ADS-Wocheninformation 09.03.2026

ADS-Wocheninformation 09.03.2026

Übergabe – Medien für die Pflege

PU114 – Diskussionen zum Pflegebudget / Landtagswahl in Baden-Württemberg

Und was es sonst so Neues gibt…


Pflegebudget sichern und gezielt weiterentwickeln

Positionspapier veröffentlicht: Deutscher Pflegerat warnt vor Rückschritten in der Versorgung

Berlin (06. März 2026, Nr. 12/2026) – Der Deutsche Pflegerat (DPR) spricht sich klar dafür aus, das Pflegebudget zu erhalten und es gezielt weiterzuentwickeln. Der massive Kostenanstieg wirft Fragen zur Finanzierung und Steuerung auf, die transparent und datenbasiert beantwortet werden müssen. Reflexhaftes Deckeln oder Infragestellen ist keine Lösung. Der dringend notwendige Aufbau von Pflegepersonal darf nicht gefährdet und die Versorgungssicherheit nicht geschwächt werden.

Diese Einschätzung basiert auf einem Positionspapier der Fachkommission Pflegepersonalbemessungsinstrument (PBMI) des Deutschen Pflegerats mit dem Titel „Pflegebudget als ein notwendiges und lernendes System“.

„Die Pflege hat das verlorene Terrain noch nicht zurückgewonnen und trifft zugleich auf einen deutlich steigenden Versorgungsbedarf infolge des demografischen Wandels“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. „Wer jetzt das Pflegebudget pauschal deckelt oder abschafft, wiederholt die Fehler der Vergangenheit, ohne die Ursachen des Kostenanstiegs ernsthaft zu analysieren.“

Der DPR betont, dass das Pflegebudget nicht „nach oben offen“ sein darf. Eine Begrenzung ist aber nur dann sinnvoll, wenn sie an die Sicherung und Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgungsqualität gekoppelt wird. Maßstab müssen pflegesensitive Qualitätsindikatoren, patient:innenrelevante Ergebnisparameter und wirksame Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung sein – nicht eine pauschale Abgeltung oder ein Wegwischen der Pflegeleistung.

Jahrzehntelanger Personalabbau prägt die Ausgangslage

Viele Jahre stand die Pflegepersonalausstattung in deutschen Krankenhäusern unter starkem Kostendruck. Nach der Abschaffung der verbindlichen Pflegepersonalregelung und der Einführung der DRG-Fallpauschalen bauten die Kliniken zwischen 1996 und 2006 mehr als 50.000 Vollzeitstellen im Pflegedienst ab. Gleichzeitig wuchs der ärztliche Dienst deutlich stärker. Das schuf eine strukturelle Schieflage in der Personalausstattung.

Internationale Studien zeigen seit Jahren: Mehr Pflegepersonal bedeutet weniger Komplikationen, geringere Sterblichkeit und bessere Versorgungsqualität. Pflegepersonal ist damit ein zentraler Faktor für Patient:innensicherheit.

Erst mit der Ausgliederung der Pflegepersonalkosten aus dem DRG-System und der Einführung des Pflegebudgets entstand die Grundlage, Pflegepersonal wieder bedarfsgerecht aufzubauen und tarifgerecht zu refinanzieren. Trotzdem befindet sich die Pflege noch immer in einem Aufholprozess.

Pflegebudget schützt die Pflege vor ökonomischem Druck

Seit 2020 refinanziert das Pflegebudget die Personalkosten des Pflegepersonals auf bettenführenden Stationen vollständig und zweckgebunden nach dem Selbstkostendeckungsprinzip. Damit wurde die Pflege erstmals aus der Kürzungslogik der DRG-Fallpauschalen herausgelöst.

Der aktuelle Kostenanstieg ist nach Einschätzung des DPR vor allem Folge von Tarifsteigerungen, der Preisentwicklung und dem begonnenen Aufbau von Pflegepersonal. Er zeigt, wie stark die Pflege über Jahre strukturell unterfinanziert war.

Der DPR weist zugleich darauf hin: Der Druck auf das Pflegebudget ist auch Ausdruck eines grundlegenden Problems der Krankenhausfinanzierung. Pauschale Finanzierungslogiken anderer Kostenbereiche erzeugen wirtschaftlichen Druck, der in der öffentlichen Debatte häufig auf das Pflegebudget verlagert wird.

Pflegebudget als lernendes System

Das Pflegebudget ist kein starres Finanzierungsinstrument. Es ist als lernendes System angelegt. Es soll Schutz, Transparenz und Weiterentwicklung verbinden.

Ziel ist eine Finanzierung, die den Pflegebedarf abbildet, die Versorgungsqualität sichert und die Profession Pflege stärkt. Struktur und Steuerung des Pflegebudgets müssen deshalb regelmäßig überprüft und auf Grundlage belastbarer Daten weiterentwickelt werden. Fehlanreize müssen erkannt und korrigiert werden, ohne den Schutzmechanismus für die Pflege zu gefährden.

Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung des Pflegebudgets

Damit das Pflegebudget seine Schutzfunktion behält und zugleich sinnvoll weiterentwickelt werden kann, nennt der Deutsche Pflegerat fünf zentrale Voraussetzungen.

 

  1. Valide Datengrundlage schaffen und kontextbezogen prüfen

Die Weiterentwicklung des Pflegebudgets braucht belastbare und unabhängige Daten. Entwicklungen beim Pflegebudget müssen im Zusammenhang mit der gesamten Krankenhausfinanzierung und der realen Versorgungslage bewertet werden.

  1. Berücksichtigung des Pflegebedarfs und eines bedarfsgerechten Pflegepersonalbedarfs

Die Finanzierung muss sich am Pflegebedarf der Patient:innen orientieren. Entscheidend ist, welches Personal in welcher Qualifikation für eine sichere Versorgung erforderlich ist. Dazu gehört auch ein angemessener Qualifikationsmix im Pflegedienst.

  1. Einbezug professionsentwickelnder Gesetzgebung

Neue Aufgabenprofile und professionsentwickelnde Gesetzgebung müssen berücksichtigt werden. Erweiterte Kompetenzen von Pflegefachpersonen und neue Rollenprofile brauchen eine verlässliche Refinanzierung.

  1. Berücksichtigung pflegesensitiver Qualitätsindikatoren und Ergebnisparameter

Die Refinanzierung darf sich nicht allein an Kosten orientieren. Sie muss auch berücksichtigen, welchen Beitrag Pflegepersonal zur Versorgungsqualität und zu patient:innenrelevanten Ergebnissen leistet.

  1. Berücksichtigung bestehender Personalbemessungsinstrumente

Instrumente wie die PPR 2.0 liefern wichtige Hinweise auf den Pflegepersonalbedarf. Sie bilden jedoch noch nicht alle Versorgungsbereiche und Qualifikationsprofile ab. Mindestvorgaben dürfen deshalb nicht als Obergrenze der Refinanzierung verstanden werden.

Der Deutsche Pflegerat schlägt zudem vor, die wissenschaftliche Grundlage der Personalbemessung zu stärken. Ein nationales Institut für Personalbemessung in der Pflege (InPeP) könnte Personal- und Versorgungsdaten systematisch auswerten und eine unabhängige Grundlage für politische Entscheidungen schaffen.

Pflegeprofession muss einbezogen werden

Der Deutsche Pflegerat fordert daher, das Pflegebudget zu erhalten und datengestützt sowie professionsorientiert weiterzuentwickeln.

„Das Pflegebudget ist kein Luxus, sondern ein bedarfsnotwendiges Instrument für sichere Patient:innenversorgung und stabile Pflegepersonalstrukturen“, betont Vogler. „Entscheidungen über die Refinanzierung von Pflegepersonal dürfen nicht ohne die Profession Pflege getroffen werden.“

Der Deutsche Pflegerat ist als maßgebliche Berufsorganisation der Pflege auf Bundesebene in alle weiteren Schritte einzubeziehen.

Das Positionspapier der DPR-Fachkommission Pflegepersonalbemessungsinstrument (PBMI) ist dieser Pressemitteilung beigefügt und steht auf der Website des Deutschen Pflegerats hier zum Download bereit.

Ansprechpartner:innen: Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats

Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR), Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen, Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: (030) 398 77 303 | Telefax: (030) 398 77 304, E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de | Internet: www.deutscher-pflegerat.de, Social Media DPR: Instagram | LinkedIn | YouTube | Bluesky


Krankenhausreform

Bundestag beschließt KHAG

Nach kurzer Debatte hat der Bundestag heute das Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) beschlossen. Lesen

Quelle: NL BibliomedManager, 06.03.2026


Krankenhausreformanpassungsgesetz

Die lange Bank ist keine Lösung

An diesem Freitag ist das Krankenhausreformanpassungsgesetz, kurz KHAG, mit den Stimmen der Regierungsmehrheit durch den Bundestag gegangen. Der Anspruch der jetzigen Bundesregierung war und ist, mit dem Gesetz voller Anpassungen die noch aus der Lauterbach-Zeit stammende Krankenhausreform zu einem guten Ende zu führen und das Kapitel abzuschließen. Aus Sicht der Krankenhäuser bleiben jedoch viel zu viele Baustellen offen, um die die Politik weiterhin einen großen Bogen macht. weiterlesen    

Quelle: 09/26 | DKG Update – Der Newsletter, 06.02.2026


DAK-Studie: Sozialhilfequote in Pflegeheimen erreicht Rekordwert von 37 Prozent

Immer mehr Pflegeheimbewohner sind auf Sozialhilfe angewiesen. Ohne Reform könnte die Quote bis 2035 auf knapp 43 Prozent steigen, zeigen neue Berechnungen des Bremer Gesundheitsökonomen Heinz Rothgang im Auftrag der DAK-Gesundheit. DAK-Chef Andreas Storm fordert eine umfassende Pflegereform mit einem neuen Finanzierungsmix. → weiterlesen

Quelle: NL care konkret daily, 06.03.2026


Berufspolitik

Debatte um Zukunft der Pflegekammern

Die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, warnt vor einer „strukturellen Ohnmacht“ der Pflege. Ein aktueller Bericht zeigt politische Konflikte, strukturelle Defizite und mögliche Wege für eine starke Selbstverwaltung. Lesen

Quelle: NL BibliomedPflege, 06.03.2026


Pflegebudget sichert die Versorgung im Krankenhaus

DBfK veröffentlicht Positionspapier zur Weiterentwicklung

Berlin, 06.03.2026 – Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) hat ein Positionspapier zur Weiterentwicklung des Pflegebudgets vorgelegt. Darin macht der DBfK klar: Pflegequalität und Patient:innensicherheit können ohne bedarfsgerechte Personalausstattung nicht gewährleistet werden – und diese gibt es nicht zum Nulltarif.

Vera Lux, Präsidentin des DBfK, betont: „Das Pflegebudget bleibt unverzichtbar und darf in der aktuellen Debatte nicht als reiner Kostenfaktor verstanden oder politisch ausgehöhlt werden. Mit unserem Positionspapier stellen wir klar: Wer das Pflegebudget infrage stellt, gefährdet Pflegequalität und Patient:innensicherheit. In der Diskussion um das Pflegebudget wird der nachgewiesene Zusammenhang zwischen ausreichender Pflegepersonalausstattung und Versorgungsqualität zunehmend relativiert. Das ist fachlich falsch und gefährlich: Unterbesetzung führt zu mehr Komplikationen, längeren Verweildauern und vermeidbaren Todesfällen – und erhöht zugleich die Belastung der Beschäftigten.“

Fehlanreize vermeiden, Mittel zweckgerichtet einsetzen

Das Pflegebudget hat den massiven Stellenabbau in der Pflege durch die Einführung der Fallpauschalen im Jahr 2003 korrigiert und die Finanzierung der Ist-Pflegepersonalkosten auf bettenführenden Stationen abgesichert. Die Kostensteigerungen seit 2020 sind als notwendiger Nachholeffekt nach jahrzehntelangem Personalabbau zu bewerten – verstärkt durch tarifliche Lohnsteigerungen, steigende Versorgungs- und Pflegekomplexität, höhere Krankenstände und den Aufbau fehlender Strukturen (z.B. Springer-Pools). Von „Überfinanzierung“ zu sprechen, ist in Inhalt und Ton daher völlig unangemessen.

Gleichzeitig müssen Fehlanreize vermieden werden: „Wenn Pflegefachpersonen pflegefremde Tätigkeiten übernehmen, ist das weder wirtschaftlich sinnvoll noch fachlich vertretbar“, so Lux. Der DBfK fordert daher eine verbindliche Abgrenzung pflegerischer Kernaufgaben von Service-, Hauswirtschafts- und Reinigungstätigkeiten. Mittel für pflegeentlastende Maßnahmen müssen zweckgebunden eingesetzt und Nachweise erbracht werden, dass Pflegefachpersonen keine pflegefremden Aufgaben übernehmen.

DBfK-Kernforderung: Drei Bausteine endlich zusammenführen

Der DBfK fordert daher ein schlüssiges Gesamtkonzept, das Pflegebudget (Finanzierung), Pflegepersonalbemessung (PPBV/PPR 2.0) und Leistungsgruppen (Qualität/Struktur) systematisch verknüpft, indem der

  1. Personalbedarf bedarfsgerecht ermittelt,
  2. vollständig finanziert
  3. als Voraussetzung für die Zuweisung von Leistungsgruppen berücksichtigt

wird.

Dafür braucht es eine Expertenkommission unter aktiver Beteiligung des DBfK, die diese drei Dimensionen strukturiert zusammenführt – inklusive eines verbindlichen Fahrplans und echter Mitgestaltung durch Pflegefachpersonen und Pflegemanagement.

Positionspapier des DBfK zum Pflegebudget mit allen Forderungen

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Bundesverband e.V., Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin, Tel. +49 30/219157-0, Fax: +49 30/219157-77, E-Mail: dbfk@dbfk.de, Webseite: www.dbfk.de


Klimakrise, Altersarmut, Pflege:

Warum diese Zusammenhänge gemeinsam gedacht werden müssen

#KDAgegenArmut  Die Klimakrise ist auch eine soziale Frage – und im höheren Lebensalter wird sie besonders spürbar. Steigende Lebensmittelpreise, Hitzebelastung in schlecht gedämmten Wohnungen, wachsende Eigenanteile in der Pflege: Menschen mit geringen finanziellen und gesundheitlichen Ressourcen sind früher und stärker betroffen. Insbesondere in hochverdichteten Räumen wie in Großstädten leiden Menschen besonders … Den ganzen Beitrag lesen: https://kda.de/klimakrise-altersarmut-pflege-warum-diese-zusammenhaenge-gemeinsam-gedacht-werden-muessen/

Quelle: NL KDA, 05.03.2026


Wie erleben Patient:innen eigentlich ein Delir?

Unser Briefing diese Woche beleuchtet, wie Patient:innen ein Delir erleben und welche emotionalen Spuren es hinterlässt. Es zeigt, wie stark Halluzinationen, Angst und Desorientierung das Erleben prägen und warum diese Perspektive entscheidend für eine patientenorientierte Delirversorgung ist.

Quelle: NL Übergabe, 05.03.2026


DEVAP-Pressemitteilung „15 Wochen keine Antwort:

DEVAP fordert erneut mit vielen Unterstützenden Mut für die große Pflegereform JETZT!“

Der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege e.V. (DEVAP) und eine Vielzahl an Unterstützenden wenden sich erneut mit einem offenen…Weiterlesen

Quelle: https://www.devap.de/


Workshop zur Integration ausländischer Pflegekräfte

Für die Pflegebranche ist es wichtig, die so notwendigen ausländischen Fachkräfte nicht nur zu akquirieren, sondern auch zu integrieren. Wie das am besten klappt, diskutiert die Ruhrgebietskonferenz am Mittwoch, 18. März, von 14 bis 16 Uhr, in ihrem kostenfreien Systemwandelworkshop „Pflege divers – Integration gestalten, Vielfalt stärken“. Bei dem Zoom-Meeting geht es unter anderem um Diversity-Management, veränderte Organisationsstrukturen und Netzwerke. Ruhrgebietskonferenz (Info & Anmeldung)

Quelle: NL Care vor9, 04.03.2026


Mehr Befugnisse, viele offene Fragen: Was das neue Pflegegesetz wirklich regelt

Prof. Andreas Büscher, wissenschaftlicher Leiter des DNQP, hat das neue Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege analysiert. Sein Urteil: Das BEEP stärkt die Pflegeberufe an mehreren Stellen spürbar – doch bei der pflegerischen Diagnose fehlt ein tragfähiges Fundament. Und die Umsetzung wird Jahre dauern. weiterlesen

Quelle: NL care konkret daily, 04.03.2026


Pflege braucht eigene Selbstverwaltung – Landesregierungen müssen handeln

Ausgrenzung der Pflegeprofession ist ein Risiko für die Bevölkerung

Berlin (03. März 2026, Nr. 11/2026) – Deutschland setzt im Gesundheitswesen auf Selbstverwaltungsstrukturen, schließt jedoch die Profession Pflege aus. Das ist ein struktureller Fehler, der die Versorgungssicherheit und den Bevölkerungsschutz gefährdet. Die Folge sind fragmentierte Zuständigkeiten, fehlende Verbindlichkeit und eine geschwächte Rolle des Heilberufs Pflege im System – mit spürbar negativen Auswirkungen für die Bevölkerung. Diese strukturelle Leerstelle besteht seit Jahrzehnten und muss korrigiert werden.

Während andere Professionen ihre Expertise über eigene Selbstverwaltungsstrukturen systematisch in Entscheidungen einbringen, bleibt die Pflege als größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen bis heute außen vor. Das schwächt nicht nur die Profession, sondern das gesamte Versorgungssystem. International ist die berufliche Selbstverwaltung der Pflege dagegen seit Jahrzehnten etabliert – verbunden mit klarer Eigenverantwortung und hoher Anerkennung. Diese strukturelle Zurücksetzung der Pflege hierzulande ist sachlich nicht zu begründen und nicht länger hinnehmbar.

Vor den Landtagswahlen und neuen Regierungsbildungen richtet der Deutsche Pflegerat gemeinsam mit den Landespflegeräten eine klare Forderung an die Länder: Wer das System der gemeinsamen Verantwortung im Gesundheitswesen ernst nimmt, muss der Pflege eine eigene, verbindliche Struktur geben und bestehende Selbstverwaltungsstrukturen unterstützen.

„Die Profession Pflege braucht eine eigene berufsständische Selbstverwaltung, um im System wirksam vertreten zu sein. Nur so kann pflegefachliches Wissen dort einfließen, wo über Versorgung, Strukturen und Qualität entschieden wird. Das ist entscheidend für eine gute Gesundheitsversorgung“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats.

„Pflege trägt hohe Verantwortung für die Gesundheitsversorgung, den Bevölkerungsschutz und die Bewältigung von Krisen und Katastrophen. Ohne sie ist eine Versorgung nicht möglich. Dafür braucht sie klare Zuständigkeiten, übertragene Aufgaben und notwendige Ressourcen.“

Diese Position stand im Mittelpunkt einer Tagung des Deutschen Pflegerats mit den Landespflegeräten in Berlin. Dabei wurde deutlich: Pflege soll Verantwortung im Versorgungsalltag und im Krisenfall übernehmen. Ohne strukturelle Verankerung bleibt diese Verantwortung jedoch wirkungslos. Notwendig sind klare Rahmenbedingungen, in denen Aufgaben verbindlich an die Pflegeprofession übertragen und professionell ausgefüllt werden können.

Die Bundesländer tragen hierfür eine besondere Verantwortung. Sie müssen die Voraussetzungen schaffen, damit der Heilberuf Pflege handlungsfähig ist und Versorgungssicherheit für die Bevölkerung gewährleistet werden kann und bestehende Strukturen nicht wieder untergraben/ infrage stellen.

Mit „Heilberuf Pflege“ ist die professionelle Pflege als eigenständige Gesundheitsprofession mit eigener Fachverantwortung gemeint. Ohne eigenständige Selbstverwaltungsstrukturen bleibt Pflege abhängig von politischen Zyklen und kurzfristigen Entscheidungen.

„Pflege und ihre Weiterentwicklung gibt es nicht zum Nulltarif“, so Vogler weiter. „Weder Versorgungssicherheit noch Qualität entstehen von selbst.“

Der Deutsche Pflegerat fordert gemeinsam mit den Landespflegeräten die Länder daher unmissverständlich auf, deutschlandweit eigenständige Selbstverwaltungsstrukturen der Pflege zu schaffen und zu unterstützen – in Form von Körperschaften des öffentlichen Rechts oder Organisationen, denen hoheitliche Aufgaben übertragen werden. Diese Strukturen müssen der Pflegeprofession ermöglichen, unabhängig von Legislaturperioden und Wahlkampfambitionen Verantwortung zu übernehmen, Versorgung zu sichern und ihre berufliche Entwicklung selbst zu gestalten.

Deutschland setzt im Gesundheitswesen auf Selbstverwaltung. Wenn dieses Prinzip glaubwürdig bleiben soll, darf der Heilberuf Pflege nicht länger ausgegrenzt werden. Bleibt die strukturelle Einbindung aus, bleiben auch die bekannten Schwächen im System bestehen – mit spürbaren negativen Folgen für die Bevölkerung. Die Bundesländer sind gefordert, diesen strukturellen Fehler flächendeckend zu korrigieren.

Übersicht Landespflegeräte:

Eine Übersicht über alle 15 Landespflegeräte in Deutschland mit ihren Webadressen finden Sie hier.

Ansprechpartner:innen: Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats

Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR), Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen, Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: (030) 398 77 303 | Telefax: (030) 398 77 304, E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de | Internet: www.deutscher-pflegerat.de, Social Media DPR: Instagram | LinkedIn | YouTube | Bluesky


Stationäre Langzeitpflege

GAP‑Projekt verbessert Arbeitsbedingungen

Das GAP‑Projekt zeigt laut Projektverantwortlichen deutliche Verbesserungen in Pflegeeinrichtungen. Coaching führt zu besseren Abläufen und höherer Zufriedenheit. Lesen

Quelle: NL BibliomedPflege, 03.03.2026


Pilotprojekt#

Zwischen Arztpraxis und Wohnzimmer: Community Health Nurses im Einsatz

Wenn die Community Health Nurses morgens ihre Rucksäcke packen, stecken darin Tablet, Messgeräte – und vor allem Zeit zum Zuhören. Im Interview erzählen Anja Jacobs und Eric Lindemann, warum ihr Job eine echte Chance für die Versorgung im ländlichen Raum ist. Zum Blogbeitrag

Quelle: NL Wir Techniker, 03.03.2026


Neue Evidenz zu Pflegefachpersonen in erweiterten Versorgungsrollen im Krankenhaus

Die Gesundheitsversorgung steht weltweit unter großem Druck: steigende Behandlungskosten, demografischer Wandel, mehr chronische Erkrankungen sowie Personalmangel – insbesondere bei Ärztinnen und Ärzten – fordert neue Lösungsansätze. Vor diesem Hintergrund gewinnen erweiterte pflegerische Versorgungsrollen, in denen Pflegefachkräfte bestimmte ärztliche Aufgaben übernehmen, an Bedeutung.

Was bedeutet das konkret?

In den analysierten Studien wurden Aufgaben betrachtet, die traditionell Ärzten vorbehalten sind, darunter:

  • Anamnese und körperliche Untersuchung
  • Diagnostische Abklärung
  • Verordnung von Medikamenten
  • Patient:innenaufklärung

Read more →

Quelle: Posted by Tanja Ehret, Redaktion CareTRIALOG on 4 March, 2026


Diversity in Health Congress

Vielfalt als Schlüssel zu gerechter Versorgung

Der Diversity in Health Congress setzt im Februar erneut ein Zeichen für mehr Chancengleichheit und die strukturelle Verankerung von Diversität im Gesundheitswesen. Zum Artikel

Quelle: NL Health&Care Management, 03.03.2026


Positionspapier Zukunft der Langzeitpflege

Deutscher Pflegerat legt neun Leitlinien für eine wirksame Pflege vor

Berlin (02. März 2026, Nr. 10/2026) – Die Langzeitpflege in Deutschland steht vor einer Krise: Der Pflegebedarf wächst rasant, Pflegefachpersonen fehlen, und An- und Zugehörige sind überlastet. Betroffen sind sowohl alte Menschen als auch Kinder und Jugendliche, besonders im wohnortnahen Umfeld. Ein symptombezogenes Weiter-so mit einzelnen Maßnahmen reicht nicht mehr aus.

Der Deutsche Pflegerat präsentiert deshalb mit seinem Positionspapier „Die Zukunft der Langezeitpflege muss personen- und familienzentriert sein“ einen klaren Lösungsweg: einen grundlegenden Umbau hin zu einer personen- und familienzentrierten Pflege. Diese soll Prävention, Beratung und Versorgung zusammenführen, Pflegefachpersonen konsequent einbinden und die Langzeitpflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe neu ordnen.

Die Fachkommission des Deutschen Pflegerats „Zukunft der Langzeitpflege“ hat das Positionspapier erarbeitet. Im Mittelpunkt steht eine verlässliche Pflege – für Menschen aller Altersgruppen mit Pflegebedarf, ihre Familien und die Gesellschaft insgesamt.

„Die Lage duldet keinen Aufschub“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. „Unser Positionspapier zeigt, wie Langzeitpflege neu gedacht und organisiert werden muss, damit sie auch in Zukunft trägt.“

Neun Leitlinien für eine zukunftsfähige Langzeitpflege
  1. Umbau der Strukturen hin zu professionell fundierten, nachhaltig finanzierten und wohnortnahen Versorgungslösungen

Pflege braucht verlässliche Strukturen. Versorgung muss fachlich und wissenschaftlich fundiert, nachhaltig finanziert und wohnortnah organisiert sein. Maßstab sind Qualität und Verlässlichkeit – orientiert an den tatsächlichen Bedarfen der Menschen. Dazu gehört eine bedarfsgerechte Planung mit klaren Zuständigkeiten und Verantwortung.

  1. Stärkung von Pflegebeziehungen, Selbstwirksamkeit und Lebensqualität durch verbindliche Zeitbudgets und Anerkennung von Beziehungsarbeit

Pflege stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Pflegebeziehungen fördern Selbstständigkeit und Lebensqualität. Gute und bedarfsgerechte Pflege aktiviert vorhandene Fähigkeiten und stärkt Sicherheit im Alltag. Dafür braucht Pflege verlässlich Zeit für Beziehung, Zuwendung und Begleitung, die strukturell vorgesehen,  entsprechend finanziert und anerkannt ist.

  1. Vernetzte und sektorenübergreifende Versorgung, die Kontinuität und individuelle Passung ermöglicht

Pflege wirkt dann, wenn sie zusammenhängend gedacht wird. Koordinierte und vernetzte Konzepte sorgen für Übergänge ohne Brüche. Versorgung muss zu den Lebenslagen der Menschen passen – nicht umgekehrt.

  1. Neue Wohn- und Versorgungsformen, die vertraute Lebenswelten, Teilhabe und Selbstbestimmung sichern

Menschen sollen dort leben können, wo sie sich zuhause fühlen. Wohn- und Versorgungsformen müssen soziale Teilhabe und Selbstbestimmung ermöglichen – im vertrauten Umfeld.

  1. Prävention und Gesundheitskompetenz, um Pflegebedürftigkeit zu vermeiden und das System zu entlasten

Pflege beginnt früh. Prävention und Aufklärung helfen, Selbstständigkeit zu erhalten, Pflegebedarfe zu verringern und kritische Versorgungssituationen zu vermeiden. Präventive Angebote müssen frühzeitig, niedrigschwellig und gut erreichbar sein. Das entlastet Betroffene, Familien und das System.

  1. Aufbau sozialer Netzwerke, die Teilhabe, Resilienz und gemeinschaftliche Verantwortung fördern

Pflege ist eine gemeinsame Aufgabe. Starke soziale Netze fördern Teilhabe, Halt und Lebensqualität. Sie entlasten Familien und stärken die Versorgung vor Ort.

  1. Interprofessionelle Zusammenarbeit, die Pflegefachpersonen eine koordinierende Rolle und mehr Entscheidungskompetenz einräumt

Gute Pflege braucht gutes Zusammenspiel. Eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Berufe sichert eine abgestimmte Versorgung und vermeidet Informationsverluste. Pflegefachpersonen übernehmen dabei eine koordinierende Rolle und bringen ihre fachliche Entscheidungskompetenz verbindlich ein.

  1. Bildung und Professionalisierung, insbesondere durch Akademisierung und lebenslanges Lernen

Gute Pflege braucht Bildung. Sie reicht von der beruflichen Ausbildung über akademische Qualifikationen bis hin zu lebenslangem Lernen. Pflegefachpersonen müssen gut ausgebildet sein, um sicher und personenzentriert zu versorgen.

Wer gut ausgebildet wird, muss seine Kompetenz auch einsetzen können. Bildung ohne Verantwortung ist eine Verschwendung von Ressourcen. Pflegefachpersonen sind ein zentraler Teil der primären Gesundheitsversorgung. Sie können Menschen dort beraten, begleiten und versorgen, wo sie leben. Dafür brauchen sie klare Aufgaben, Verantwortung und Handlungsspielräume.

  1. Sinnvoller Einsatz von Technik und Digitalisierung, der Beziehungszeit stärkt statt ersetzt und gleichzeitig Datenschutz und Qualität wahrt

Technik und Digitalisierung können Pflege unterstützen. Sie müssen sich am Menschen orientieren und Pflege ergänzen, nicht ersetzen. Ziel ist Entlastung – nicht neue Belastung.

Einordnung

Das Positionspapier des Deutschen Pflegerats versteht sich als fachliche Ergänzung zu bestehenden Reformansätzen, unter anderem im Rahmen des Zukunftspakts Pflege. Es zeigt, wie zentrale Themen zusammengeführt und dauerhaft wirksam gestaltet werden können.

Warum jetzt handeln

Der demografische Wandel, der Mangel an Pflegefachpersonen und gesellschaftliche Veränderungen erhöhen den Handlungsdruck. Langzeitpflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie braucht klare politische Weichenstellungen, verlässliche Investitionen und gut abgestimmte Konzepte.

Der Deutsche Pflegerat spricht sich dafür aus, die Weichen für eine nachhaltige, personen- und familienzentrierte Pflege zu stellen, die neun Leitlinien in Gesetzgebung, Finanzierung und Planung zu verankern und den Dialog mit Pflegefachpersonen, An- und Zugehörigen, Betroffenen und Wissenschaft weiter zu stärken.

Fazit

Die Zukunft der Langzeitpflege entscheidet sich nicht an Einzelmaßnahmen, sondern an klaren Stellschrauben und tragfähigen Strukturen. Die neun Leitlinien des Positionspapiers zeigen, wie Pflege menschlich, verlässlich und zukunftsfähig gestaltet werden kann. „Pflege braucht Orientierung“, sagt Vogler. „Unser Positionspapier zeigt, worauf es ankommt.“

Das beigefügte Positionspapier führt alle neun Leitlinien im Detail aus und enthält weiterführende fachliche Empfehlungen (Download Positionspapier).

Ansprechpartner:innen: Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats

Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR), Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen, Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: (030) 398 77 303 | Telefax: (030) 398 77 304, E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de | Internet: www.deutscher-pflegerat.de, Social Media DPR: Instagram | LinkedIn | YouTube | Bluesky


Zwischen Hype und Realität: Digitalisierung als Baustein für die Pflege von morgen

Veranstaltungsreihe zum Anschluss an die Telematikinfrastruktur und zur Digitalisierung

In der von der Diakonie Deutschland durchgeführten Tagung ging es um die Forschung über Potenziale und Hürden der Digitalisierung in der Pflege.

ein Mitschnitt der Veranstltung ist zu finden unter: https://www.youtube.com/watch?v=0b-G8-CFLMw


ProAlter 1/26, Schwerpunktthema:

Raumgestaltung und Raumerleben im Alter

Wie prägt der Raum unser Altern? Und warum entscheidet Stadtentwicklung heute mit darüber, ob Teilhabe, Selbstbestimmung und soziale Einbindung im Alter gelingen? Lange Zeit galt Raum in der Alter(n)sforschung und Sozialpolitik vor allem als Hintergrundbedingung. Dieses Heft rückt ihn ins Zentrum: Wohnen, Quartier und Stadt erscheinen hier als aktive Gestaltungsgrößen …

Den ganzen Beitrag lesen: https://kda.de/proalter-1-26-schwerpunktthema-raumgestaltung-und-raumerleben-im-alter/

Quelle: NL KDA, 02.03.2026


Gestalten Sie die Digitalisierung in Ihrem Alltag ganz konkret mit – in der „Arbeitsgemeinschaft (AG) Pflege“ der gematik

Sie arbeiten in der Pflege? Ihr Alltag ist die Versorgung pflegbedürftiger Menschen? Für unsere Pflege-AG suchen wir Pflegefachpersonen, die aus ihrer Arbeit ganz praktische Erfahrungen und Erwartungen an digitale Anwendungen einbringen wollen. Machen Sie mit – wir freuen uns auf Ihre Impulse, damit wir unsere Arbeit (für Sie) noch besser machen können!

-> Werden Sie außerdem Teil unserer E-Health Community und beteiligen Sie sich an abwechslungsreichen Online-Befragungen zur Digitalisierung des Gesundheitswesens. Seien Sie dabei und leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur Zukunft des Gesundheitswesens! Infos & Registrierung unter e-health-community.gematik.de/ 

Quelle: gematik Pflege 01/2026 (März/Q1), 02.03.2026

Wichtige Termine:

2.D-A-CH – Austausch: Hochschulische Pflegebildung – Standardisierung in der Kompetenz- und Praxisentwicklung

12.03.2026; Mehr Infos finden Sie hier


DGP-Gremientag und DGP-Mitgliederversammlung

27.03.2026. Das Programm finden Sie hier.


BAGFW-Fachtag „Pflege zwischen Fürsorge und Algorithmen

30. April 2026,Anmeldung:  Anmeldeformular auf der BAGFW-Webseite


Gesundheitskongress des Westens

6. und 7. Mai 2026 in Köln, Kongressanmeldung für 2026


Fachveranstaltung zum Thema „Gewaltschutz in der Pflege“

18. Mai 2026, 10:30 Uhr – ca. 15:00 Uhr, Arbeiterwohlfahrt e.V. (AWO), Blücherstraße 62-63, 10961 Berlin oder digitale Teilnahme möglich; mehr in Kürze unter: https://gs-qsa-pflege.de/


Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit (HSK)

23. bis 25. Juni 2026 im hub27 (Messe Berlin), Tickets zum Super-Frühbuchertarif


1.bis 2. September 2026: MedCare Leipzig

https://www.medcare-leipzig.de/


17. DGP- Hochschultag

20.11.2026 –  Mehr Infos finden Sie hier.