Übergabe – Pflege-Podcasts
ÜG181 – Pflegepolitik und die Rolle der Pflege (Christine Vogler)
Elektronische Patientenakte:
Bundesregierung plant Digitalgesetz
70 Millionen ePAs sind live – doch das ist erst der Anfang: Ab 2026 plant die Bundesregierung neue Funktionen, strengere Regeln und ein großes Digitalgesetz. Was jetzt auf Pflegeeinrichtungen, Ärzt:innen und Träger zukommt – und warum die ePA zum zentralen Gesundheitsdatenraum werden soll. → weiterlesen
Quelle: NL care konkret daily, 02.02.2026
Abschiebungsdebatte könnte Pflegekräftemangel verschärfen
Abschieben oder pflegen? Eine neue Analyse zeigt, dass ausgerechnet jene Länder, die in der Abschiebungsdebatte im Fokus stehen, zentrale Herkunftsländer für Pflegefachkräfte sind. Warum strengere Regeln den Personalmangel in der Pflege weiter verschärfen könnten – und was das für Einrichtungen bedeutet. → weiterlesen
Quelle: NL care konkret daily, 02.02.2026
Arbeitsbedingungen
Streit um Teilzeitrecht spitzt sich zu
Der CDU‑Vorstoß zur Einschränkung des Teilzeitrechts trifft in der Pflege auf deutlichen Widerstand. Verbände warnen, Teilzeit sei meist eine Reaktion auf Überlastung – nicht „Lifestyle“. Lesen
Quelle. NL BibliomedPflege, 30.01.2026
Viel Empörung, wenig Realität
Wieder einmal wird mit großer Aufregung über Teilzeit diskutiert. Und wieder einmal ist die Debatte geprägt von Schlagworten, Unterstellungen und Empörung – statt von einer nüchternen Betrachtung der Realität. Die stellvertretende DKG-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Henriette Neumeyer kommentiert die derzeitige Teilzeit-Debatte weiterlesen »
Quelle: 04/26 | DKG Update – Der Newsletter, 30.01.2026
Weltkrebstag: Deutsche Krebshilfe stärkt onkologische Pflege
3 Millionen Euro für zwei Stiftungsprofessuren in Halle und Freiburg
In Lehre und Forschung zur onkologischen Pflege hinkt Deutschland anderen Ländern hinterher. Dabei sind die Herausforderungen gerade in diesem Bereich immens: Die Anforderungen an das Pflegepersonal werden durch komplexere Therapien immer höher. Gleichzeitig steigen die Patientenzahlen und es mangelt an Fachkräften. Mit insgesamt 3 Millionen Euro fördert die Deutsche Krebshilfe daher nun zwei Pflege-Professuren in Halle (Saale) und Freiburg. Dies gibt die Organisation anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar bekannt. Forschung, Lehre und Versorgung der onkologischen Pflege sollen damit nachhaltig gestärkt werden – beispielsweise durch die Einrichtung von speziellen Master-Studiengängen.
| » Pressemitteilung |
Quelle: NL Deutsche Krebshilfe, 30.01.2026
Teilzeit ist eine essenzielle Säule der Wirtschaft
Zur aktuellen Diskussion um eine Einschränkung von Teilzeit-Möglichkeiten: Misstrauensklima sichert kein Fachpersonal und verhindert flexible Lösungen bei zunehmender Digitalisierung „Teilzeit ist angesichts des Fachpersonalmangels und der Digitalisierung eine essenzielle Säule der Wirtschaft“, ist sich Dr. Alexia Zurkuhlen sicher. Die Vorständin des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) wundert sich, dass ausgerechnet aus …
Den ganzen Beitrag lesen: https://kda.de/teilzeit-ist-eine-essenzielle-saeule-der-wirtschaft/
Quelle: NL KDA, 30.01.2026
Rheinland-Pfalz erhöht Förderung für Gemeindeschwesterplus
Das Land passt die Zuschüsse für das präventive Beratungsangebot an die Tarifentwicklung im öffentlichen Dienst an. Ab 2026 soll die Förderung automatisch mit den Gehaltssteigerungen steigen. ►weiterlesen
Quelle: NL Häusliche Pflege, 29.01.2026
Bundespräsident beruft Christine Vogler und Dr. h.c. Andreas Westerfellhaus ins Kuratorium
Das Kuratorium Deutsche Altershilfe Wilhelmine-Lübke-Stiftung (KDA) begrüßt zwei neue Mitglieder in seinem Kuratorium: Christine Vogler und Dr. h.c. Andreas Westerfellhaus. Beide wurden vom Bundespräsidenten auf Lebenszeit in das Kuratorium berufen und bringen ausgewiesene Expertise sowie langjährige Erfahrung aus Pflegepraxis, Bildung, Management und Pflegepolitik in die fachliche Beratung des KDA ein. Das …
Den ganzen Beitrag lesen: https://kda.de/bundespraesident-beruft-christine-vogler-und-dr-h-c-andreas-westerfellhaus-ins-kuratorium/
Quelle: NL KDA, 29.01.2026
Caritas: Suizidraten in Deutschland alarmierend
Suizidpräventionsgesetz überfällig – Methodenrestriktion muss Suizidassistenz umfassen
Berlin, 29.01.2026. Der Deutsche Caritasverband e.V. ist alarmiert von den Entwicklungen der Suizidraten in Deutschland. Nach aktuellen Zahlen bleibt Suizid weiterhin die häufigste Todesursache bei jungen Menschen. Gleichzeitig nehmen Suizide von Menschen über 65 Jahren drama-tisch zu. Hier ist die Suizidrate seit 2020 um 30 Prozent angestiegen. In dieser Altersgruppe ist die Zahl der assistierten Suizide besonders hoch. Es sind hier vor allem Frauen, die Suizidassistenz in Anspruch nehmen.
“Diese Zahlen müssen uns als Gesellschaft wachrütteln. Sie sind Ausdruck einer Kultur, in der Lebensmut immer enger an Leistungsfähigkeit gekoppelt ist”, warnt Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa. “Offenbar sind gerade Frauen, die lebenslang Care-Verantwortung getragen haben, von der Angst geplagt, anderen zur Last zu fallen. Angebote der Suizidassistenz lassen bei ihnen den Druck entstehen, sich mit der Frage auseinander setzen zu müssen, ob das eigene Leben noch lebenswert ist. Wir brauchen eine entschlossene Suizidpräventionspolitik – für alle!”
Der Deutsche Caritasverband fordert den Bundestag auf, noch in diesem Jahr ein Suizidpräventionsgesetz auf den Weg zu bringen.
Motive, Gefahrenlagen und Methoden des Suizids unterscheiden sich je nach Alter, Geschlecht und Lebenslage. Zielgruppenspezifische Angebote sind unabdingbar, um zu verhindern, dass Suizid als einziger Ausweg erscheint und dass Nachahmungs-Effekte provoziert werden. Dazu gehört in jedem Fall eine breit wirksame Methodenrestriktion, die dem spontanen Impuls Grenzen setzt und Menschen in suizidalen Krisen Zeit für neue Perspektiven auf das Leben schenkt.
Das bedeutet nicht nur die Beschränkung des Zugangs zu Hotspots an Bahngleisen, Brücken und Türmen durch Zäune. Ebenso wichtig sind nach Auffassung des Deutschen Caritasverbands Zugangsbeschränkungen zu tödlichen Arzneimitteln und „Zäune“ um die Suizidassistenz, damit das Angebot der Sterbehilfe die Menschen nicht schneller erreicht als Hilfen, die ein Weiterleben erstrebenswert erscheinen lassen.
Eva Welskop-Deffaa: “Wir fordern eine konsequente Methodenrestriktion, die alle Altersgruppen in ihren spezifischen Bedürfnissen in den Blick nimmt: die Altenhilfe und den für sie so wichtige Schutzgedanken bei Pflegebedürftigkeit ebenso wie gesellschaftliche Anstrengungen gegen Einsamkeit.“
Der Deutsche Caritasverband setzt sich dafür ein, Werbung für Angebote der Suizidassistenz zu untersagen. „Menschen, die nicht mehr leben wollen, brauchen zuerst einmal jemanden, der ihnen zuhört und nach den Ursachen ihres Todeswunsches fragt. Die Forschung zeigt: Oft verschwindet ein Suizidwunsch, wenn sich Menschen gehört fühlen.“
Es gilt, wirksame und niedrigschwellige Angebote, die suizidgefährdete Menschen erreichen, auszubauen und in die Regelfinanzierung zu bringen. Ein derartiges Angebot ist z.B. die Peer-to-Peer online-Beratung für junge Menschen [U25].
„Gerade in unserer medial inszenierten ‚Turbo-Leistungsgesellschaft‘ gilt es, individuelle Grenzen anzuerkennen und Räume des Miteinander-Füreinanders in allen Altersgruppen zu öffnen“, so Welskop-Deffaa. „Suizide werfen lange Schatten auf das Leben von Angehörigen und Fremden. Es ist wichtig, Suizidgefahren rechtzeitig zu erkennen, um sie abwenden zu können.“
Zahlen zur steigenden Suizidrate und zu Soziodemographischen Merkmalen finden Sie auf unserer Homepage unter folgendem Link: Alarmierende Suizidraten
Quelle: PM Caritasverband, 29.01.2026
Primärarztsystem
Nina Warken: „Alle Seiten werden profitieren“
Gesundheitsministerin Nina Warken hat Gespräche über ein Primärarztsystem gestartet. Ein entsprechender Gesetzentwurf dürfte aber noch eine ganze Weile brauchen. Lesen
Quelle: NL BibliomedManager, 28.01.2026
DKG zu den Beschäftigtenzahlen aus dem Statistischen Bundesamt
Reformen müssen Personalaufwuchs nachhaltig sichern
28.01.2026 – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sieht die neuesten Daten des Statistischen Bundesamts zu den Beschäftigtenzahlen im Gesundheitswesen als positives Zeichen für die Bekämpfung des Fachkräftemangels, mahnt aber Reformen an, um nachhaltig Personal aufbauen und um deren Arbeitskraft im Sinne der Patientinnen und Patienten einsetzen zu können. Dazu erklärt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG Prof. Dr. Henriette Neumeyer:
„6,2 Millionen Beschäftigte im Gesundheitswesen, 102.000 mehr als im Vorjahr und damit erstmals seit der Pandemie ein Zuwachs von mehr als einem Prozent. Das sind gute Nachrichten für die Patientinnen und Patienten in Deutschland. Und im Besonderen sind es gute Nachrichten für diejenigen, die Hilfe in Krankenhäusern suchen oder dort arbeiten, denn der Zuwachs fand vor allem im (teil-)stationären Sektor statt. Doch damit ist der Fachkräftemangel noch lange nicht gelöst und bleibt die große Herausforderung im Gesundheitswesen. Doch Lohn- und Stellenzuwächse, wie insbesondere in den vergangenen Jahren in der Pflege sichtbar geworden, reichen nicht aus. Die Krankenhäuser arbeiten daran, immer bessere Arbeitgeber zu werden, flexible Arbeitsmodelle zu entwickeln, Familie und Beruf zu vereinbaren und vieles mehr. Jetzt muss auch die Politik handeln. An erster Stelle muss der konsequente Bürokratieabbau stehen. Rund drei Stunden müssen ärztliche und pflegerische Beschäftigte jeden Tag mit Bürokratie zubringen. Ein Großteil davon ist keine medizinisch oder pflegerisch sinnvolle Dokumentation, sondern besteht aus Mehrfachmeldungen, Misstrauensbürokratie und Datenerfassung für die Ablage. 66.300 Vollzeitkräfte im ärztlichen und 137.000 im pflegerischen Dienst sind in Deutschland rechnerisch ausschließlich in Vollzeit mit Bürokratie beschäftigt. In anderen Worten: nur eine Stunde weniger Bürokratie täglich befreit die Arbeitszeit von rund 22.000 Ärztinnen und Ärzten und von mehr als 45.000 Vollzeit-Pflegekräften. Der Fachkräftemangel wäre mit einem Schlag gemindert. Wir haben der Politik 55 konkrete Vorschläge unterbreitet, an welchen Stellen sie zur Entbürokratisierung ansetzen kann. Wir erwarten, dass es in dieser Legislaturperiode nun schnell zu spürbaren Entlastungen der Beschäftigten kommt, so dass diese wieder ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen können. Nur das kommt am Ende spürbar in der Versorgung bei den Patientinnen und Patienten an.“
Quelle: PM DKG e.V., 28.01.2026
Schutz, Würde, Rechtsstaatlichkeit
DPR trauert um US-amerikanischen Intensivpfleger Alex Pretti und verurteilt Gewalt
Berlin (28. Januar 2026, Nr. 05/2026) – Der Deutsche Pflegerat (DPR) trauert um den US-amerikanischen Intensivpfleger Alex Pretti aus Minneapolis, der am 24. Januar 2026 von Beamten der Einwanderungsbehörde ICE erschossen wurde. Der DPR verurteilt diese Gewalt entschieden. Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie, seinen Kolleg:innen und den Menschen, die er als Pflegefachperson versorgt und begleitet hat.
„Der Tod von Alex Pretti erschüttert uns zutiefst. Wir verurteilen diese Tat klar und unmissverständlich. Pflegefachpersonen tragen jeden Tag Verantwortung für das Leben anderer – sie verdienen Schutz, Respekt und eine verlässliche Sicherheitskultur. Jetzt braucht es vollständige Transparenz, unabhängige Aufklärung, verbindliche Schutzmechanismen und klare Konsequenzen“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats.
Pflegefachpersonen stehen für Schutz, Fürsorge und Menschenwürde. Sie tragen täglich Verantwortung für das Leben anderer und arbeiten häufig unter hohen physischen und psychischen Belastungen. Wenn ein Mensch aus diesem Beruf, der Leben schützt und Leid lindert, wie Alex Pretti, gewaltsam getötet wird, ist das nicht nur ein persönlicher Verlust. Es ist ein Alarmzeichen für den gesellschaftlichen Umgang mit Pflege, Helfenden und öffentlicher Sicherheit – und ein Spiegel dafür, wie Macht, Verantwortung und Menschlichkeit in der Gesellschaft verteilt sind.
Internationale Pflegeorganisationen haben nach dem Tod von Alex Pretti einstimmig reagiert. Sie verurteilen Gewalt gegen Pflegefachpersonen ausdrücklich, fordern eine vollständige und unabhängige Aufklärung der Umstände und betonen das unveräußerliche Recht auf Sicherheit, Würde und Schutz – überall und für alle. Der Deutsche Pflegerat unterstützt diese Haltung uneingeschränkt.
Ansprechpartner:innen: Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats
Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR), Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen, Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: (030) 398 77 303 | Telefax: (030) 398 77 304, E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de | Internet: www.deutscher-pflegerat.de, Social Media DPR: Instagram | LinkedIn | YouTube | Bluesky
Primärversorgung neu denken – gemeinsam gestalten
DPR begrüßt Auftakt zum Fachdialog im Bundesgesundheitsministerium
Berlin (27. Januar 2026, Nr. 04/2026) – Anlässlich des heutigen Auftaktgesprächs im Bundesgesundheitsministerium zum künftigen Primärversorgungssystem fordert der Deutsche Pflegerat (DPR), Pflegefachpersonen und Hebammen systematisch in die Entwicklung und Ausgestaltung der Primärversorgung einzubinden.
„Wir brauchen echte Primärversorgungszentren – multiprofessionell, wohnortnah und teamorientiert organisiert. Der erste Kontakt, die Steuerung und die Versorgung müssen auch pflegefachlich und aus Sicht der Hebammen gedacht, koordiniert und vergütet werden“, betonte Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, im Fachdialog mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken und weiteren Vertreter:innen des Gesundheitswesens.
Pflegefachpersonen und Hebammen sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen, so Vogler weiter: „Triage, eigene Sprechstunden, Medikationsmanagement, Hausbesuche durch Community Health Nurses – die Expertise ist vorhanden. Jetzt braucht es klare, rechtssichere Handlungskompetenzen auf Basis der tatsächlichen beruflichen Qualifikationen und Leistungen. Dieses Verständnis muss für alle Gesundheitsfachberufe gelten.“
Eine moderne Primärversorgung erfordert klare Zuständigkeiten, verlässliche interprofessionelle Zusammenarbeit und eine Orientierung am Bedarf der Menschen – nicht an Systemlogiken. Auch eine starke digitale Infrastruktur und pflegesensitive Qualitätsindikatoren sind entscheidend, damit Primärversorgung wirksam gesteuert und kontinuierlich verbessert werden kann.
Der Deutsche Pflegerat bringt sich konstruktiv in den Fachdialog ein und setzt sich für ein Primärversorgungssystem ein, das Pflegefachpersonen und Hebammen nicht nur berücksichtigt, sondern aktiv mitgestalten lässt.
Das Statement von Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, zum Auftaktgespräch für den Fachdialog zum Primärversorgungssystem finden Sie zum Download hier.
Ansprechpartner:innen: Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats
Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR), Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen, Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: (030) 398 77 303 | Telefax: (030) 398 77 304, E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de | Internet: www.deutscher-pflegerat.de, Social Media DPR: Instagram | LinkedIn | YouTube | Bluesky
Keine Schnellschüsse in der Debatte ums Pflegebudget
DBfK fordert: Pflegequalität braucht belastbare Daten und die Stimme der Profession
Berlin, 27.01.2026 – In der Debatte um das Pflegebudget, die unter anderem von den Krankenkassen und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) öffentlich ausgetragen wird, warnt der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) vor Entscheidungen „aus dem Bauch heraus“. Wer das Pflegebudget vorschnell infrage stellt, riskiert eine erneute Abwärtsspirale bei Personal- und Versorgungsqualität – mit direkten Folgen für die Patient:innensicherheit.
„Das Pflegebudget ist nicht das Problem, sondern ein Schutzmechanismus gegen den alten Reflex, an Pflege zu sparen. Reform ja – aber zielgerichtet: mit klarer Aufgabenabgrenzung, Transparenz und Qualitätsorientierung“, betont Vera Lux, Präsidentin des DBfK. Beispielsweise müssten pflegerische Aufgaben klar von pflegefremden Tätigkeiten, wie z. B. Service- und Reinigungsaufgaben, abgegrenzt werden, damit Missbrauch verhindert wird. Gleichzeitig ist klar: Jedes Finanzierungssystem kann Fehlanreize erzeugen – diese müssen korrigiert werden, aber sachlich und evidenzbasiert. Nötig sei ein Konzept, das Finanzierung, Personalbemessung und Qualitätsanforderungen endlich systematisch zusammenführt. „Genau diese Verbindung“, so Lux, „wurde bislang nicht hergestellt, dabei ist sie der zentrale Hebel für nachhaltige Pflegequalität im Krankenhaus.“
Nach wie vor wird die Profession Pflege primär als Kostenfaktor gesehen, ihr Impact auf die Sicherstellung der Versorgung jedoch nicht. Der DBfK weist zudem darauf hin, dass Kostenentwicklungen nicht ausschließlich dem Pflegebudget zugeschrieben werden dürfen. Tarifsteigerungen, höhere Komplexität von Tätigkeiten und Therapien, multimorbide Patient:innen, Krankenstände, Nachholeffekte nach Jahren des Personalabbaus und der Aufbau notwendiger Strukturen (z. B. Springer-Pools, höherqualifizierte Rollen) sind zentrale Treiber – und fachlich häufig Ausdruck notwendiger Verbesserungen. „In der derzeitigen Auseinandersetzung entsteht erneut der Eindruck, dass über die Pflege verhandelt wird, ohne die Profession systematisch einzubeziehen“, stellt Lux fest. Der DBfK fordert deshalb: Pflegeverbände, Pflegemanagement und Pflegefachpersonen müssen verbindlich an der Ausgestaltung beteiligt werden – nicht als Anhörung am Ende, sondern als mitgestaltende Instanz von Anfang an.
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Bundesverband e.V., Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin, Tel. +49 30/219157-0, Fax: +49 30/219157-77, E-Mail: dbfk@dbfk.de, Webseite: www.dbfk.de
Neue Infoseite auf diakonie.de
Digitalisierung in der Pflege
Welche digitalen Lösungen können den Pflegealltag entlasten? Die Diakonie Deutschland hat eine neue Themenseite zur Digitalisierung in der Pflege veröffentlicht. Dort finden Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen, Pflegebedürftige und Angehörige Grundlagenwissen, diakonische Positionen und Praxishilfen -von ePA und TI-Anbindung über Videoberatung bis zu KI-Anwendungen. Weiterlesen ⇾
Quelle: NL Diakonie Deutschland, 26.01.2026
Teilzeit in der Pflege ist kein Wohlstandsproblem
DBfK: Mehr Stunden gibt’s nicht per Druck – sondern nur mit Entlastung und verlässlichen Dienstplänen
Berlin, 26.01.2026 – In der aktuellen politischen Debatte um eine Einschränkung des Rechts auf Teilzeit („Lifestyle-Teilzeit“) warnt der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) vor falschen Schlussfolgerungen. Wer Teilzeit pauschal als Wohlstandsproblem darstellt, verkennt die Realität in der Pflege: Teilzeit ist für viele eine Schutzreaktion auf Überlastung, Schichtdienst und fehlende Planbarkeit – nicht Ausdruck von Bequemlichkeit.
Dass ein großer Anteil der professionell Pflegenden in Teilzeit arbeitet, ist bekannt. Bereits 2019 führte der DBfK daher eine Onlinebefragung unter beruflich Pflegenden durch, aus welchen Gründen sie in Teilzeit arbeiten. Die Argumente und Befunde dürften sich seither kaum geändert haben: Der mit Abstand häufigste Grund für Teilzeit ist „zu hohe Belastung“. Knapp die Hälfte der Teilnehmenden arbeitet im Schichtsystem – einschließlich Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten. Zudem berichten viele Befragte von Überstunden trotz Teilzeit, häufigem Einspringen aus der Freizeit und von kurzfristigen Dienstplanänderungen – genau das verhindert eine ausgewogene Work-Life-Balance und hält Menschen davon ab, Arbeitszeit aufzustocken.
Vera Lux, Präsidentin des DBfK, hierzu: „Wer mehr Arbeitsstunden will, muss zuerst die Arbeitsbedingungen so verbessern, dass Pflege gesund leistbar ist. Teilzeit ist in der Pflege oft die Konsequenz aus Überlastung, Schichtdienst und fehlender Planbarkeit – teilweise sogar mit massiver Mehrarbeit trotz Teilzeitvertrag. Druck oder das Stutzen von Rechten löst keinen Fachkräftemangel. Verlässliche Dienstpläne, eingehaltene Pausen und eine wirksame Personalbemessung schon. Die psychische und physische Belastung im Pflegeruf ist enorm – in Vollzeit zu arbeiten, bringt viele Pflegefachpersonen an die Grenzen ihrer persönlichen Belastbarkeit.“
Der DBfK fordert daher, die Debatte konsequent auf die Ursachen zu richten: Arbeitsverdichtung reduzieren, Dienstpläne verlässlich machen und Schichtarbeit so organisieren, dass Regeneration möglich bleibt. Erst dann entsteht realistisch das Potenzial, dass Pflegende Stunden aufstocken – freiwillig und nachhaltig.
Die Ergebnisse der Befragung finden Sie auf der DBfK-Website.
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Bundesverband e.V., Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin, Tel. +49 30/219157-0, Fax: +49 30/219157-77, E-Mail: dbfk@dbfk.de, Webseite: www.dbfk.de
Wichtige Termine:
Pro Care 10. – 11. Februar 2026 | Hannover
DAMIT PFLEGE ZUKUNFT HAT – Frisch – Dynamisch – Innovativ
Infos unter: https://www.pro-care-hannover.de/
3. Pflegeethik‐Kongress: Verantwortung – Haltung – Dialog
25.-‐ 27.02.2026, Göttingen
28. Netzwerk-Workshop „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden
27. Februar 2026, Osnabrück
Infos und Anmeldung zur Veranstaltung auf der DNQP-Website
2.D-A-CH – Austausch: Hochschulische Pflegebildung – Standardisierung in der Kompetenz- und Praxisentwicklung
12.03.2026; Mehr Infos finden Sie hier
DGP-Gremientag und DGP-Mitgliederversammlung
27.03.2026. Das Programm finden Sie hier.
Gesundheitskongress des Westens
6. und 7. Mai 2026 in Köln, Kongressanmeldung für 2026
Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit (HSK)
23. bis 25. Juni 2026 im hub27 (Messe Berlin), Tickets zum Super-Frühbuchertarif
17. DGP- Hochschultag
20.11.2026 – Mehr Infos finden Sie hier.
