14/2026) – Die Pflege gewinnt weiter an Zulauf: 2025 wurden rund 64.300 neue Ausbildungsverträge zur Pflegefachperson abgeschlossen, ein Anstieg von acht Prozent (plus 4.900), meldet das Statistische Bundesamt. Insgesamt befinden sich rund 158.000 Menschen in der Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann – so viele wie nie zuvor.
Zum 31. Dezember 2025 lag zudem die Zahl der Pflegestudierenden insgesamt bei rund 1.800. Rund 800 haben 2025 ihr Studium aufgenommen. Gemessen an den Ausbildungszahlen entspricht das lediglich rund 1,2 Prozent eines Jahrgangs.
Mehr Personal, aber steigender Bedarf
Laut Fachkräftemonitoring der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ist die Zahl der Beschäftigten im Pflegedienst in Krankenhäusern deutlich gestiegen: In den letzten zehn Jahren um rund 90.000 auf knapp 409.000 Vollzeitstellen; im ärztlichen Bereich auf mehr als 180.000 (plus 30.000). Dennoch bleibt der Fachpersonalmangel groß, da bis 2035 allein im Krankenhaus rund 300.000 Beschäftigte altersbedingt ausscheiden. In der Langzeitpflege wird erwartet, dass bis zu ein Drittel der beruflich Pflegenden in diesem Zeitraum aus dem Beruf ausscheidet. Hinzu kommen der demografiebedingte Mehrbedarf an pflegerischer Versorgung und der damit verbundene Personalaufbau.
Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, bewertet die steigenden Ausbildungszahlen als wichtigen Fortschritt: „Die Zahlen zeigen, dass die Pflegeausbildung auf dem richtigen Weg ist. Immer mehr Menschen entscheiden sich damit für einen sinnstiftenden Beruf mit vielfältigen Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten sowie guter Bezahlung. Das ist ein starkes Signal.“
Keine Entwarnung für die Versorgung
Sie betont jedoch: „Das ist keine Entwarnung. Schon heute fehlen Pflegefachpersonen in allen Versorgungsbereichen. Der Personalaufbau im Krankenhaus korrigiert einen lange ignorierten Mangel, während die Langzeitpflege weiter unter hohem Druck steht. Gleichzeitig ist die geringe Zahl der Studierenden in der Pflege besorgniserregend.“
Ausbildung stärken und Fachpersonal halten
Der Deutsche Pflegerat fordert, die positive Entwicklung gezielt abzusichern. „Die Qualität der Ausbildung, die enge Einbindung in die Praxis und verlässliche berufliche Perspektiven sind entscheidend“, so Vogler. Ausbildungsplätze müssen weiter ausgebaut, ausreichend Lehrpersonal gewonnen und die Ausbildungsstrukturen an Pflegeschulen und Hochschulen gestärkt werden. Ebenso wichtig sind gute Arbeitsbedingungen, eine gute Praxisanleitung und Begleitung der Auszubildenden sowie eine erlebbare Digitalisierung in den Einrichtungen. „Wir dürfen niemanden auf dem Weg verlieren.“
Beim Pflegestudium besteht deutlicher Nachholbedarf
„Dass nur rund 800 Menschen ein Pflegestudium aufnehmen, ist ein klares Warnsignal“, mahnt Vogler. Deutschland bleibe beim Aufbau einer modernen hochschulischen Pflegebildung deutlich hinter dem notwendigen Bedarf zurück. Mit rund 1,2 Prozent an neu begonnenen Studierenden des Pflegeausbildungsjahrgangs liegt die Akademisierungsquote weit unter der Empfehlung des Wissenschaftsrats von 10 bis 20 Prozent. Es brauche daher einen entschlossenen Ausbau der Studienplatzkapazitäten, verlässliche Finanzierung und klare Einsatz- und Karriereperspektiven. „Wer die Versorgung von morgen sichern will, muss heute deutlich stärker in die akademische Pflegebildung investieren.“
Personalbemessung weiterentwickeln
Mit Blick auf das Fachkräftemonitoring der DKG weist der Deutsche Pflegerat auf ein zentrales Spannungsfeld hin: Krankenhäuser berichten von bürokratischem Aufwand. „Andererseits kann es nicht sein, ausgerechnet die Instrumente zur Personalbemessung infrage zu stellen. Denn ohne sie wissen wir nicht, wie viel Pflegepersonal benötigt wird.“
Dass viele Kliniken die Instrumente bislang noch nicht als ausreichend wirksam erleben, zeigt aus Sicht des Deutschen Pflegerats den Weiterentwicklungsbedarf, nicht ihre Entbehrlichkeit.
Personalbemessung ist eine Voraussetzung für Entlastung und Versorgungsqualität, aber keinesfalls ein Hindernis. Entscheidend ist, sie kontinuierlich weiterzuentwickeln und insgesamt unnötige Bürokratie konsequent abzubauen. „Bürokratieabbau an dieser Stelle wäre Bürokratieabbau an der falschen Stelle.“
Strukturelle Voraussetzungen jetzt schaffen
Der Deutsche Pflegerat sieht in den aktuellen Zahlen eine klare Chance: „Mehr Auszubildende und mehr Pflegepersonal sind ein Fortschritt. Jetzt müssen die strukturellen Voraussetzungen folgen, damit daraus – zusammen mit einer Stärkung des Pflegestudiums – dauerhaft eine stabile Versorgung von Menschen aller Altersgruppen in allen Versorgungsbereichen entsteht.“
Ansprechpartner:in: Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats
Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR), Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen, Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: (030) 398 77 303 | Telefax: (030) 398 77 304, E-Mail: info@deutscher-pflegerat.de | Internet: www.deutscher-pflegerat.de
Aktuelle Fachkräfteengpässe auch in Heilberufen
Berlin: (hib/PK) Die aktuellen Fachkräfteengpässe, die durch den demografischen Wandel verschärft werden, betreffen nach Angaben der Bundesregierung auch Heilberufe. Es sei daher wichtig, eine optimale Berufsausbildung in Deutschland zu ermöglichen. Zum anderen brauche es eine zügige und transparente Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen, heißt es in der Antwort (21/4787) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (21/4385) der AfD-Fraktion.
Dazu habe die Bundesregierung den Gesetzentwurf zur Beschleunigung der Anerkennungsverfahren in Heilberufen (21/3207) auf den Weg gebracht. Bei Heilberufen müsse die Anerkennung an Bedingungen geknüpft werden, die den Patientenschutz sicherstellen. Daher setze die Anerkennung einer im Ausland erworbenen Berufsqualifikation in einem Heilberuf grundsätzlich die Gleichwertigkeit mit der deutschen Berufsqualifikation voraus.
Auch die übrigen Voraussetzungen für die Erteilung einer Approbation oder Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung gälten für Antragsteller mit ausländischer Berufsqualifikation in gleicher Weise wie für Fachkräfte, die in Deutschland ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Dies umfasse vor allem die zur Ausübung des ärztlichen Berufs notwendige Zuverlässigkeit, gesundheitliche Eignung und erforderliche Sprachkenntnisse.
Quelle: heute im bundestag Nr. 231, 14.03.2026
Angehörige im Blick – Psychosoziale Pflege, die stärkt
19. Folge des Podcasts „PflegeKraft HD“
Diese Folge von PflegeKraft HD widmet sich einem zentralen, oft wenig sichtbaren Bereich der Pflege: der psychosozialen Begleitung von Familien und Angehörigen psychisch erkrankter Menschen.
Im Podcast zu Gast sind Katrin Häcker, systemische Elternberaterin, und Esma Burak, Familienlotsin. Beide zeigen aus unterschiedlichen Perspektiven, wie Pflegefachpersonen Angehörige unterstützen, Orientierung geben und Entlastung schaffen – jenseits der direkten Patientenversorgung.
Während die Elternberatung vor allem Familien mit psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen in den Blick nimmt, richtet sich die Arbeit der Familienlotsin an Angehörige in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen. Im Mittelpunkt steht dabei stets der systemische Ansatz: Nicht nur die erkrankte Person, sondern das gesamte Umfeld wird einbezogen. Jetzt reinhören! (…)
Quelle: NL Universitäsklinikum Heidelberg, 24.03.2026
DKI-NEWS: DKG-Fachkräftemonitoring 2026 im Rahmen des DRG-Forums erschienen
trotz eines anhaltenden Beschäftigungswachstums samt Rekordzahlen bei den neu besetzten Ausbildungsplätzen und Assistenzarztstellen dürfte die Fachkräftesituation der Krankenhäuser in den kommenden Jahren angespannt bleiben.
Hauptgründe sind der demografische Wandel und eine im Vergleich zum Bundesdurchschnitt anhaltend hohe Teilzeitquote. Hinzu kommen gestiegene Anforderungen durch eine enorme Ausweitung der ambulanten Leistungen im Krankenhaus, eine größere Fallschwere im stationären Bereich und eine wachsende Dokumentationslast: Pflegekräfte und Ärzte verbringen heute im Schnitt etwa ein Drittel ihrer Arbeitszeit mit Dokumentation.
Dies sind zentrale Ergebnisse des DKG-Fachkräftemonitorings 2026, der zweiten Auflage in Kooperation mit dem Deutschen Krankenhausinstitut (DKI). Ziel des Monitorings ist es, auf Basis von Routinedaten, Krankenhausbefragungen und Expertenbeiträgen einen umfassenden Überblick über die Personalsituation im Krankenhaus zu geben. Einen besonderen Schwerpunkt setzt das diesjährige Monitoring auf Chancen und Risiken von Personalbemessungsinstrumenten.
Zum Download der Publikation klicken Sie bitte ➔ hier.
Quelle: DKI-NEWS, 24.03.2026
Apotheker wollen Impfangebote in Pflegeheime bringen
Immer mehr Apotheken prüfen, Impfangebote direkt in Pflegeeinrichtungen anzubieten. So erreichen sie Bewohner, die nicht mobil sind und nur unter Schwierigkeiten in die Apotheke kommen können. Dieser Service bietet sich an, weil es ohnehin regelmäßige Kontakte zwischen Heimen und Apotheken gibt, heißt es in der Pharmazeutischen Zeitung. Für die Heime hätte das unter anderem den Vorteil, dass sie den Impfschutz ihrer Bewohner einfacher organisieren können. Care vor9
Quelle: NL Care vor9, 24.03.2026
Online-Befragung zu digitalen Technologien in der Pflege
Das Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege beim Spitzenverband Bund der Pflegekassen hat eine Online-Befragung zur Zukunft digitaler Pflegetechnologien in Deutschland gestartet. Sie richtet sich an alle am Pflegesystem Beteiligten. Die Teilnahme ist anonym und dauert etwa 10 Minuten. Das Kompetenzzentrum erhofft sich mit der Umfrage, ein möglichst breites und vielfältiges Bild der Perspektiven auf digitale Pflegetechnologien abzubilden. Die Ergebnisse werden veröffentlicht. Sie können bis zum 18. Mai 2026 teilnehmen.
Quelle: NL BMFTR, 23.03.2026
Wichtige Termine:
ALTENPFLEGE Messekongress
21.- 22. April 2026 | Essen, Jetzt Ticket sichern
BAGFW-Fachtag „Pflege zwischen Fürsorge und Algorithmen
30. April 2026, Anmeldung: Anmeldeformular auf der BAGFW-Webseite
Gesundheitskongress des Westens
6. und 7. Mai 2026 in Köln, Kongressanmeldung für 2026
Fachveranstaltung zum Thema „Gewaltschutz in der Pflege“
18. Mai 2026, 10:30 Uhr – ca. 15:00 Uhr, Arbeiterwohlfahrt e.V. (AWO), Blücherstraße 62-63, 10961 Berlin oder digitale Teilnahme möglich; mehr in Kürze unter: https://gs-qsa-pflege.de/
Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit (HSK)
23. bis 25. Juni 2026 im hub27 (Messe Berlin), Tickets zum Super-Frühbuchertarif
1.bis 2. September 2026: MedCare Leipzig
https://www.medcare-leipzig.de/
17. DGP- Hochschultag
20.11.2026 – Mehr Infos finden Sie hier.
